Fasten und Fastenreise

Fasten – der königlichste aller Heilwege

Dr. Otto Buchinger Senior wagte zu einer Zeit, als Anbieter von Fastenkuren noch als „Gefährder der Volksgesundheit“ gerichtlich verfolgt wurden, für sie einzutreten. Neben Dr. … Riedlin in Freiburg verdanken wir vor allem ihn die Wiederentdeckung der Fastenkur in Deutschland. Dr. Buchinger, dieser großartige und bescheidene Arzt, heilte durch Fasten seine Krankheiten, eine schmerzhafte Polyarthritis oder entzündliches Gelenkrheuma sowie Gallensteine, die ihn arbeitsfähig gemacht hatten. Bis zu seinem Tode mit 87 Jahren war er hernach gesund und voll leistungsfähig.

 

Buchingers Ansatz war ganzheitlich. Durch Fasten gibt man sich dem „inneren Arzt“ hin, der Weisheit des Körpers. Immer heilt Fasten gleichzeitig und ursächlich Körper, Seele und Geist. Durch Fasten wird der Mensch offener für seine innere Entwicklung. Die Seele wird wieder empfänglicher für höhere Regungen. Daher spielt Fasten in allen Religionen eine große Rolle.

 

Otto Buchinger ging mit gutem Beispiel voran und fastete mindestens einmal im Jahr für mindestens zwei Wochen. Er zeigte damit: Fasten ist nicht nur etwas für Kranke und Übergewichtige. Gerade (noch) Gesunde profitieren am meisten davon, indem sie Krankwerden und verfrühte Alterungsprozesse vermeiden und neue Lebensfreude und –Lust gewinnen.

 

Das Thema „Fasten“ ist gerade heute ins Licht der Öffentlichkeit gerückt durch den Nobelpreis für Medizin, der 1916 an den Japaner Yoshinori Ohsumi ging für die Erforschung der „Autophagie“. Bei der Reparatur der Zellen werden unbenutzte Zellbestandteile zerlegt und für die Bildung neuer Zellen genutzt. Dieser Recycling-Prozess wird beim Fasten – sogar schon beim kurzfristigen Intervall-Fasten - extrem angeregt. Das ist wichtig und wertvoll, weil die Fähigkeit zur Autophagie im Alter nachlässt. Folgen sind degenerative Prozesse auch im Gehirn und Krankheiten. Beim Autophagie-Recycel-Prozess bauen die Zellen schädliche Bestandteile wie verklumpte Eiweißbaustoffe ab. Ein solcher Recyclingprozess kann nur verstärkt in Gang kommen, wenn kein Insulin im Körper kursiert, man also nüchtern ist. Sobald man etwas isst, wird Insulin ausgeschüttet, was den wichtigen Reparaturmechanismus des Körpers stört. Zellreinigungs- und Verjüngungsprozesse durch Fasten beugen vielen Krankheiten wie Demenz, Diabetes, Rheuma und Krebs vor uns lassen uns älter werden und dabei jung bleiben.      

 

Nur der Mensch kann fasten. Fasten setzt eine freiwillige Entscheidung für eine zeitweise Nahrungsenthaltung voraus. Unfreiwilliger Nahrungsentzug bei Mensch und Tier bedeutet hungern, nicht fasten. Das Schöne am Fasten: entgegen verbreiteter Vorurteile werden Sie kein eigentliches Hungergefühl erleben.

 

Fasten heißt nicht, das Essen einfach einzustellen. Der Organismus muss von „Aufnahme“ auf „Ausscheidung“ umgestellt werden, von „Ernährung von außen“ auf „Ernährung von innen“. Das geschieht durch eine gründliche Darmreinigung zu Beginn und tägliche Darmentleerung über die gesamte Fastenzeit und die Aufbautage. Der Körper „weiß“ dadurch, dass er von seinen inneren Reserven leben soll.

 

Da wir evolutionär auf Hunger- und Fastenzeiten eingestellt sind, ist diese Art der inneren Ernährung oder Ernährung durch die inneren Reserven problemlos möglich. Fastende erleben oft während der Fastenzeit eine erhebliche Leistungsfähigkeit, ob körperlich, intellektuell oder auf musischem Gebiet.

 

Schwer Kranke, stark Übergewichtige, Insulinpflichtige oder psychisch labile Menschen sollten in einem Fastenheim oder in einer Fastenklinik fasten, damit sie von Fastenärzten und entsprechend geschulten Mitarbeitern bestens betreut werden können. Hier werden mögliche Fastenkrisen optimal aufgefangen.

 

Meine erste Fastenkur war eine „Null-Diät“ – nur Kräutertee und Mineralwasser waren erlaubt – die ich mit 23 Jahren absolvierte. Unter ärztlicher Begleitung der Mayr-Ärztin Dr. Renate Collier fastete ich in einer offenen Badekur – nicht stationär – 28 Tage lang in Westerland auf Sylt. Bis auf kleinere Fastenkrisen zwischen dem 5. und 6. und am 11. Tag fühlte ich mich großartig. Nach dieser Fastenkur waren meine gesundheitlichen Probleme wie Darmträgheit und Antriebsschwäche verschwunden. Dieser Effekt blieb – das Ergebnis war also nachhaltig. Allerdings fastete ich in Eigenregie bis auf meine beiden Schwangerschaften und langen Stillzeiten von 18 Monaten (Tochter) und 2 ½ Jahren (Sohn) jedes Jahr in Eigenregie oder während einer Azidose-Kur in der Gruppe für mindestens zehn Tage bis drei Wochen. Damit habe ich mir rückblickend eine hohe körperliche und geistige Leistungsfähigkeit bewahren können. Ich werde so gut wie nie krank bis auf eine Erkältung alle zwei bis drei Jahre.

 

Fasten ist einfach, wenn man ein paar „Spielregeln“ beherzigt. Allein oder in der Gruppe kann man sich selbst eine Fastenkur verordnen. Wer schon mal „auf eigene Faust“ gefastet hat, kann es sogar neben seiner beruflichen Tätigkeit. Allerdings sollten wichtige berufliche und private Termine auf das notwendige Minimum reduziert werden. Als Fastender erlebt man manchmal Stimmungsschwankungen, und ist nicht immer für lange Gespräche aufgelegt. Stress ist Gift in einer Fastenkur, weil man sensibilisiert ist, für Schönes und nicht so Schönes. Wenn Ihnen dieses Büchlein das Selbstvertrauen schenkt, sich regelmäßig durch Fasten körperlich und seelisch zu verjüngen, hat es sein Ziel erreicht.

Intervall-Fasten – effektiv und für viele die leichteste Art zu fasten

Eine Fastenart aus den USA erfreut sich auch hier zunehmender Beliebtheit. In den Vereinigten Staaten wird über dieses Thema seit mehr als zehn Jahren geforscht. Am Bekanntesten sind die wissenschaftlichen Studien von Dr. Valter Long aus Los Angeles über das Intervall-Fasten. Danach beugt diese zeitweise Nahrungsenthaltung Krankheiten wie Diabetes vor, entgiftet den Körper und hilft beim nachhaltigen Abnehmen. Vielleicht fördert Intervallfasten sogar die Langlebigkeit. Diese Ergebnisse liegen erst bei Tierversuchen vor. Aber der Stoffwechsel von Mensch und Maus ist sehr ähnlich, und insofern sind die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar.  

 

Jeder träumt davon: essen, so viel und was man will, und trotzdem abnehmen. Dies gilt für Intervall-Fasten, aber nicht für unbegrenzte Zeit. Schon „dinner cancelling“, das Auslassen des Abendessens, ist kurzfristiges Fasten, oder Intervall-Fasten. Wer dauerhaft abnehmen will, sollte die Zahl der Mahlzeiten reduzieren und zwischen ihnen längere Pausen machen. Beim Intervall-Fasten wechseln sich Zeiten, in denen man normal isst, ab mit Zeiten, in denen man nichts isst, also fastet. Die Phasen ohne Essen sind deutlich kürzer als beim regulären Fasten, zum Beispiel nur einen Tag lang oder nur einige Stunden. Gut zu schaffen ist die 16/8-Methode, bei der man 16 Stunden lang aufs Essen verzichtet und 8 Stunden lang essen darf. Wer aufs Frühstück verzichtet ODER früh zu Abend isst, schafft die 16 Stunden Nahrungs-Abstinenz einschließlich der Nacht locker. Es gibt auch die 1/1-Methode, bei der man an einem Tag isst, am nächsten nur trinkt. Intervall-Fasten als Fünf-zu-zwei-Diät heißt, dass man an fünf Tagen in der Woche normal, an zwei Tagen nur 500 Kalorien zu sich nimmt, oder an diesen beiden Tagen nur zu trinkt, zum Beispiel Tee, Kaffee, Mineralwasser, Obstsäfte und Gemüsebrühe. Trinken ist wichtig für den Stoffwechsel, um Fette und Glykogen abzubauen, und damit das Gehirn optimal weiterarbeiten kann.

 

Die Idee hinter dem zunehmend beliebten Intervall-Fasten: unser Körper ist dafür geschaffen, auch längere Hungerzeiten gut zu überstehen. Noch vor 150 Jahren war es normal, dass mal eine Ernte ausfiel oder einem das Jagdglück nicht immer hold war. Unser Körper speichert Reserven, wenn wir ständig und viel essen, ohne diese Reserven zu mobilisieren. Das Ergebnis ist Übergewicht, eine Fettleber und Diabetes vom Typ II.

 

Was geschieht jetzt beim Intervall-Fasten? Der Organismus mobilisert seine Reserven. Zuerst verbraucht er überschüssiges Glykogen, das der Körper aus Kohlenhydraten aufbaut und in Muskeln und Leber speichert. Ist das Glykogen verbraucht, kommen die Fettreserven dran. Professor Annette Schürmann, Diabetes-Forscherin am Deutschen Institut für Ernährungsforschung, hat in ihren Studien an Mäusen beobachten können, dass übergewichtige Mäuse fast ausschließlich Kohlenhydrate und keine Fette verbrennen. „Wenn diese Tiere dann nur jeden zweiten Tag Zugang zum Futter haben, wird ihr Stoffwechsel flexibler und schaltet zwischen Fett- und Kohlehydrat-Verbrennung hin und her.“ (in „Dieses Fasten führt nicht zum Jo-Jo-Effekt“, FAZ vom 14.2.2016, S. 19). Dieses Ergebnis ist auf den Menschen übertragbar.

 

Der Körper baut beim Intervall-Fasten auch toxische Stoffwechselprodukte wie Diazylglyzerole und Ceramide ab, so Professor Schürmann. Diese ungesunden Fettarten in Muskeln und Leber werden deutlich reduziert, eine Fettleber kann sich zurückbilden. Eine Fettleber entsteht durch Überernährung, wodurch sich Fett in den Leberzellen einlagert. Die Folge ist eine Insulinresistenz und damit die Entwicklung des erworbenen Diabtetes Typ II. Wenn jeden zweiten Tag, oder zwei Tage in der Woche, gefastet wird, entwickelte sich eine Fettleber zurück, die Blutfettwerte und die Insulinsensitivität verbesserten sich signifikant. Und zwar sehr schnell, noch bevor das Gewicht reduziert wurde.

 

Eine ganz besondere Aktualität hat das Thema „Verjüngung durch Fasten“ durch die Verleihung des Medizin-Nobelpreises im Jahr 2016 an den Japaner Yoshinori Ohsumi erhalten. Er erhielt diese renommierte Auszeichnung für seine Forschungen über die „Autophagie“. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und heißt „sich selbst fressen“. Wie bei einem Frühjahrsputz räumt der Körper ständig auf. Abfall, Verbrauchtes und Ungenutztes, ja sogar Viren und Bakterien, werden zerlegt und recycelt für den Aufbau neuer Zellen. Dieses genetische Programm bewirkt die fortwährende Erneuerung der Zellen. Im Alter verlangsamt sich leider dieser geniale Mechanismus. Das Ergebnis sind verfrühte Alterungsprozesse und Krankheiten jeder Art.

 

In Fastenzeiten findet eine Radikalisierung der Autophagie statt. Das funktionelle „Mobiliar“ der Zellen wird aufs Notwendigste reduziert. Der Organismus „verheizt“ alles übrige Material. Dazu zählen geschädigte Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, welche, wenn sie nicht mehr gut funktionieren, Sauerstoffstressschäden oder oxidativen Stress verursachen können, was Alterungsprozesse fördert. Professor Francesco Madeo, Molekularbiologe: „Wenn Sie so wollen, ist das die molekulare Komponente der Seelenreinigung, dieser reinigende Effekt, den viele Leute beim Fasten verspüren.“ (zitiert nach Ludwig, a.a.O., S. 28) Der geniale Prozess der Autophagie wird nicht nur durch lange Fastenperioden, sondern auch durchs Intervall-Fasten extrem angeregt. Das Ergebnis: Verjüngung, die Entstehung von Krankheiten kann vermieden und bestehende ausgeheilt werden.     

 

Professor Schürmann empfiehlt Kindern, auf jeden Fall ein Frühstück zu sich zu nehmen, weil bei Kindern die Glykogenspeicher – das sind Zuckerreserven – viel schneller leer sind als bei Erwachsenen. Bei Erwachsenen ist das anders. Wer morgens noch keinen Appetit hat, kann davon ausgehen, so Professor Schürmann, dass seine Speicher vermutlich noch nicht leer sind. Dann, so empfiehlt sie, sollte man nicht frühstücken. Ausreichend trinken ist wichtig, um Fette und Glykogen abzubauen und das Gehirn ausreichend mit Energie zu versorgen.

 

Wenn man eine Intervall-Fasten-Woche zum Beispiel mit zwei Fastentagen macht, nimmt man weniger Kalorien zu sich als in einer normalen Woche. Im Tierversuch stellte sich heraus, dass die Mäuse die fehlenden Kalorienmenge nicht aufholen konnten. Menschen, die ihr Gewicht reduzieren müssen, um Diabetes vorzubeugen, rät Professor Schürmann zu Intervall-Fasten als Fünf-zu-zwei-Diät. Noch effektiver ist es, nur jeweils abwechselnd einen Tag zu essen, den anderen Tag ausschließlich zu trinken, zum Beispiel Tee, Kaffee, Mineralwasser, Obstsäfte und Brühe.  Wer nur wenig abnehmen will, für den ist ein Fastentag pro Woche ausreichend oder die 16/8-Methode, wie oben beschrieben. Das Intervall-Fasten, so Professor Schürmann, ist gut geeignet, die letzten Fettdepots, die der Körper normalerweise hartnäckig verteidigt, aufzulösen. Wer Intervall-Fasten über einen längeren Zeitraum macht, vermeidet man den Jo-Jo-Effekt, der bei einer Radikalkur über mehrere Wochen entstehen kann, wenn man danach in alte Essensmuster zurückfällt.

 

Der Vater meiner Tochter macht öfters Intervall-Fasten, indem er einen Tag pro Woche fastet oder die Abendmahlzeit auslässt. Er macht sehr gute Erfahrungen damit. Auch meine Erfahrung spricht dafür: es ist leichter durchzuhalten und in den Alltag zu integrieren. Eine ausreichende Nährstoffversorgung ist gesichert. Professor Schürmann: „Personen, die Intervall-Fasten schon einmal gemacht haben, berichten zudem, dass sie sich dabei fitter fühlen und sich besser konzentrieren können.“           

 

Eine besondere Methode des Intervall-Fastens: die 10in2-Methode

 

Bernhard Ludwig ist ein mit Preisen ausgezeichneter österreichischer Kabarettist und Verhaltenstherapeut. Das 10in2-Programm entwickelte er zur Gesundheitsprophylaxe. Bei dieser Art des alternierenden Fastens isst man an einem Tag normal, am anderen nimmt man nur Flüssiges zu sich. Es handelt sich also um 12 Stunden Essen und danach 36 Stunden Nicht-Essen. Sein Buch „Die Morgen darf ich essen was ich will – Diät“ ist ein Bestseller geworden. Sein Credo: Steinzeitmenschen hatten keine Kühlschränke. In den letzten 1000 Menschheitsgenerationen gab es mindestens 990, die gezwungen waren, nach dem Abwechslungsprinzip zu fasten. „Fasten gehört zu Ihrem biologischen Programm. Und das steckt in Ihren Genen.“ Im Tierversuch führte das intermittierende Fasten zu einer um rund 30 Prozent höheren Lebenserwartung der Tiere und zu einer wesentlich geringeren Rate an altersbedingten Krankheiten. Nicht nur bei Mäusen, auch  bei Affen wurde dies beobachtet. Ludwig propagiert seine Methode für jeden. Das Immunsystem wird gestärkt, Anti-Aging-Effekte kommen zum Zuge, Herz- und Kreislaufbeschwerden wird vorgebeugt, das Risiko für Diabetes II verringert, und Übergewicht nachhaltig abgebaut im Gegensatz zu Diäten, die einen Jo-Jo-Effekt nach sich ziehen.

 

Ludwig predigt Genuss, keinen Verzicht: „Das 10in2-Power-Programm ist viel mehr als eine Diät. Es ist eine klare Entscheidung für einen lebensverlängernden Lebensstil und soll dazu dienen, mit gesteigerter Gesundheit mehr Genuss und Lust im Leben zu erfahren.“ Er betont die Unmengen an mehr Freizeit, in der man jede Menge Spaß haben kann. Das Fasten nach dem Abwechslungsprinzip macht fitter und jünger. Professor Kurt Widhalm, Ernährungsmediziner, testete die Methode. „Nach der 12-wöchigen Studienperiode zeigte sich eine eindeutige Verbesserung im Bereich der Störbarkeit des Essverhaltens, in der Stimmung und im psychischen Wohlbefinden sowie der Wachheit.“ (vgl. ebd., S. 55)     

 

Ludwig hat durch seine Methode gefährliches Bauchfett verloren, seine Blutwerte signifikant verbessert und mehr Lebensfreude entwickelt. Bauchfett oder viszerales Fett lässt die inneren Organe verfetten. Bauchfett gilt heute als Hormonproduzent und erheblicher Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes Typ II. Bauchfett produziert Entzündungsstoffe, die Gefäße und Gelenke schädigen und den Stoffwechsel entgleisen lassen.  Ludwig redet auch einem Bewegungsprogramm das Wort. Besonders bei Ausdauersport wird jede Menge Fett verbrannt. Jedes Pfund Muskeln, dass man aufbaut, verbrennt 50 Kalorien mehr am Tag – im Sitzen! Am Nicht-Esstag empfiehlt Ludwig Sex. Man darf an Fastentagen sogar Champagner trinken, oder Wein, aber in moderater Menge und mit einem Glas Wasser dazu.

 

An Joker-Tagen unterbricht man den Nicht-Ess- und Ess-Rhythmus. Diese sollten nicht die Regel werden, sondern Ausnahmen bleiben. In den ersten drei bis vier Wochen sind Jokertage tabu, weil sich das Gehirn in dieser Zeit auf den neuen Essrhythmus einstellt.  Es gibt immer mehr Ärzte, die das 10in2-Programm empfehlen (www.10in2.at ) Ludwig: „Es geht dabei um Anti-Aging, also um länger leben. Wenn das alle in Europa machen würden, hebeln wir die Rentenversicherung noch schneller aus, als wir es schon tun.“ Für ihn ist seine Methode keine Diät, sondern Lifestyle, Lebensstil, Lebensphilosophie. „Es gibt keinen Grund, damit aufzuhören, praktizieren Sie 10in2 bis an Ihr Lebensende.“        

Fastenberichte

Hier habe ich einige Berichte von Menschen zusammen getragen, die unter meiner Anleitung gefastet haben: in einer Gruppe auf einer Fastenreise, allein, persönlich von mir betreut oder per Ferne  als Fastencoach. Wenn ich in Hamburg Azidosetherapie-Seminare gebe, bilden sich oft Paare vor Ort, die sich gegenseitig massieren, und einige davon fasten dann auch mit meiner Begleitung. Wir treffen uns dann einmal die Woche als Gruppe zum Erfahrungsaustausch und Wiederholung der Azidose-Massagegriffe. Während der gesamten Fastenzeit stehe ich beratend zur Verfügung.  

 

Meine Fastenreisen nach Buchinger mit Tee, frisch gepressten Säften und frisch zubereiteten Gemüsebrühen finden in schöner Umgebung zum Beispiel auf Sylt oder am Ratzeburger See statt und dauern zwischen zehn Tagen und zwei Wochen. Sie beinhalten Azidose-Massagen, Darmreinigung, Fastensäfte und Gemüsebrühen, Meditationen, Sauna, Yoga, Wandern, Wickel, Ausflüge, Phantasiereisen, Schweigestunden, Reiki-Gruppenbehandlungen, Gesundheitsvorträge, Entspannung und Fastenaufbau. Wer möchte, kann am Ende eine kleine Prüfung ablegen und erhält dann ein Zertifikat „Azidose-Massage-Therapeut Stufe I“ oder „Fasten-Berater Stufe I“.  Man „darf“ zwei Mal im Jahr für eine längere Zeit fasten. Intervall-Fasten mit einem oder mehreren Fastentagen in der Woche ist eine Lebensweise, die ohne Unterbrechung ein Leben lang praktiziert werden kann.   

 

Susanne Detzel, 38 Jahre, aus München fastete das erste Mal in ihrem Leben – allein. Sie hatte bereits ein Azidose-Therapie-Seminar bei mir besucht. „Durch diese Inspiration, mittels einer speziellen Massage-Technik das Gewebe des Körpers zu entsäuern, war ich angespornt, von „Innen“ heraus etwas nachzuhelfen, besonders auch, um den Darm von überflüssigen Schlacken zu reinigen.“ Ich hatte Susanne einige Fastenbücher geschickt und sie während der Fastenzeit schriftlich und telefonisch beraten und gecoacht. Sie schreibt weiter: „Für die ersten drei Fastentage plante ich mir absolute Ruhe ein. Das sah so aus, dass ich mich zurückzog wie ein Eremit. Wie sich herausstellte, war das auch notwendig und sinnvoll, da der Körper die Zeit für die Umstellung von Aufnahme auf Abgeben benötigt. Während der gesamten Fastenzeit meditierte ich sehr viel, machte jeden Tag Reiki, ging zum Joggen, machte morgens vor dem Aufstehen eine Azidose-Massage und legte mir jede Nacht einen Rumpfwickel um. Kurzum: ich war einfach „nur“ für mich selbst da und lauschte tief in mich hinein.

 

In den zwölf Tagen hatte ich kein einziges Mal ein Hungergefühl. Ich war verblüfft, als ich ungefähr ab dem vierten Tag feststellte, dass ich genauso leistungsfähig bin wie normalerweise mit fester Nahrung. An drei Tagen pro Woche widmetet ich mich meiner Arbeit mit meinen Schülern (Flüchtlinge, die Deutsch lernen, d. Verf.). Dies hat mich jedoch in der Fastenzeit sehr angestrengt, da ich viel sprechen musste. Ich fühlte alles, was in der Luft lag, intensiver und war sehr sensibel.“ Wenn wir während der Fastenzeit arbeiten, sollten wir den Stress minimieren, soweit möglich, und uns auch für abends nichts vornehmen. Wir sind nicht nur sensibler, sondern vielleicht auch – gerade in den ersten Tagen – introvertierter als sonst.

„Täglich fotografierte ich mich selbst und am zehnten Fastentag zeigte sich, dass meine Gesichtszüge wesentlich feiner aussahen also vorher. Die Fastenzeit insgesamt ist sehr leicht gewesen, jedoch waren die Aufbautage eine kleine Herausforderung für mich. Am allermeisten hat mir dabei ein Satz von Barbara aus ihrem Azidosebuch geholfen: „Sei gut zu Dir.“ Ich stellte fest, ob man die Pfunde, die man beim Fasten verloren hat, dauerhaft verliert, hängt im Wesentlichen davon ab, wie behutsam man in den Aufbautagen unmittelbar nach der Fastenzeit mit sich umgeht. Das Entscheidende ist, seine Mahlzeiten sehr gut zu kauen und auf seine Körpersignale zu hören, wann man wirklich satt ist.

 

Am ersten Aufbautag bin ich nach dem Kauen von drei Bissen gedünstetem Apfel bereits satt gewesen. Der Körper ist nun gereinigt und geht mit Nahrungsaufnahme ganz anders um. Nach der Fastenzeit habe ich mich sehr geerdet gefühlt und leicht, nicht nur, da ich ein paar Kilos verlor, sondern besonders auch ob meiner seelischen und mentalen Erleichterung. Ich bin wieder mit vermehrter innerer Ruhe an mein Tagwerk herangegangen.

 

Insgesamt bin ich sehr dankbar, dass ich um diese schöne Erfahrung reicher geworden bin, und freue mich schon auf die nächsten Fastentage.“ Ich hatte die Gelegenheit, Susanne Mitte Oktober eine Azidose-Behandlung zu geben. Der Erfolg ihrer Fastenkur war nachhaltig. Während sie beim Azidose-Seminar die Massagen noch an einigen Stellen als schmerzhaft erlebt hatte, aufgrund der Übersäuerung des Bindegewebes, war sie dies Mal überall absolut schmerzfrei, und das Gewebe war „durchsichtig“, nirgendwo gelos (verdickt) oder gar verbacken, es entstanden auch keine Rötungen. Sie wirkte noch jünger mit sehr feinen Gesichtszügen und strahlenden Augen. Offenbar hatte die Fastenzeit und die weiter praktizierten Massagen eine dauerhafte, eine nachhaltige Wirkung.

 

Hier ein paar weitere Rückmeldung von Fastenreise-Teilnehmern und Einzel-Fastenden, die ich gecoacht habe: „Ich habe gelernt, langsamer zu essen und versuche, einmal pro Woche einen „Erinnerungstag“ einzurichten, an dem ich nur Tee trinke, Obst esse oder Reis.“ „Fasten bringt Gelassenheit, bringt neue Kraft. Die Fastentage waren kostbare Tage für mich.“ „Ich stehe jeden Morgen eine halbe Stunde früher auf für Meditation oder Gebet. Manchmal lese ich auch in der Bibel. Was ich erstaunlich finde: ich habe während der ganzen Fastenwoche gearbeitet, und meinen Kollegen ist überhaupt nichts aufgefallen.“ „Ich bekam durchs Fasten ein Gespür für meine eigentlichen Bedürfnisse. Ich mache jetzt fast täglich Yoga, esse besinnlicher und lege Messer und Gabel nach jedem Bissen kurz aus der Hand.“ „Die Fastenreise war das Erlebnis meines Lebens. Ich genieße jetzt alles, was ich esse und auch sonst im Leben bekomme, viel intensiver. Außerdem habe ich gelernt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und im Alltag klarer Prioritäten zu setzen. Die neuen Kräfte, die ich spüre, helfen mir, Neues zu wagen. Und: ich habe ein größeres Bedürfnis, mit Gott zu reden.“ Viele äußerten sich sinngemäß so: sie sind um eine gute, große Erfahrung reicher und froh, das Experiment gewagt zu haben. Alle äußerten den Wunsch, früher oder später wieder zu fasten!  

 

 

 

 

 

 

 

Die Azidose-Kur zuhause

Fasten zuhause? Geht das denn?

 

„Die meisten Menschen essen zu viel. Von einem Viertel dessen, was sie verzehren, leben sie, von den restlichen drei Vierteln leben die Ärzte.“ (altägyptische Papyrus-Rolle)

„Möge die Idee des Reinen, die sich bis auf den Bissen erstreckt, den ich in den Mund nehme, immer lichter in mir werden.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

„Mir fällt kein positiveres Tun ein, bei dem man mit so wenig Einsatz einen so hohen Gewinn einstreicht.“ (Jürgen Schilling in seinem Buch „Kau dich gesund!“ über das gründliche Kauen)

„Gesundheit ist Wohlgeruch. Krankheit ist Gestank.“ (Dr. Franz Xaver Mayr)

 

Menschen haben schon immer gefastet. „Fasten ist ein Ur-Heilmittel der Menschheit“, Dr. Rauch in seinem Buch „Die Darmreinigung nach Dr. med. F.X. Mayr, S. 71). Fasten wird auch als eine  „Operation ohne Messer“, weil diese Methode so gründlich und tiefgreifend ist. Der Körper hat mit Verdauung und Stoffwechsel nichts zu tun, und kann sich ganz auf die Aufgaben konzentrieren, die anliegen: reparieren, reinigen, entgiften, entsäuern und heilen. Fasten bedeutet die zeitweilige völlige Einschränkung der Nahrungsaufnahme. Es gibt keine Religion, die nicht ihren Anhängern empfiehlt und manchmal gebietet, jährlich zu fasten, weil nicht nur der Körper dabei gereinigt wird, sondern auch die Seele, und wir wieder durchlässig werden für höhere Schwingungen und uns über unseren Alltag erheben und uns vielleicht neue, höhere Ziele im Leben setzen. Hippokrates, der berühmte Arzt der Antike, fastete selbst und verordnete vielen seiner Patienten Fastenkuren. Schon die Essener zu Zeiten Jesu fasteten, auch die Weisheitsschulen des Altertums wie Pythagoräer, Stoiker, Epikuräer übten diese Methode der Selbstbeherrschung und Selbsterforschung.

 

Wer meint, durch Fasten dauernd abnehmen zu können, irrt. Wenn man seine Lebensweise nicht umstellt, kommt es zum Jo-Jo-Effekt, und die verlorenen Pfunde haben sich nicht nur wieder angesammelt, sondern es sind neue dazu gekommen, weil der Körper „denkt“, er muss Reserven auf Halde packen, um auf die nächste Hungerperiode vorbereitet zu sein. Die ersten Kilo, die man beim Fasten verliert, sind sowieso nur Wasser, weil man ja salzfrei lebt, und ein Gramm Salz etwa ein Liter Wasser bindet, und der Körper sich als allererstes von zu viel Wasser befreit. Hungern: das ist etwas völlig anderes als Fasten. Hungern ist unfreiwillig. Wer fastet, hungert nicht, und wer hungert, fastet nicht. Beim Hungern handelt es sich um eine gefährliche und schädliche Unterversorgung mit Nährstoffen. Beim Fasten handelt es sich um eine sinnvolle Schonung, Entsäuerung und Entgiftung des Verdauungsapparates, ja des ganzen Körpers. Die Selbstheilungskräfte des Organismus werden zur Beseitigung krankhafter Prozesse mobilisiert. Beim Hungern baut man ab und wird immer elender. Beim Fasten geschieht das genaue Gegenteil: der Zustand des Fastens bessert sich ständig. Man erlebt ein beglückendes Reinheitsgefühl und Harmonie auf allen Ebenen.

 

Fasten hat sich bei einer großen Anzahl von Krankheiten bestens bewährt, von Hautkrankheiten, zu hohem Blutdruck, Verdauungsproblemen wie Verstopfung, bei vielen Erkrankungen der Atemwege, bei vielen fieberhaften Erkrankungen und auch bei manchen seelischen Störungen. Wenn man bedenkt, dass Übersäuerung die grundlegende Ursache für alle Zivilisationskrankheiten darstellt, wird die Bedeutung des Fastens als Therapiemethode, aber vor allem auch als DIE Vorbeugungsmethode schlechthin deutlich. Dieser königliche Heilweg kann auch den Ausbruch zahlreicher Leiden verhüten, wieder mehr Lebensfreude und Lebenskraft schenken und uns auf allen Ebenen verjüngen.         

Dr. Franz Xaver Mayr, der große Darmspezialist, führte dementsprechend auch Fastenkuren bei sich selbst und seinen Patienten durch. „Er war über die günstigen Auswirkungen so beglückt, dass er sich zeitlebens diesem Heilverfahren verschrieb.“ (Rauch, a.a.O., S. 75) Es handelt sich um eine Fastenform, die „Teefasten“ genannt wird, und bei der für einige Tage oder bis zu drei Wochen, in Sonderfällen noch länger, nur dünn gebrühte Kräutertees, eventuell mit etwas Honig und Zitronensaft, Wasser, Mineralwasser oder auch klare, frisch zubereitete Gemüsebrühe eingenommen werden.

Ideal ist es natürlich, eine solche Fastenkur in einer entsprechenden Kurklinik durchzuführen. Bei einer Mayr-Kur sind kompetente Darmspezialisten am Werk, welche die Darmdiagnostik nach Dr. Mayr beherrschen, allerdings bekommt man dort von den Ärzten ausschließlich die Bauchmassage. Die weiteren Azidosemassagen werden dort – leider - nicht angewendet. Man kann natürlich erst die Massagen lernen (Adressen im Anhang), und dann mit einer Bekannten oder einem Bekannten die Mayr-Kur machen und sich abwechselnd jeden zweiten Tag den Rücken massieren.

 

Eine kürzere, bis zu zehn Tage lange Fastenkur kann man auch zuhause durchführen. Dr. Collier empfahl, eine kürzere Entschlackungskur für diesen Personenkreis nur unter ärztlicher Kontrolle – (siehe Adressteil Mayr-Ärzte) – durchzuführen: Menschen, die in ärztlicher Behandlung stehen und Medikamente nehmen müssen, Menschen, die sehr erschöpft sind uns seelisch/nervlich labil, sowie Schwangeren und Stillende. Schwangere und Stillende dürfen natürlich keineswegs fasten.  Am besten nimmt man sich dazu Urlaub, damit man sich genug Ruhe gönnen kann. Meine Erfahrung – ich habe die letzten dreißig Jahre jedes Jahr zehn Tage meist zuhause gefastet, bis auf Schwangerschaften und Stillzeiten – ist, dass man vorübergehend sehr sensibel wird, und einem zum Beispiel Sticheleien von Kollegen und auch andere Stressfaktoren sehr zusetzen können. Durchs Fasten wird man „dünnhäutig“. Auch von daher ist eine arbeitsfreie Zeit – auch ohne Freizeitstress in Form von Verabredungen – zu empfehlen. Man ist eher introvertiert und erlebt auch manchmal unbekannte Stimmungsschwankungen. Von „himmelhoch jauchzend“ bis „zu Tode betrübt“, und das auch öfters mehrfach am Tag, das möchte man auch seinen Mitmenschen nicht zumuten.

 

Der Einstieg in die Fastenzeit ist genauso wichtig wie der Ausstieg. Daher schlägt man am Tag vorher keineswegs noch mal über die Stränge, was Essen betrifft. Sondern man isst wenig und leicht Verdauliches. Fastenbrechen ist schwerer als Fasten: Den Bittersalztrunk behält man noch vier Wochen bei. Die erste Mahlzeit ist vielleicht ein reifer Apfel oder gedünstetes Gemüse. Wir kauen gründlich und essen ganz langsam. Es sind schon Menschen in der Klinik gelandet, weil sie die Fastenzeit mit einem Vier-Gänge-Menü abbrachen. Magen, Leber und Nieren waren damit komplett überfordert. Im Standardwerk „Wie neugeboren durch Fasten“ und dem Folgeband „Richtig essen nach dem Fasten“ von Hellmut Lützner gibt es auch zum sogenannten „Abfasten“ gute Tipps.

 

Was die Mayr-Ärzte nicht machen, für Dr. Collier aber sehr wichtig war: Am Morgen des ersten Fastentages beginnen wir mit einem Glaubersalz-Trunk. Davon kaufen wir preiswert 100 Gramm in der Apotheke. 3 Esslöffel lösen wir in 1 ½ Litern trinkwarmem Wasser auf. Wir pressen zwei Zitronen aus und stellen den Saft daneben. Jetzt mit „Trick 17“ (Glaubersalz schmeckt wirklich eklig!): Wir halten uns die Nase zu und trinken das erste Glas auf ex. Weiter Nase zuhalten, und dann einen kleinen Schluck vom unverdünnten Zitronensaft hinterher trinken. Dann können wir die „Nasenklemme“ loslassen und schmecken nur noch wenig vom Glaubersalz. Diese Aktion wiederholen wir innerhalb einer halben Stunde, bis die Karaffe leer ist. Wir halten uns dann die nächsten Stunden in der Nähe einer Toilette auf, weil explosionsartige Entleerungen folgen. Der Vorteil: damit ist der Darm von frischen Essensresten befreit, und wir werden die ganze Fastenzeit keinen Hunger oder Appetit verspüren, versprochen! Was wir dann noch an Stuhl absetzen, sind alte, manchmal jahrzehntealte Kotreste. Nach dieser erfolgreichen Glaubersalz-Aktion können wir uns schon mal ein großes Lob aussprechen.  

 

Hier der Plan für die Fastenzeit:

 

-Sich morgens fragen: Was habe ich geträumt? Träume sind keine Schäume,  

 schon gar nicht beim Fasten.

 

Sich im Bett räkeln und etwas Gymnastik machen. Warum sich nicht gleich

  eine Selbstmassage geben? Arme, Kopf/Nacken, Bauch, Po, Rücken soweit

  man kommt, Beine und Füße.

 

Morgens meditieren oder sich eine Reiki-Behandlung geben.

 

Morgens und auch während des Tages den pH-Wert (Säurewert) des Urins

  mit einem Teststreifen (Apotheke) messen. Ist der Urin auch tagsüber stark

  sauer, mit einem Basen-Präparat, zum Beispiel Dr. Jacob´s Basenpulver,

  Neukönigsförder Mineraltabletten oder Rebasit mineral Pulver gegensteuern.

 

-  Jeden Morgen einen Bittersalztrunk einnehmen, den „Einlauf von oben“

   (siehe Extra-Kapitel). Ist bis abends keine Entleerung erfolgt, abends noch  

   mal Magnesiumsulfat in Wasser einnehmen oder einen Einlauf machen.

 

-Danach und auch sonst viel Bewegung wie Joggen, Yoga, Gymnastik, Power  

 Walking.

 

Vor dem Duschen – Wechselduschen für den Kreislauf, zuletzt kalt! - reibt

   man sich mit einem Luffa-Handschuh herzwärts ab. Das fördert die

   Entgiftung über die Haut, und die Hautschuppen werden durch das Duschen

   abgespült.

 

Frühestens eine halbe Stunde nach dem Bittersalztrunk Kräutertee trinken.

  Kräutertee während der Fastenzeit teelöffelweise zu sich nehmen und vor

  dem Schlucken gut einspeicheln. Teesorten zum Beispiel: Brombeerblätter,

  Lindenblüten, Eisenkraut, Fenchel, Kümmel oder Melisse. Der Tee kann

  leicht mit Honig gesüßt werden. Nicht mehr als drei Teelöffel Honig im

  Laufe eines Tages verwenden.

 

Vor dem Mittagessen anlegen für mindestens eine halbe Stunde einen

  Wickel anlegen (siehe Extra-Kapitel).

 

- Mittagsfasten mit Kräutertee oder klarer Gemüsebrühe. Die bereitet man

  selbst zu: man kocht klein geschnittenes Bio-Gemüse ¼ Stunde aus und

  trinkt den Sud. Schmackhaft ist die Mischung Karotte, Kartoffel und

  Sellerieknolle. Kein blähendes Kohlgemüse und keine Zwiebeln verwenden.

  Nicht salzen! Über das übrig gebliebene Gemüse freut sich, mit Kräutersalz

  und Olivenöl angemacht, der Rest der Familie.  Alternative zur

  Gemüsebrühe: ballaststoffloser Gerstengrassaft. Entweder selbst angebaut

  und ausgekaut oder entsaftet, oder ein Gerstengrassaft-Pulver von Dr.

  Hagiwara – siehe Adressteil - einfach mit Wasser anrühren und beim

  Trinken gut einspeicheln. Das Maltodextrin darin dient zur Haltbarmachung

  der Enzyme und ist ein Kohlenhydrat, das über 48 Stunden verstoffwechselt

  wird.  

 

Tagsüber viel trinken: Kräutertee oder Mineralwasser ohne Kohlensäure.

 

Abends wieder eine Gemüsebrühe, Gerstengrassaft oder Kräutertee,

  eventuell leicht mit Kokosblütenzucker oder Honig gesüßt.

 

Früh schlafen gehen, am besten mit einem Prießnitz-Wickel (siehe Extra-

  Kapitel). Vorher vielleicht noch eine Bauchselbstmassage. Vorm

  Schlafengehen die Füße in sehr warmem Wasser waschen, das entspannt den

  Solar Plexus, unser Kontrollzentrum. Eine ähnliche Wirkung hat auch eine

  Wärmflasche an den Füßen. Einschlafen hat mit Loslassen zu tun, wir

  wechseln die Bewusstseinszustände. Sich-sorgen-machen hält uns vom

  Einschlafen ab. 

 

Bohnenkaffee und Schwarztee sind während der gesamten Fastenzeit tabu! Im Laufe des Tages sollte man sich am besten während der Fastenzeit zwei Bauchselbstmassagen und eine Beinselbstmassage geben. Jeden zweiten Tag ist eine Azidose-Massage des Rückens und eine Kopf-Nacken-Massage (siehe Extra-Kapitel) zu empfehlen. Dadurch werden Entsäuerung und Entgiftung stark beschleunigt und Fastenkrisen abgemildert. Sehr gut ist, für die Rückenmassage jemanden zu haben, weil man nicht an alle wichtigen Stellen rankommt. Am besten, man nimmt an einem Azidose-Kurseminar oder Azidose-Massage-Seminar teil, dort lernt man alle Collier-Massagen und kann sie dann anderen beibringen. Ich faste immer, wenn meine Tochter da ist, ich habe ihr die Rückenmassage beigebracht, und sie freut sich als „arme Studentin“, ein paar Euro fürs Massieren zu bekommen. Übrigens, wenn man die Rückenmassage sanft macht, also therapeutisch, wirkt sie sehr entspannend und als Partnermassage eventuell auch erotisierend.

 

Zwischen dem 5. und dem 6. und dem 10. und dem 12. Tag (falls man so lange fastet) können Fastenkrisen auftreten. Wir kennen das von der Homöopathie und anderen ganzheitlich wirkenden Heilmethoden: es kann erst schlechter werden, bevor es wirklich besser wird. Man nennt das Erstverschlimmerung. Alte Symptome können kurzfristig aufflackern, man fühlt sich schwindelig und missgestimmt. Dann gönnen Sie sich noch mehr Ruhe, nehmen bei stark saurem Urin auch tagsüber ein Basenpräparat ein, trinken viel und ruhen sich aus. Ein Einlauf kann Wunder bewirken. Auf jeden Fall sollten wir im Bewegungsmodus bleiben! Unsere Vorfahren haben lange Strecken ohne Nahrungsaufnahme zurückgelegt. Daran schließt das „Fastenwandern“ an. Verkriechen Sie sich also nicht den ganzen Tag im Bett. Tägliche moderate Ausdauerbewegung kurbelt den Kreislauf und die Entgiftung an. Wer in Übung ist, kann auch saunieren.

 

Nach einer solchen Fastenkur fühlt man sich tatsächlich wie neugeboren. Man braucht weniger Schlaf, hat mehr Energie, und wacht morgens auf mit dem Gedanken: „Was kostet die Welt?“, oder will gar die ganze Welt umarmen. Damit der Fastenerfolg nicht schnell wieder zunichte ist, übernimmt man einige Elemente aus der Fastenzeit in seinen Alltag. Sich weiter drei Mal die Woche eine Bauchmassage geben, viel trinken, Essen gut einspeicheln, Genussgifte reduzieren, sich eine basenbetonte Ernährung mit 80% Basenüberschüssigem anzugewöhnen, bei Verstopfung am nächsten Morgen einen Bittersalztrunk nehmen, und sich dann Ruhe gönnen, wenn man sie braucht. Wer sich vor der Fastenkur nicht viel bewegt hat, sollte das Bewegungsprogramm – irgendeine Sportart gefällt Ihnen sicherlich, ich bin jetzt mit 61 noch mit Tangotanzen angefangen – weiterführen. Darüber freut sich unser Darm, und wir scheiden jede Menge Säuren aus, über die Atmung, die Nieren und den Schweiß.

 

Was, wenn Fasten nicht infrage kommt?

 

Sie können auch eine Darmreinigungs- und Azidose-Kur ohne Fasten machen. Statt Gemüsebrühe können Sie sich Haferschleim kochen. Sie kochen sich einen dünnen Brei aus Haferschmelzflocken und Wasser, eine Viertelstunde köcheln lassen, durchsieben und ganz leicht salzen. Diesen Haferschleim sollten Sie bitte teelöffelweise zu sich nehmen und mindestens dreißig Mal kauen und dadurch gut einspeicheln. Alternativ kauen Sie angetrocknete Buchweizenbrötchen zusammen mit einem kleinen Schluck Pflanzenmilch, bis alles flüssig ist. Dr. Franz Xaver Mayr verordnete in seiner weltberühmten Fasten-Diätkur die Totalverflüssigung seines Kurbrötchens im Mund. Von ihm ist auch der Satz überliefert: „Wir haben die Menschen weniger das Fasten zu lehren als vor allem das richtige Essen!“. Jürgen Schilling beschreibt in seinem Bestseller „Kau dich gesund“ eine Intensivierung dieses Konzepts als „Fest für die Sinne“, dem Schmauen oder „schmeckenden Kauen“ auch für die Zeit nach der Kur, als neue gesunde Lebensweise. Durch Speicheleinwirkung wird die Nahrung alkalisch oder basisch! Schon im alten China hieß es: „Was du isst, sollst du trinken. Was du trinkst, sollst du essen.“

Sie können auch eine allergiearme Basenkost (siehe Kapitel „Basenkost) zu sich nehmen. Zwischendurch immer mal einen Tag fasten, wie oben beschrieben! Von der „Semmel-Milch-Diät“ als Kauschulung statt Fasten ist man auch in Mayr-Kurheimen abgekommen wegen dem hohen Allergiepotenzial dieser beiden Lebensmittel. Statt Semmeln nimmt man dort oft ungesalzene Buchweizenbrötchen zur Kauschulung, und statt Milch mit Wasser verdünnte Sahne oder Pflanzenmilch.  

 

Auch bei dieser „gemäßigten“ Azidose-Kur trinken Sie morgens den Bittersalztrunk, geben sich Massagen, bewegen sich viel, wie oben beschrieben. Eine noch leichter durchzuführende Kur besteht aus der „milden Ableitungsdiät“, vom Mayr-Arzt Erich Rauch im gleichnamigen Buch ausführlich beschrieben. Diese Kostform kann man auch durchführen, während man berufstätig ist. Das Buch erhält zahlreiche leckere Kochrezepte. Wichtig bei allen Kostformen, welche den Darm stärken sollen, ist das gute Einspeicheln und gründliche Kauen. Wer sich zum Essen Zeit nimmt und gut kaut, merkt rechtzeitig den Sättigungsreflex und kann sich nicht überessen. Alles „Zuviel“ an Nahrung, selbst der gesündesten Basenkost, wird im Körper sauer verstoffwechselt!       

 

Angesichts des chronischen Stresses, mit dem fast jeder konfrontiert ist, und der bewegten und beunruhigenden Zeit, in der wir leben, sollten wir unbedingt ein Programm für Tiefenentspannung und Stressabbau praktizieren, wie das authentische Reiki – vielleicht kommen Sie in eine meiner Kurse? - oder Meditation. Wir können weiter früh ins Bett wandern, unser Nervensystem wird es uns besonders im fortgeschrittenen Lebensalter danken. Es geht überhaupt nicht darum, wie viele Kalenderjahre wir schon gelebt haben, sondern wie unser biologisches Alter ist. Da gibt es Differenzen von 35 Jahren und mehr! Mit der Azidose-Therapie bleiben sie jung, innerlich und äußerlich. Wir siechen im Lebensabend nicht an irgendwelchen Krankheiten dahin, sondern können fit die Welt bereisen oder sich um die Enkelkinder kümmern oder unsere Fähigkeiten ehrenamtlich einbringen. Genug zu tun gibt es sicherlich angesichts der vielen Kinder mit Migrationshintergrund oder Flüchtlingskinder, die dringend Mentoren brauchen. Es gibt viel zu tun, packen wir es an.

 

Wie oft sollte gekurt werden? Einmal im Jahr. Der Mayr-Arzt Dr. Rauch empfiehlt jährlich eine Darmschonkur: „Heutzutage sollte jeder Mensch mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der er seine gewohnte äußerliche Körperreinigung durchführt, regelmäßig, und zwar in den meisten Fällen einmal pro Jahr, seinen Körper durch eine Darmschonkur auch innerlich reinigen und ertüchtigen.“ (Rauch, a.a.O., S. 150) Der Schwerpunkt liegt in der Krankheitsverhütung und Erhaltung der Gesundheit. Jeder möchte im Alter selbständig bleiben, mein Vater lebt so mit 97, aber man muss auch etwas dafür tun. Wer rastet, rostet. Mein Vater hält noch Vorträge in Schulen, die Kinder besuchen ihn oft hinterher privat. Wer einer basenbetonten Lebensweise frönt mit jährlicher Azidose-Kur, ist schon fast auf der sicheren Seite, was die Mitgliedschaft im „Club der fitten Hundertjährigen“ betrifft. Mein Opa wurde übrigens 105 und starb an Altersschwäche. Und: auch er lebte sehr gesund mit viel Bewegung und Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten.

 

 

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Werde, wer Du wirklich bist!                                                      

Vorträge:

 

Reiki:

 

Hamburg

 

Montag, 27.11.2017, 19:00 Uhr, WRAGE, Schlüterstr. 4

 

 

 

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© Barbara Simonsohn