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Wilde Kräuter stärken
das Immunsystem

wildkraeuter 04.JPG (13439 Byte)Löwenzahn, Gänseblümchen, Bärenklau: Barbara Simonsohn empfiehlt Wildkräuter für die gesunde Vollwertküche

Unsere Kulturpflanzen sind oft überzüchtet, sie werden naturwidrig in Monokulturen angebaut und mit Kunstdünger und hochgiftigen Pflanzenschutzmitteln „traktiert", so dass sie ohne die Hilfe der Chemie gar nicht lebensfähig wären. Wie können wir von geschwächten, kranken Pflanzen strahlende Gesundheit erwarten?

Wildkräuter, die sich in der Natur selbst durchgekämpft und ihren idealen Standort eigenständig ausgesucht haben, enthalten ein Vielfaches an Vitalstoffen im Vergleich zu den Kulturpflanzen. Franz Konz hat in seinem Jahrhundertwerk Der große Gesundheits-Konz die Vitamin- und Mineralstoffgehalte der Urpflanzen mit denen der Kulturpflanzen verglichen. Brennessel enthält zum Beispiel das Dreißigfache an Vitamin C im Vergleich zum Kopfsalat, das Zwanzigfache an Provitamin A, das Vierzehnfache an Kalzium, das Fünfundzwanzigfache an Magnesium und das Fünfzigfache an Eisen.

Erich Heiß, Wildkräuterexperte und Buchautor, sieht im Mangel an Mineralstoffen und Spurenelementen in der Nahrung die Hauptursache für den schlechten Gesundheitszustand aller hochzivilisierten Völker. Das ausgewogene Mengenverhältnis und das Verhältnis der einzelnen Inhaltsstoffe zueinander und ihre Vitalstoffdichte, wie es die Wildpflanzen als frühere Nahrungsquelle des Menschen hatten, ist bei der Zucht und „Veredelung" der Kulturpflanzen verloren gegangen. Kein Wunder, dass Wildgemüse und Wildfrüchte als unsere Urnahrung die Gesundheit stärken oder wiederherstellen und unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten erhöhen können.

Wer Wildgemüse sammeln möchte, sollte etwas Ahnung davon haben, welche Kräuter gut schmecken und bekömmlich sind. Es gibt nur wenige Giftpflanzen, die man auch am schlechten Geschmack erkennt und automatisch ausspuckt, selbst, wenn man sie versehentlich mal in den Mund genommen hat. Natürlich sollte man nur an hunde- und autofreien Stellen sammeln. Ich lasse Wildkräuter wie Gundelrebe, Taubnessel, Gänseblümchen und Wiesenschaumkraut in meinem Hausgarten stehen, und wenn ich mehr Energie brauche, gehe ich hinaus und pflücke mir welche. Beim Joggen sammele ich Hagebutten, Brennesseltriebe (zwischen den Fingern reiben, sonst pieksen sie!) oder Taubnesseln.

Löwenzahn, Brennessel und Gänseblümchen kennt jeder. Lecker sind daneben auch Vogelmiere, Wegwarte, Melde, Malve, Hirtentäschel, Bärenklau und Brunnenkresse. Schmackhaft sind auch die Blüten, zum Beispiel von der Taubnessel, Schafgarbe oder vom wilden Stiefmütterchen. Junge Lindenblätter sind eine wahre Delikatesse, das gleiche gilt für Huflattich- und Gänseblümchenblüten. Wir können Wildkräuter auch entsaften, zum Beispiel im „Champion Juicer", oder sie für den Winter trocknen, zum Beispiel in einem „Stöckli-Trocknungs-Gerät".

Am besten ist es, man steckt sich die Kräuter gleich beim Sammeln in den Mund und isst sie vor Ort. Dann enthalten sie die meiste Lebenskraft. Wer Wildkräuter in der Küche verwenden will, sollte sie nicht mitkochen. Denn sonst verlieren sie den größten Teil ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wie Enzyme und Vitamine. Man kann Wildkräuter kleingeschnitten in Quark einrühren, den man mit Kräutersalz würzt. Lecker schmecken sie als Salat mit Avocado, Olivenöl, Tamari (Sojasauce) und eventuell einer zerdrückten Knoblauchzehe. Der Salat kann auch nur aus Löwenzahn zubereitet werden, mit einigen Huflattichblüten und Gänseblümchen als Garnitur. Ebenso lassen sich Wildkräuter unter Kartoffelpüree oder Reis mischen, dadurch wertet man diese Gerichte geschmacklich und gesundheitlich auf. Ein ganz besonderer Genuss sind tropische Früchte wie Durian, Ananas, Mango, Banane oder Papaya zusammen mit kleingeschnittenen Wildkräutern und vielleicht einer zerdrückten Avocado als Salat oder Beigabe. Die Geschmackskombination süß-leicht bitter ist sehr reizvoll für den Gaumen. Die Bitterstoffe in den Wildkräutern stärken Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm.

Jeden Tag sollten Wildkräuter auf unserem Speiseplan stehen. Ein toller Nebeneffekt vom Wildkräuter-Sammeln: Wir kommen raus in die Natur, bewegen uns und tanken Sonnenlicht und Sauerstoff, unsere Lebenselixiere. 

 

Der Beifuß – eine machtvolle Zauber- und Heilpflanze seit uralten Zeiten

Der Beifuß, botanisch Artemisia – Volksnamen Besenkraut, Jungfernkraut, Schoßwurz, Sonnenwendgürtel, Roter Bock, Bockkraut, Himmelskehrkraut, Männerkrieg oder Gänsekraut – wächst als zähe Pionierpflanze auf Schutthalten, am Straßenrand und auf Ödland sowie an Hecken und Zäunen. Er gehört zu den Pflanzen, die nach dem Rückzug der Gletscher vor rund 10 000 Jahren die Tundren von Europa und Asien besiedelten. Die Blütezeit der bis zu 1,80 Meter hohen Pflanze liegt zwischen Juli und September. Der Beifuß-Stängel ist bräunlich oder rötlich. An ihm sitzen lanzettförmige Blätter, die auf der Unterseite graufilzig behaart sind. Die Blütenrispen wachsen aus den Blattachseln im oberen Teil des Stängels und sind unscheinbar gelblich oder rötlich.

Der Beifuß, von den Indianern Nordamerikas als Ritual- und Heilpflanze verehrt

Die Großwildjäger der jüngeren Altsteinzeit betrachteten den graugrünen Beifuß als aromatisches Heil- und Zauberkraut. Und auch die Indianer Nordamerikas verehren den Steppen-Beifuß (Artemisia ludoviciana) nicht nur wegen seiner Heilkräfte, sondern auch, weil er den Zugang zum Heiligen – dem Wakan – öffne. Wer also eine Vision sucht oder seinem tierischen Schutzgeist begegnen möchte, tut gut daran, sich mit Beifuß einzureiben. Die Indianer glauben auch, dass ein Bad in einem mit Beifuß angereicherten Bad bösen Zauber entkräfte und „schlechte Medizin“ unwirksam mache.

Der Sioux-Häuptling Schwarzer Hirsch erzählt folgenden Brauch: „Bei jedem Sonnentanz tragen wir Kränze aus Beifuß mit Adlerfedern auf unseren Köpfen, denn dies ist ein Zeichen dafür, dass unsere Gedanken und Herzen dem großen Geist und seinen Mächten nahe sind, weil der Kranz die Dinge des Himmels, die Sterne und Planeten, darstellt, die geheimnisvoll und heilig sind.“ (zitiert nach Storl, s.u.) Sowohl himmlische, als auch die Kräfte der Mutter Erde sind im Beifuß vereint. Die Lakota stopfen als Symbol dafür einen Bisonschädel mit Beifuß-Kraut aus. Die Cheyenne legen getrocknete Beifußblätter in die Feuersglut, um Böse Geister und das Nachwirken eines Albtraums zu vertreiben. Die Körperbemalung der Cheyenne darf nur mit Beifuß entfernt werden. Wo früher Pfeil und Bogen mit der Pflanze rituell abgerieben wurde, wischen jetzt Jäger ihre Flinten damit ab.

Noch heute bei der Moxabehandlung verwendet

In der Alten Welt, vom Atlantik bis nach Japan, wird Beifuß ganz ähnlich verwendet. Mit ihm wird geheilt, gereinigt, der Donnergott verehrt und der Mut der Krieger geweckt. Wahrscheinlich sind daher die Wurzeln des ritual-sakralen Gebrauchs des Beifuß in der Steinzeit zu suchen. Noch heute spielt der Beifuß in der chinesischen Heilkunde und in der Moxabehandlung eine große Rolle. Auf bestimmten Akupunkturpunkten des Körpers wird dabei ein Kegel aus fein zerriebenen, gepressten Beifußblättern abgebrannt, und durch die sich entwickelnde Hitze entsteht eine positive reflektorische Wirkung auf erkrankte Organe und deren Energiezentren.

Manche Urgeschichtler gehen davon aus, dass der Steinzeitmensch mit Hilfe des Moxabrennens vor allem seine durch das kühlere Klima und die feuchten Wohnhöhlen verursachten rheumatischen Beschwerden linderte. Das Abbrennen von Beifuß-Kräuterkugeln auf der Haut war offenbar da nötig, wo sanftere Methoden wie Schwitzhütte, Kräutertees und Zauber-Rituale keine Wirkung zeigten.

Wie in Asien – zum Beispiel in Indien gegen Schlangen, bösen Kräften und Tigern – wurde auch in Europa der Beifuß als Schutz gegen Dämonen verwendet. Die Römer hängten Beifußkränze im Haus auf, um den bösen Blick abzuwenden. Der Beifuß war der Göttin Artemis geweiht, der Herrin der wilden Tiere und Helferin der Gebärenden und kleinen Kindern.

Bei den Germanen galt der Beifuß als mächtigste Heilpflanze

Die Germanen betrachteten den Beifuß als die mächtigste aller Pflanzen und nannten ihn „Mugwurz“, also Machtwurz. Die heidnischen Sachsen nannten den Beifuß „Wyrta Modor“, Schicksalsmutter, und im Mittelalter wurde der Beifuß als „Herbarum Mater“, Mutter der Kräuter, gefeiert. Der mächtige Odin oder Woden sprach die Pflanze mit diesen Worten an:

„Erinnere Dich, Mugwurz, was Du verkündetest,

Was Du feierlich festgesetzt hast.

Una heißt Du, Älteste der Kräuter,

Macht hast du gegen dreißig und gegen drei,

Macht gegen das fliegende Gift,

Macht gegen das Übel, das über das Land fährt.“

„Una“ ist „Anu“ oder „Ana“, die Ahnfrau der Götter in vielen indoeuropäischen und semitischen Mythologien. Bei den Kelten erscheint sie als Dana, die Mutter eines lichten, edlen Göttergeschlechtes. Die altitalienische Diana, Dea-Ana = Göttin Anna, ist die Beschützerin der Jungfräulichkeit. Artemis-Diana ist nicht nur die Herrin der Wildnis, sondern gleichzeitig die Hüterin des weiblichen Schoßes.

Beifuß: bei Frauenleiden eine große Hilfe

Die gynäkologische Anwendung des Beifuß ist universal und bei Indianern, Indern und Chinesen belegt. Schon Steinzeit-Frauen nutzten Beifuß-Sitzbäder, um sich auf eine Geburt vorzubereiten oder die Menstruation anzuregen. In starker Dosierung wurde das Kraut benutzt, um sich eines ungewollten Kindes zu entledigen. Auch die mittelalterlichen Geburtshelferinnen nutzten den Beifuß, um Geburten einzuleiten und die Nachgeburt zu erleichtern. Eierstockentzündungen und Unfruchtbarkeit wurden mit Beifuß-Fußbädern kuriert. Das bittere Kraut kann den Unterleib entkrampfen und erwärmen. In Nordindien, China und Tibet wird Beifuß immer noch benutzt, um Weißfluss zu heilen und die Empfängnis zu fördern.

Ein Aphrodisiakum

Dem Beifuß werden auch Kräfte als „Liebeszauber“ nachgesagt. Storl: „Er vermittelt also den Lenden die Kraft des Donnergottes und öffnet den heiligen weiblichen Schoss.“ In heidnischen Zeiten tanzten die Menschen um das Sonnenwendfeuer am 21. Juni, und umgürteten sich mit Beifußzweigen. Liebespaare verbrachten die Nacht unter freiem Himmel, auf einem Liebeslager aus Beifuß und duftendem Johanniskraut. Ostdeutsche Mädchen schauten durch gebrochene Beifußzweige so lange, bis ihr Zukünftiger ihnen vorm inneren Auge erschien. In Polen sollten heiratslustige Witwen Beifuß bei sich tragen, damit sich ihre Sehnsucht bald erfüllen möge. 

Hildegard von Bingen betonte die Hitze des „Biboz“, der getrocknet mit einer besonders heißen, hell-lilafarbenen Flamme verbrennt. „Gegensätze ziehen sich an“. Beifuß wurde verbrannt, um bei langer Trockenheit Regen herbeizuzaubern.

Auch zur Wintersonnenwende wurde Beifuß verwendet, zum Beispiel zum Würzen der Weihnachtsgans. Aufgrund der Bitterstoffe und ätherischer Öle regt das Gewürz die Bildung von Magen- und Gallensaft an und erleichtert die Verdauung fetter Speisen.

Durch Beifuß ein guter Wanderer

„Beifuß“ heißt auch: Kraft-Pflanze der Wanderer, die sie bei langen Fußmärschen „bei Fuß“ tragen sollten. Dass diese Pflanze den Wanderern Kraft gibt, glaubte man schon in der Antike. Der Beifuß wurde also auch dem Merkur zugeordnet, dem Gott mit den geflügelten Schuhen. Der Römer Plinius schreibt: „Der Saft der Pflanze, auf den Körper gerieben, gibt viel Kraft, in die Schuhe gelegt oder an das Bein gebunden, schützt sie den Wanderer vor Müdigkeit.“

Magen- und Gallemittel

Man sammelt die oberen Triebspitzen der blühenden Pflanze und trocknet sie, zum Beispiel im Backofen bei niedrigster Stufe. Beifuß-Tee gibt es natürlich auch in jeder Apotheke. Das getrocknete Kraut enthält ätherische Öle sowie Bitter- und Gerbstoffe, die als Stärkungsmittel für den Magen und die Galle gelten.

Schlafstörungen: versuchen Sie es mit Beifuß!

Außerdem gilt der Beifuß seit alters her als Wurmmittel. Der Beifuß ist reich an einem an Cineol reichem ätherischen Öl, das Darmparasiten wie Pfriemenschwanzwürmern den Garaus macht. Überhaupt wurde der Beifuß früher höher geschätzt als heute. In Pommern badete man schwer Erkrankte sieben Abende hintereinander in einem Absud aus dieser Heilpflanze. Heute wird der Beifuß als Tee bei Blähungen und Darmkrämpfen empfohlen (nicht für Schwangere geeignet!), und zur Förderung einer normalen Monatsblutung, als Wurzelabkochung bei epilepsieartigen Krämpfen und, getrocknet ins Kopfkissen gepackt, bei Schlafstörungen. Der Duft beruhigt das Zentralnervensystem. Früher verwendete man Beifuß viel als Nervenmittel, vor allem bei Epilepsie und Veitstanz. Ein mit Beifuß gefüllter Beutel im Kleiderschrank vertreibt Motten. Vielleicht steht eine Renaissance des Beifuß bevor. Meine Kinder und ich essen Beifuß gern bei Wanderungen, und die Konsistenz wird mit der Zeit kaugummiartig bei mildem und frischem Geschmack.

Hier noch ein altüberliefertes russisches Göttergetränk: Zwei Beifußzweige in kochendes Wasser tauchen, abkühlen lassen, 2 Esslöffel Honig und eine Handvoll Heidelbeeren dazugeben und umrühren.

Weitere Beifuß-Rezepte:

Als Gewürz: Man verwendet die Wurzeln roh kleingeschnitten in Mischsalaten, wie auch die Blätter roh oder getrocknet als Gewürz für Salat und Kartoffelspeisen. Die Wurzel schmeckt gekocht wie Spargel. Hilfreich bei Magenkatarrh, Nervenschmerzen, allgemeiner Schwäche, Appetitlosigkeit, Blähungen, Leberleiden, Periodenstörung, Eingeweidewürmern und Verdauungsproblemen.

Tee: Man stellt aus einem viertel Liter Wasser und einem Teelöffel getrockneten Beifuß-Blättern einen Aufguss her, der 10 Minuten ziehen muss, und von dem man täglich zwei bis drei mal eine Tasse trinkt. Dieser Tee hilft bei Menstruations- und Wechseljahrsproblemen, das ätherische Öl wirkt bei Erkältungen und Husten schleimlösend und desinfiziert den Verdauungstrakt. Gleiche Indikationsbreite wie die frische Pflanze.

Wurzeltee: Man gräbt die Beifuß-Wurzeln im Spätherbst aus. Sie werden nicht gewaschen, sondern nur abgebürstet und im Schatten gut getrocknet (wenn es zu feucht ist, kann man sie auch im Backofen bei kleinster Stufe trocknen). Man bewahrt die Wurzeln gut verschlossen auf und stößt sie bei Bedarf zu einem Pulver oder pulverisiert sie in einer Kaffeemühle. Bei Bedarf eine Messerspitze pro Tasse kurz kochen. Hilft bei Unterleibsproblemen, Würmern und Verdauungsstörungen.

Beifuß-Fußbad: Man setzt zwei Handvoll getrocknetes oder frisches Beifußkraut in einem Eimer Wasser kalt an. Dann fünf Minuten in zugedecktem Topf köcheln lassen und abseihen. Hilft als Fußbad bei Unterleibsstörungen, bei Verkrampfungen und geschwollenen Füßen.

Beifuß-Einreibeöl: Man wäscht die ganze Pflanze und schneidet sie klein und lässt sie trocknen. Dann füllt man sie in ein verschließbares Glas und füllt das Kraut bis zum Rand mit Oliven- oder Sonnenblumenöl (kaltgepresst) auf. Das Glas wird drei Wochen lang in die Sonne gestellt, ehe man es zum Massieren strapazierter Beine oder verspannter Muskeln verwendet. Man kann auch von Muskelkater befallene Glieder mit dem zerknüllten frischen Kraut einreiben.    

Quellen: Wolf-Dieter Storl, „Heilkräuter und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor. Eine Entdeckungsreise zum geheimen Wesen der Pflanzen“ (AT-Verlag); derselbe: „Von Heilkräutern und Pflanzengottheiten“ (Aurum Verlag); Gertraud Albl und Erwin Aichinger, „Wildpflanzen im Trend natürlicher Ernährung“, Eigenverlag Erwin Aichinger, Tel. und Fax 0043-427282780 (hervorragend!), ; Franz Konz, „Der große Gesundheits-Konz“ (Bund für Gesundheit).

 

Grünzeug? Grünzeug!

 

Warum es ohne grünes Gemüse nicht geht!

(Ein Artikel von David Wolfe, Autor von „Die Sonnen-Diät“, Goldmann-TB)

Was sieht man im Zentrum des Regenbogens? Welche Farbe fehlt in den Städten? Welche Farbe hat das Herzchakra? Grün. Woran sterben die meisten Menschen? An Herzkrankheiten. Grüne Lebensmittel sind äußerst wichtig für unser gesamtes Wohlbefinden. Sie helfen uns, zentriert zu bleiben. Ihr hoher Gehalt an alkalischen Mineralstoffen lässt uns auch in Stresssituationen Ruhe bewahren.

Wenn wir in der Natur leben und 100% Wildpflanzen essen würden, wie unsere Vorfahren vor nur wenigen Tausend Jahren, vor Beginn der Landwirtschaft, würden wir herausfinden, dass grüne Blätter einen großen Teil unserer Ernährung ausmachen würden. Warum? Weil es das ist, was da draußen am meisten wächst! Besuche irgendeinen Wald, einen Bauernhof, einen Park, oder einen Obstgarten, und Du wirst sehen, dass das vorherrschende Nahrungsmittel dort grüne Wildpflanzen sind.

Alle obstessenden Primaten essen auch grünblättriges Gemüse. Orang-Utans, Schimpansen und Gorillas essen auch Gras, Kräuter, Blätter und Zweige. Sie fressen alle ihre Lebensmittel in deren Wildform. Menschen sind die schwächsten Primaten, Pfund für Pfund, weil Menschen gekochte und landwirtschaftlich angebaute Nahrungsmittel essen. Stell Dir vor, was mit einer Gruppe von Gorillas geschehen würde, die man einige Generationen lang mit Donuts und Kaffee füttert!

Wenn wir wilde, rohe Lebensmittel essen würden, würden wir erleben, dass wir so stark wie die Tiere der Wildnis werden.

Im Dezember 1930 berichtete die Presse darüber, dass ein kleines Kind von einem Pavianaffen geraubt worden war. 13 Jahre lang wuchs der Junge bei den Affen auf. Als er 14 war, wurde er von einem Jäger gefangen und zu seiner Mutter zurückgebracht. Es wurde berichtet, dass er „äußerst kräftig und stark“ war, und in der Lage, den ganzen Tag lang mit einem 14-Pfund-schweren Hammer zu arbeiten, ohne auch nur das kleinste Zeichen von Ermüdung zu zeigen. Seine Mutter schaffte es nicht, ihn zu gekochtem Essen zu überreden.

Im März 1935 wurde ein junges Mädchen in den Karpaten gefunden. Sie wurde in einer abgelegenen Gegend gefangen, wo wilde Eber, Wölfe und Bären lebten. Als sie gefangen genommen wurde, lieferte sie sich einen harten Kampf mit etlichen Waldarbeitern, und entwickelte dabei “übermenschliche Kräfte“. Sie weigerte sich, irgendetwas anderes als Blumen, Wildpflanzen und Gras zu essen. Das sind aufregende Geschichten, welche die sagenhafte Kraft der Wildpflanzen und eines Lebens in der Wildnis bezeugen.

Wir fangen an, wildwachsende grüne Pflanzen in unsere Ernährung mit einzubeziehen, indem wir uns zuerst über sie schlau machen. Ich persönlich lese sehr gern im Buch „Wild Edible Plants: A North American Field Guide“, das wir, Nature´s First Law, jetzt in Naturkostläden verkaufen und an alle, die sich für Wildpflanzen interessieren, verschicken (auch über amazon.de im Internet zu bestellen, die Übersetzerin). Ich finde, dieses Buch ist äußerst wertvoll, weil es mit Farbfotos ausgestattet ist, welche eine Identifizierung leicht machen.

Wenn Du einmal wilde essbare Pflanzen identifizieren kannst, führe sie langsam, aber sicher in Deine Ernährung ein. Füge sie Deinem Salat bei, tu sie mit in Smoothies hinein, oder iss sie für sich allein.

Ich persönlich mag gern Löwenzahn (ein wahres Super-Nahrungsmittel!), Malven, Gänseblümchen, Senf, Brunnenkresse, Brennnesseln, wilden Sellerie und Winterkresse. Die stärkende Kraft dieser Lebensmittel wird vollkommen klar, wenn man sie einige Monate lang in seine Ernährung mit eingeschlossen hat.

Du kannst wilden grünen Lebensmitteln erlauben, wild in Deinem Garten zu wachsen, oder Du kannst sie woanders sammeln. Vermeide es, Wildpflanzen nahe von Wasserläufen in großen Städten zu pflücken, weil sie mit Schadstoffen belastet sein können.

Wilde grüne Lebensmittel scheinen einen großen Teil der Antwort darzustellen. Wildpflanzen nehmen immer jedes Mineral und Spurenelement auf, was zur Verfügung steht, und helfen uns damit, Mineralstoffdefiziten vorzubeugen. Wilde grüne Lebensmittel helfen uns definitiv, uns wieder mit der Erde zu integrieren, indem sie Deinem Körper genau zeigen, wo Du Dich gerade auf dem Planeten befindest. Außerdem macht das Essen von Wildpflanzen Spaß!

(David Wolf ist Autor von „Die Sonnen-Diät”, Goldmann-TB, 14,90 Euro, in dem Sie auch ein Kapitel über die Heilkraft der Wildkräuter finden.)

 

 

 

 

>Artikel aus Bild der Frau<

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