Wilde Kräuter
stärken
das Immunsystem
Löwenzahn,
Gänseblümchen, Bärenklau: Barbara Simonsohn empfiehlt
Wildkräuter für die gesunde Vollwertküche
Unsere Kulturpflanzen sind
oft überzüchtet, sie werden naturwidrig in Monokulturen
angebaut und mit Kunstdünger und hochgiftigen
Pflanzenschutzmitteln „traktiert", so dass sie ohne
die Hilfe der Chemie gar nicht lebensfähig wären. Wie können
wir von geschwächten, kranken Pflanzen strahlende
Gesundheit erwarten?
Wildkräuter, die sich in
der Natur selbst durchgekämpft und ihren idealen Standort
eigenständig ausgesucht haben, enthalten ein Vielfaches an
Vitalstoffen im Vergleich zu den Kulturpflanzen. Franz Konz
hat in seinem Jahrhundertwerk Der große Gesundheits-Konz
die Vitamin- und Mineralstoffgehalte der Urpflanzen mit
denen der Kulturpflanzen verglichen. Brennessel enthält zum
Beispiel das Dreißigfache an Vitamin C im Vergleich zum
Kopfsalat, das Zwanzigfache an Provitamin A, das
Vierzehnfache an Kalzium, das Fünfundzwanzigfache an
Magnesium und das Fünfzigfache an Eisen.
Erich Heiß, Wildkräuterexperte
und Buchautor, sieht im Mangel an Mineralstoffen und
Spurenelementen in der Nahrung die Hauptursache für den
schlechten Gesundheitszustand aller hochzivilisierten Völker.
Das ausgewogene Mengenverhältnis und das Verhältnis der
einzelnen Inhaltsstoffe zueinander und ihre
Vitalstoffdichte, wie es die Wildpflanzen als frühere
Nahrungsquelle des Menschen hatten, ist bei der Zucht und
„Veredelung" der Kulturpflanzen verloren gegangen.
Kein Wunder, dass Wildgemüse und Wildfrüchte als unsere
Urnahrung die Gesundheit stärken oder wiederherstellen und
unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten erhöhen
können.
Wer Wildgemüse sammeln möchte,
sollte etwas Ahnung davon haben, welche Kräuter gut
schmecken und bekömmlich sind. Es gibt nur wenige
Giftpflanzen, die man auch am schlechten Geschmack erkennt
und automatisch ausspuckt, selbst, wenn man sie
versehentlich mal in den Mund genommen hat. Natürlich
sollte man nur an hunde- und autofreien Stellen sammeln. Ich
lasse Wildkräuter wie Gundelrebe, Taubnessel, Gänseblümchen
und Wiesenschaumkraut in meinem Hausgarten stehen, und wenn
ich mehr Energie brauche, gehe ich hinaus und pflücke mir
welche. Beim Joggen sammele ich Hagebutten, Brennesseltriebe
(zwischen den Fingern reiben, sonst pieksen sie!) oder
Taubnesseln.
Löwenzahn, Brennessel und
Gänseblümchen kennt jeder. Lecker sind daneben auch
Vogelmiere, Wegwarte, Melde, Malve, Hirtentäschel, Bärenklau
und Brunnenkresse. Schmackhaft sind auch die Blüten, zum
Beispiel von der Taubnessel, Schafgarbe oder vom wilden
Stiefmütterchen. Junge Lindenblätter sind eine wahre
Delikatesse, das gleiche gilt für Huflattich- und Gänseblümchenblüten.
Wir können Wildkräuter auch entsaften, zum Beispiel im
„Champion Juicer", oder sie für den Winter trocknen,
zum Beispiel in einem „Stöckli-Trocknungs-Gerät".
Am besten ist es, man
steckt sich die Kräuter gleich beim Sammeln in den Mund und
isst sie vor Ort. Dann enthalten sie die meiste Lebenskraft.
Wer Wildkräuter in der Küche verwenden will, sollte sie
nicht mitkochen. Denn sonst verlieren sie den größten Teil
ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wie Enzyme und Vitamine. Man
kann Wildkräuter kleingeschnitten in Quark einrühren, den
man mit Kräutersalz würzt. Lecker schmecken sie als Salat
mit Avocado, Olivenöl, Tamari (Sojasauce) und eventuell
einer zerdrückten Knoblauchzehe. Der Salat kann auch nur
aus Löwenzahn zubereitet werden, mit einigen Huflattichblüten
und Gänseblümchen als Garnitur. Ebenso lassen sich Wildkräuter
unter Kartoffelpüree oder Reis mischen, dadurch wertet man
diese Gerichte geschmacklich und gesundheitlich auf. Ein
ganz besonderer Genuss sind tropische Früchte wie Durian,
Ananas, Mango, Banane oder Papaya zusammen mit
kleingeschnittenen Wildkräutern und vielleicht einer zerdrückten
Avocado als Salat oder Beigabe. Die Geschmackskombination süß-leicht
bitter ist sehr reizvoll für den Gaumen. Die Bitterstoffe
in den Wildkräutern stärken Bauchspeicheldrüse, Magen und
Darm.
Jeden Tag sollten Wildkräuter
auf unserem Speiseplan stehen. Ein toller Nebeneffekt vom
Wildkräuter-Sammeln: Wir kommen raus in die Natur, bewegen
uns und tanken Sonnenlicht und Sauerstoff, unsere
Lebenselixiere.
Der
Beifuß – eine machtvolle Zauber- und Heilpflanze seit uralten
Zeiten
Der Beifuß, botanisch
Artemisia – Volksnamen Besenkraut, Jungfernkraut, Schoßwurz,
Sonnenwendgürtel, Roter Bock, Bockkraut, Himmelskehrkraut,
Männerkrieg oder Gänsekraut – wächst als zähe Pionierpflanze
auf Schutthalten, am Straßenrand und auf Ödland sowie an
Hecken und Zäunen. Er gehört zu den Pflanzen, die nach dem
Rückzug der Gletscher vor rund 10 000 Jahren die Tundren von
Europa und Asien besiedelten. Die Blütezeit der bis zu 1,80
Meter hohen Pflanze liegt zwischen Juli und September. Der
Beifuß-Stängel ist bräunlich oder rötlich. An ihm sitzen
lanzettförmige Blätter, die auf der Unterseite graufilzig
behaart sind. Die Blütenrispen wachsen aus den Blattachseln im
oberen Teil des Stängels und sind unscheinbar gelblich oder
rötlich.
Der Beifuß, von den
Indianern Nordamerikas als Ritual- und Heilpflanze verehrt
Die Großwildjäger der
jüngeren Altsteinzeit betrachteten den graugrünen Beifuß als
aromatisches Heil- und Zauberkraut. Und auch die Indianer
Nordamerikas
verehren den
Steppen-Beifuß (Artemisia ludoviciana) nicht nur wegen seiner
Heilkräfte, sondern auch, weil er den Zugang zum Heiligen –
dem Wakan – öffne. Wer also eine Vision sucht oder seinem
tierischen Schutzgeist begegnen möchte, tut gut daran, sich
mit Beifuß einzureiben. Die Indianer glauben auch, dass ein
Bad in einem mit Beifuß angereicherten Bad bösen Zauber
entkräfte und „schlechte Medizin“ unwirksam mache.
Der Sioux-Häuptling
Schwarzer Hirsch erzählt folgenden Brauch: „Bei jedem
Sonnentanz tragen wir Kränze aus Beifuß mit Adlerfedern auf
unseren Köpfen, denn dies ist ein Zeichen dafür, dass unsere
Gedanken und Herzen dem großen Geist und seinen Mächten nahe
sind, weil der Kranz die Dinge des Himmels, die Sterne und
Planeten, darstellt, die geheimnisvoll und heilig sind.“
(zitiert nach Storl, s.u.) Sowohl himmlische, als auch die
Kräfte der Mutter Erde sind im Beifuß vereint. Die Lakota
stopfen als Symbol dafür einen Bisonschädel mit Beifuß-Kraut
aus. Die Cheyenne legen getrocknete Beifußblätter in die
Feuersglut, um Böse Geister und das Nachwirken eines Albtraums
zu vertreiben. Die Körperbemalung der Cheyenne darf nur mit
Beifuß entfernt werden. Wo früher Pfeil und Bogen mit der
Pflanze rituell abgerieben wurde, wischen jetzt Jäger ihre
Flinten damit ab.
Noch heute bei der
Moxabehandlung verwendet
In der Alten Welt, vom
Atlantik bis nach Japan, wird Beifuß ganz ähnlich verwendet.
Mit ihm wird geheilt, gereinigt, der Donnergott verehrt und
der Mut der Krieger geweckt. Wahrscheinlich sind daher die
Wurzeln des ritual-sakralen Gebrauchs des Beifuß in der
Steinzeit zu suchen. Noch heute spielt der Beifuß in der
chinesischen Heilkunde und in der Moxabehandlung eine große
Rolle. Auf bestimmten Akupunkturpunkten des Körpers wird dabei
ein Kegel aus fein zerriebenen, gepressten Beifußblättern
abgebrannt, und durch die sich entwickelnde Hitze entsteht
eine positive reflektorische Wirkung auf erkrankte Organe und
deren Energiezentren.
Manche Urgeschichtler gehen
davon aus, dass der Steinzeitmensch mit Hilfe des Moxabrennens
vor allem seine durch das kühlere Klima und die feuchten
Wohnhöhlen verursachten rheumatischen Beschwerden linderte.
Das Abbrennen von Beifuß-Kräuterkugeln auf der Haut war
offenbar da nötig, wo sanftere Methoden wie Schwitzhütte,
Kräutertees und Zauber-Rituale keine Wirkung zeigten.
Wie in Asien – zum Beispiel
in Indien gegen Schlangen, bösen Kräften und Tigern – wurde
auch in Europa der Beifuß als Schutz gegen Dämonen verwendet.
Die Römer hängten Beifußkränze im Haus auf, um den bösen Blick
abzuwenden. Der Beifuß war der Göttin Artemis geweiht, der
Herrin der wilden Tiere und Helferin der Gebärenden und
kleinen Kindern.
Bei den Germanen galt
der Beifuß als mächtigste Heilpflanze
Die Germanen betrachteten
den Beifuß als die mächtigste aller Pflanzen und nannten ihn
„Mugwurz“, also Machtwurz. Die heidnischen Sachsen nannten den
Beifuß „Wyrta Modor“, Schicksalsmutter, und im Mittelalter
wurde der Beifuß als „Herbarum Mater“, Mutter der Kräuter,
gefeiert. Der mächtige Odin oder Woden sprach die Pflanze mit
diesen Worten an:
„Erinnere Dich, Mugwurz,
was Du verkündetest,
Was Du feierlich
festgesetzt hast.
Una heißt Du, Älteste der
Kräuter,
Macht hast du gegen dreißig
und gegen drei,
Macht gegen das fliegende
Gift,
Macht gegen das Übel, das
über das Land fährt.“
„Una“ ist „Anu“ oder „Ana“,
die Ahnfrau der Götter in vielen indoeuropäischen und
semitischen Mythologien. Bei den Kelten erscheint sie als
Dana, die Mutter eines lichten, edlen Göttergeschlechtes. Die
altitalienische Diana, Dea-Ana = Göttin Anna, ist die
Beschützerin der Jungfräulichkeit. Artemis-Diana ist nicht nur
die Herrin der Wildnis, sondern gleichzeitig die Hüterin des
weiblichen Schoßes.
Beifuß: bei Frauenleiden
eine große Hilfe
Die gynäkologische
Anwendung des Beifuß ist universal und bei Indianern, Indern
und Chinesen belegt. Schon Steinzeit-Frauen nutzten
Beifuß-Sitzbäder, um sich auf eine Geburt vorzubereiten oder
die Menstruation anzuregen. In starker Dosierung wurde das
Kraut benutzt, um sich eines ungewollten Kindes zu entledigen.
Auch die mittelalterlichen Geburtshelferinnen nutzten den
Beifuß, um Geburten einzuleiten und die Nachgeburt zu
erleichtern. Eierstockentzündungen und Unfruchtbarkeit wurden
mit Beifuß-Fußbädern kuriert. Das bittere Kraut kann den
Unterleib entkrampfen und erwärmen. In Nordindien, China und
Tibet wird Beifuß immer noch benutzt, um Weißfluss zu heilen
und die Empfängnis zu fördern.
Ein Aphrodisiakum
Dem Beifuß werden auch
Kräfte als „Liebeszauber“ nachgesagt. Storl: „Er vermittelt
also den Lenden die Kraft des Donnergottes und öffnet den
heiligen weiblichen Schoss.“ In heidnischen Zeiten tanzten die
Menschen um das Sonnenwendfeuer am 21. Juni, und umgürteten
sich mit Beifußzweigen. Liebespaare verbrachten die Nacht
unter freiem Himmel, auf einem Liebeslager aus Beifuß und
duftendem Johanniskraut. Ostdeutsche Mädchen schauten durch
gebrochene Beifußzweige so lange, bis ihr Zukünftiger ihnen
vorm inneren Auge erschien. In Polen sollten heiratslustige
Witwen Beifuß bei sich tragen, damit sich ihre Sehnsucht bald
erfüllen möge.
Hildegard von Bingen
betonte die Hitze des „Biboz“, der getrocknet mit einer
besonders heißen, hell-lilafarbenen Flamme verbrennt.
„Gegensätze ziehen sich an“. Beifuß wurde verbrannt, um bei
langer Trockenheit Regen herbeizuzaubern.
Auch zur Wintersonnenwende
wurde Beifuß verwendet, zum Beispiel zum Würzen der
Weihnachtsgans. Aufgrund der Bitterstoffe und ätherischer Öle
regt das Gewürz die Bildung von Magen- und Gallensaft an und
erleichtert die Verdauung fetter Speisen.
Durch Beifuß ein guter
Wanderer
„Beifuß“ heißt auch:
Kraft-Pflanze der Wanderer, die sie bei langen Fußmärschen
„bei Fuß“ tragen sollten. Dass diese Pflanze den Wanderern
Kraft gibt, glaubte man schon in der Antike. Der Beifuß wurde
also auch dem Merkur zugeordnet, dem Gott mit den geflügelten
Schuhen. Der Römer Plinius schreibt: „Der Saft der Pflanze,
auf den Körper gerieben, gibt viel Kraft, in die Schuhe gelegt
oder an das Bein gebunden, schützt sie den Wanderer vor
Müdigkeit.“
Magen- und Gallemittel
Man sammelt die oberen
Triebspitzen der blühenden Pflanze und trocknet sie, zum
Beispiel im Backofen bei niedrigster Stufe. Beifuß-Tee gibt es
natürlich auch in jeder Apotheke. Das getrocknete Kraut
enthält ätherische Öle sowie Bitter- und Gerbstoffe, die als
Stärkungsmittel für den Magen und die Galle gelten.
Schlafstörungen:
versuchen Sie es mit Beifuß!
Außerdem gilt der Beifuß
seit alters her als Wurmmittel. Der Beifuß ist reich an einem
an Cineol reichem ätherischen Öl, das Darmparasiten wie
Pfriemenschwanzwürmern den Garaus macht. Überhaupt wurde der
Beifuß früher höher geschätzt als heute. In Pommern badete man
schwer Erkrankte sieben Abende hintereinander in einem Absud
aus dieser Heilpflanze. Heute wird der Beifuß als Tee bei
Blähungen und Darmkrämpfen empfohlen (nicht für Schwangere
geeignet!), und zur Förderung einer normalen Monatsblutung,
als Wurzelabkochung bei epilepsieartigen Krämpfen und,
getrocknet ins Kopfkissen gepackt, bei Schlafstörungen. Der
Duft beruhigt das Zentralnervensystem. Früher verwendete man
Beifuß viel als Nervenmittel, vor allem bei Epilepsie und
Veitstanz. Ein mit Beifuß gefüllter Beutel im Kleiderschrank
vertreibt Motten. Vielleicht steht eine Renaissance des Beifuß
bevor. Meine Kinder und ich essen Beifuß gern bei Wanderungen,
und die Konsistenz wird mit der Zeit kaugummiartig bei mildem
und frischem Geschmack.
Hier noch ein
altüberliefertes russisches Göttergetränk: Zwei Beifußzweige
in kochendes Wasser tauchen, abkühlen lassen, 2 Esslöffel
Honig und eine Handvoll Heidelbeeren dazugeben und umrühren.
Weitere Beifuß-Rezepte:
Als Gewürz:
Man verwendet die Wurzeln roh kleingeschnitten in
Mischsalaten, wie auch die Blätter roh oder getrocknet als
Gewürz für Salat und Kartoffelspeisen. Die Wurzel schmeckt
gekocht wie Spargel. Hilfreich bei Magenkatarrh,
Nervenschmerzen, allgemeiner Schwäche, Appetitlosigkeit,
Blähungen, Leberleiden, Periodenstörung, Eingeweidewürmern und
Verdauungsproblemen.
Tee:
Man stellt aus einem
viertel Liter Wasser und einem Teelöffel getrockneten
Beifuß-Blättern einen Aufguss her, der 10 Minuten ziehen muss,
und von dem man täglich zwei bis drei mal eine Tasse trinkt.
Dieser Tee hilft bei Menstruations- und Wechseljahrsproblemen,
das ätherische Öl wirkt bei Erkältungen und Husten
schleimlösend und desinfiziert den Verdauungstrakt. Gleiche
Indikationsbreite wie die frische Pflanze.
Wurzeltee:
Man gräbt die
Beifuß-Wurzeln im Spätherbst aus. Sie werden nicht gewaschen,
sondern nur abgebürstet und im Schatten gut getrocknet (wenn
es zu feucht ist, kann man sie auch im Backofen bei kleinster
Stufe trocknen). Man bewahrt die Wurzeln gut verschlossen auf
und stößt sie bei Bedarf zu einem Pulver oder pulverisiert sie
in einer Kaffeemühle. Bei Bedarf eine Messerspitze pro Tasse
kurz kochen. Hilft bei Unterleibsproblemen, Würmern und
Verdauungsstörungen.
Beifuß-Fußbad:
Man setzt zwei Handvoll getrocknetes oder frisches Beifußkraut
in einem Eimer Wasser kalt an. Dann fünf Minuten in
zugedecktem Topf köcheln lassen und abseihen. Hilft als Fußbad
bei Unterleibsstörungen, bei Verkrampfungen und geschwollenen
Füßen.
Beifuß-Einreibeöl:
Man wäscht
die ganze Pflanze und schneidet sie klein und lässt sie
trocknen. Dann füllt man sie in ein verschließbares Glas und
füllt das Kraut bis zum Rand mit Oliven- oder Sonnenblumenöl
(kaltgepresst) auf. Das Glas wird drei Wochen lang in die
Sonne gestellt, ehe man es zum Massieren strapazierter Beine
oder verspannter Muskeln verwendet. Man kann auch von
Muskelkater befallene Glieder mit dem zerknüllten frischen
Kraut einreiben.
Quellen: Wolf-Dieter Storl,
„Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und
Gartentor. Eine Entdeckungsreise zum geheimen Wesen der
Pflanzen“ (AT-Verlag); derselbe: „Von Heilkräutern und
Pflanzengottheiten“ (Aurum Verlag); Gertraud Albl und Erwin
Aichinger, „Wildpflanzen im Trend natürlicher Ernährung“,
Eigenverlag Erwin Aichinger, Tel. und Fax 0043-427282780
(hervorragend!), ; Franz Konz, „Der große Gesundheits-Konz“
(Bund für Gesundheit).
Grünzeug? Grünzeug!
Warum es ohne
grünes Gemüse nicht geht!
(Ein Artikel
von David Wolfe, Autor von „Die Sonnen-Diät“, Goldmann-TB)
Was sieht man im Zentrum des
Regenbogens? Welche Farbe fehlt in den Städten? Welche Farbe
hat das Herzchakra? Grün. Woran sterben die meisten Menschen?
An Herzkrankheiten. Grüne Lebensmittel sind äußerst wichtig
für unser gesamtes Wohlbefinden. Sie helfen uns, zentriert zu
bleiben. Ihr hoher Gehalt an alkalischen Mineralstoffen lässt
uns auch in Stresssituationen Ruhe bewahren.
Wenn wir in der Natur leben und
100% Wildpflanzen essen würden, wie unsere Vorfahren vor nur
wenigen Tausend Jahren, vor Beginn der Landwirtschaft, würden
wir herausfinden, dass grüne Blätter einen großen Teil unserer
Ernährung ausmachen würden. Warum? Weil es das ist, was da
draußen am meisten wächst! Besuche irgendeinen Wald, einen
Bauernhof, einen Park, oder einen Obstgarten, und Du wirst
sehen, dass das vorherrschende Nahrungsmittel dort grüne
Wildpflanzen sind.
Alle obstessenden Primaten essen
auch grünblättriges Gemüse. Orang-Utans, Schimpansen und
Gorillas essen auch Gras, Kräuter, Blätter und Zweige. Sie
fressen alle ihre Lebensmittel in deren Wildform. Menschen
sind die schwächsten Primaten, Pfund für Pfund, weil Menschen
gekochte und landwirtschaftlich angebaute Nahrungsmittel
essen. Stell Dir vor, was mit einer Gruppe von Gorillas
geschehen würde, die man einige Generationen lang mit Donuts
und Kaffee füttert!
Wenn wir wilde, rohe
Lebensmittel essen würden, würden wir erleben, dass wir so
stark wie die Tiere der Wildnis werden.
Im Dezember 1930 berichtete die
Presse darüber, dass ein kleines Kind von einem Pavianaffen
geraubt worden war. 13 Jahre lang wuchs der Junge bei den
Affen auf. Als er 14 war, wurde er von einem Jäger gefangen
und zu seiner Mutter zurückgebracht. Es wurde berichtet, dass
er „äußerst kräftig und stark“ war, und in der Lage, den
ganzen Tag lang mit einem 14-Pfund-schweren Hammer zu
arbeiten, ohne auch nur das kleinste Zeichen von Ermüdung zu
zeigen. Seine Mutter schaffte es nicht, ihn zu gekochtem Essen
zu überreden.
Im März 1935 wurde ein junges
Mädchen in den Karpaten gefunden. Sie wurde in einer
abgelegenen Gegend gefangen, wo wilde Eber, Wölfe und Bären
lebten. Als sie gefangen genommen wurde, lieferte sie sich
einen harten Kampf mit etlichen Waldarbeitern, und entwickelte
dabei “übermenschliche Kräfte“. Sie weigerte sich, irgendetwas
anderes als Blumen, Wildpflanzen und Gras zu essen. Das sind
aufregende Geschichten, welche die sagenhafte Kraft der
Wildpflanzen und eines Lebens in der Wildnis bezeugen.
Wir fangen an, wildwachsende
grüne Pflanzen in unsere Ernährung mit einzubeziehen, indem
wir uns zuerst über sie schlau machen. Ich persönlich lese
sehr gern im Buch „Wild Edible Plants: A North American Field
Guide“, das wir, Nature´s First Law, jetzt in Naturkostläden
verkaufen und an alle, die sich für Wildpflanzen
interessieren, verschicken (auch über amazon.de im Internet zu
bestellen, die Übersetzerin). Ich finde, dieses Buch ist
äußerst wertvoll, weil es mit Farbfotos ausgestattet ist,
welche eine Identifizierung leicht machen.
Wenn Du einmal wilde essbare
Pflanzen identifizieren kannst, führe sie langsam, aber sicher
in Deine Ernährung ein. Füge sie Deinem Salat bei, tu sie mit
in Smoothies hinein, oder iss sie für sich allein.
Ich persönlich mag gern
Löwenzahn (ein wahres Super-Nahrungsmittel!), Malven,
Gänseblümchen, Senf, Brunnenkresse, Brennnesseln, wilden
Sellerie und Winterkresse. Die stärkende Kraft dieser
Lebensmittel wird vollkommen klar, wenn man sie einige Monate
lang in seine Ernährung mit eingeschlossen hat.
Du kannst wilden grünen
Lebensmitteln erlauben, wild in Deinem Garten zu wachsen, oder
Du kannst sie woanders sammeln. Vermeide es, Wildpflanzen nahe
von Wasserläufen in großen Städten zu pflücken, weil sie mit
Schadstoffen belastet sein können.
Wilde grüne Lebensmittel
scheinen einen großen Teil der Antwort darzustellen.
Wildpflanzen nehmen immer jedes Mineral und Spurenelement auf,
was zur Verfügung steht, und helfen uns damit,
Mineralstoffdefiziten vorzubeugen. Wilde grüne Lebensmittel
helfen uns definitiv, uns wieder mit der Erde zu integrieren,
indem sie Deinem Körper genau zeigen, wo Du Dich gerade auf
dem Planeten befindest. Außerdem macht das Essen von
Wildpflanzen Spaß!
(David Wolf ist Autor von „Die Sonnen-Diät”, Goldmann-TB,
14,90 Euro, in dem Sie auch ein Kapitel über die Heilkraft der
Wildkräuter finden.)
|