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Reiseziele für Körper, Seele und Geist - Tipps von Barbara Simonsohn

 

 

Traumhafte Winterferien im höchsten Wintersportort Österreichs

 Motto vom „Kühtaier Schlössl“:

„Und vergiss nicht zu träumen, Dir eine Welt vorzustellen, in der Liebe mehr Platz hat, die Hoffnung nie aufhört und der Frieden die ganz tiefe Sehnsucht aller Menschen ist.“ (Ulrich Schaffer)

 In etwa 15 Jahren soll es in den Alpen wegen der Klimaerwärmung nur noch in Höhenlagen ab 1600 Metern Wintersportmöglichkeiten geben. Die meisten Skiorte liegen zwischen 600 und 1000 Metern Höhe. Wahrscheinlich werden in absehbarer Zeit Ski- und Snowboardreisen und „Weiße Weihnachts“-Erlebnisse nur noch für Gutbetuchte möglich sein, wenn sich die Schneebegeisterten an wenigen Orten „ballen“.

 Ein Ort, der sicherlich vom Klimawandel profitiert, ist Kühtai unweit der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck. Der Grund: es handelt sich um das höchstgelegene Dorf Österreichs, auf 2020 Metern Höhe! Wo ist man dem Himmel näher? Schneeferien und Wintersport sind damit von Anfang Dezember bis Ende Mai möglich. Was das Besondere ist: Kühtai ist in nur 30 Autominuten auch per Postbus vom Bahnhof oder Flughafen entfernt. Beispiel Hamburg: in 2 ½ Stunden von Haus zu Haus mit Billigflug und Taxe – das ist in den Alpen einmalig.

 Ich hatte mir „Kühtai im Winter“ schon auf einem Tagesausflug angeschaut und mit Skiern erkundet. Und war begeistert. Warum? Gleich vom Auto auf die Piste! Weiße Straßen, nirgendwo ein Anflug von Matsch, und das Mitte März. Mit anderen Worten: das ultimative „Winterfeeling“. Um einen herum ein Kranz von (fast) Dreitausendern wie dem Pockkogl (2807 m), dem Pirchkogl (2828 m) oder den Irzwänden.

 Ausgeruht kommen wir im Liegewagen aus Hamburg in Innsbruck an (Sohnemann fliegt aus Kostengründen hinterher: als Erwachsener ist Fliegen preiswerter!), und eine weiße Winterwelt erwartet uns. Das Taxi windet sich in Serpentinen das schneebedeckte Tal südwestlich der Stadt hinauf, über gemütliche Dörfer wie Mematen, Sellrain und Gries. Kühtai ist „Endstation“: hier ist die Straße – und auch ein bisschen die Welt – zuende. Eines der renommiertesten Sonnen- und Skifahrparadiese Österreich erwartet uns, und doch ist es angenehm ruhig, beschaulich und entspannt. Abseits von Hektik und Stress tauchen wir ein in eine weiße Welt voller Zirbelholzduft – diese schönen Nadelbäume gibt es überall – tiroler Gastfreundschaft und einer enormen Vielfalt und Weitläufigkeit der Pisten. Auch Unsportliche genießen die Winterwelt. Es gibt sogar einen echten Grafen in einem Jagdschloss, in dem bereits Kaiser Maximilian genächtigt hat. Entdeckt wurde Kühtai übrigens Ende des 19.Jahrhunderts vom Hamburger Reeder Rickmer Rickmers! Durch die Höhenlage garantiert Kühtai Schneesicherheit und ungetrübtes Skivergnügen bis Ende Mai.

 Ski-Heil und Rodel gut!

In Kühtai kommt man ohne Fußmarsch und Zeitverlust von den Hotels und Parkplätzen zu den Skiliften. Der ganze Ort ist verkehrsberuhigt. Die Liftanlagen sind durch zusammenhängende Pisten miteinander verbunden und ermöglichen eine „Rundreise rund um Kühtai! Wartezeiten sind dank einer Beförderungskapazität von mehr als 17 000 Personen pro Stunde unbekannt. Lifte und Bahnen werden ruhig und umweltfreundlich betrieben. Es gibt drei wettergeschützte Vierersesselbahnen, eine Doppelsesselbahn, einen „Wunderteppich“ (klingt besser als „Idiotenhügel“) für Anfänger, und eine neue Gondelbahn. Pisten aller Schwierigkeitsstufen mit Schwerpuntk auf mittelschwere rote Pisten erwarten den Skifahrer.

 Aber auch Snowboardern wird viel geboten. Im Snowpark stehen Rails, Kicker, Corner und vieles mehr bereit. Das Gebiet ist auch für Snowboarder sehr vielseitig, das Angebot geht von fetten Powderruns über Cliffs und Wechten bis hin zu Pistenjibben und Parkfahren. Bis Anfang Mail finden Snowboarder Spots zum Hiken und Chillen. Natürlich kann man in Kühtai auch Snowboarden lernen! Das hat meine 14jährige Tochter mit zwei Freundinnen erfolgreich in einer Woche in einem Halbtagskurs gelernt.

 Abends, bei Kerzenschein, tauschen wir unsere Erlebnisse aus. Ich bin begeistert über meine neue Geschwindigkeit, die an den kurzen Bögen liegt, die ich jetzt zunehmend wenigstens auf meiner „Schokoladenseite“ beherrsche. Die Mädchen schwärmen von ihrem Snowboardlehrer, wie einfühlsam und motivierend er sei. Auch ich bin von meinem begeistert. Und mein 21jähriger Sohn zeigt uns die Filmszenen, die er beim Snowboardfahren zum Teil im Tiefschnee gefilmt hat. Manchmal stockt mir der Atem und ich bin froh, nicht dabei gewesen zu sein. Andere erschöpfte Skifahrer haben wie wir trotz Müdigkeit ein verklärtes Lächeln im Gesicht. Die Berge sind ein Traum, und es ist ein Privileg, sie hier in dieser Pracht genießen zu können. Winterurlaub soll doppelt so erholsam sein wie „fauler“ Strandurlaub. Der Erholungseffekt hält noch lange vor und erhellt auch den Hamburger Alltag.

 „Kühtaier Schlössl“, eine Oase und Kraftquelle

Unser – neues – Hotel „Kühtaier Schlössl“ wird familiär von Familie geführt. Wir fühlen uns gleich heimisch. Die Atmosphäre ist angenehm: unaufdringlich und gemütlich. Natürliche Materialien stehen im Vordergrund. Star-Designer haben das Interieur nach Feng-Shui-Gesichtspunkten gestaltet, Lichtkünstler waren am Werk, und der Duft von Zirbelholz  verwöhnt die Nase und beruhigt das Gemüt. Abends versammeln sich viele Gäste vor dem knisternden Kamin. Ich kann die „Zirbel-Suiten“ sehr empfehlen! Was Tiroler seit alters her wussten, haben jetzt Wissenschaftler an der Forschungsgesellschaft Joanneum Research bestätigt. Das Holz der Zirbe, der „Königin der Alpen“, senkt die Herzfrequenz um 3 500 Herzschläge pro Tag oder um eine Stunde „Herzarbeit“. Wissenschaftlich wurde ebenfalls belegt, dass in einem Zirbelbett keine Wetterfühligkeit auftritt, auch bei schwankendem Luftdruck bleibt der Kreislauf stabil. In einem solchen Bett schliefen wir wie ein Murmeltier – und fühlten uns auch tagsüber vitaler und voller entspannter.

 Weiße Orchideen im Foyér, ein traumhafter Blick in die Berge. Der Wellnessbereich: ein Traum im Zen-Stil, lichtdurchflutet, zeitlos und schlicht. Weiße Kacheln, die in allen Regenborgenfarben schillern. Überall honigfarbenes Zirbelholz. Möbel aus dunklem Rattan. Dazschwischen: Euphorbia Tirucalli“, mexikanische Kakteen, die wie stolze Statuen den Raum beleben. Das Panoramafenster bietet auf weinroten Luxusliegen einen atemberaubenden Traumblick auf bläulich-weiße Schneeberge und die 8er Kaiser-Gondelbahn. Die meditative Musik entführt in höhere Sphären. Grüner Tee, Pfefferminztee und Äpfel stehen für die Gäste des Wellnessbereichs bereit.

In der urigen Tiroler Block-Sauna: viel dunkles Holz, dunkelbrauner Marmor und viele Grünpflanzen. Schon in der finnischen Sauna genießt man einen traumhaften Bergblick. Im Multifunktionsbad gibt es Aromabeduftung und mit Kräuter- und Blütenessenzen, welche den Kreislauf und das Abwehrsystem anregen sollen. Das Aroma-Dampfbad reinigt und vitalisiert die Haut. Ein Schwimmbad mit kontinuierlichen angenehmen 30 Grad rundet das umfangreiche und großräumige Wellness-Angebot ab.

 Das Frühstücksbuffet befriedigt alle Wünsche, von Frischobst bis zum Birchermüsli. Es ist so reichhaltig, dass es einen für jede Art von Outdoor-Aktivitäten in kalter Winterluft optimal rüstet. Die Abendmenüs erfüllen auch kulinarisch anspruchsvolle Erwartungen. Beispiel 10.März: Salat vom Buffet, Frischkäseterrine auf Gurkencarpaccio, Lauchcremesuppe, Pangasiusfilet vom Grill oder Jungschweinrückensteak in Rotwein-Sauce oder feiner Gemüseteller – an Vegetarier war immer gedacht. Und zum Dessert Preisselbeerparfait auf marinierten Ananasscheiben. Das Ganze ansprechend dekoriert und köstlich mit Zutaten aus der Region und viel „bio“. Von gebackenen Briespitzen mit Butterkartoffeln und Preiselbeeren schwärmt meine Tochter noch heute.

 Highlight: die basische Ganzkörpermassage

Das Massageprogramm ist umfangreich, und die basische Ganzkörpermassage mit Öl und Salz Highlight im Repertoire. Zuerst wird hochwertiges warmes Öl verschwenderisch auf dem Körper verteilt. Hinzu kommt basisches Salz, angereichert mit ätherischen Ölen, das mit sanften, aber bestimmten Bewegungen einmassiert wird. Ich fühle mich dabei unendlich entspannt und gleichzeitig prickelnd lebendig. Mein Körper ist wunderbar durchblutet, die Haut ist durch den Peelingeffekt weich und geschmeidig. Diese Massage entschlackt nicht nur den Körper, sondern durch die sanften Reizwirkungen des Salzes wird auch der Geist total entspannt. Der Verstand „gibt auf“ und lässt sich fallen. Die Wirkung dieser basischen Ausleitung ist höchst befreiend und entlastend, ja euphorisierend. 30 Minuten „Salzmassage“ kosten 32 Euro.

 Auch Klangschalenmassagen für seelische und körperliche Harmonisierung, Fußreflexzonenmassage, Aromamassage mit ätherischen Ölen lindern Stress, reinigen und wirken gesundheitsfördernd und stimmungsaufhellend.

 Jagdschloss Kühtai

Ein Besuch im Jagdschloss Kühtai bei Karl Graf zu Stollberg-Stollberg ist ein „Muss“ bei jedem Kühtai-Besuch. Der gutaussehende Urenkel von Kaiser Franz Josef führt ein Hotel, das sich durch eine zauberhafte Atmosphäre, einen atemberaubenden Panoramablick, Alleinlage und viele Stammgäste auszeichnet. Oft schauen seine beiden blonden Töchter vorbei, beide schöne Twens. Seit 50 Jahren kommen vor allem Hamburger zu Besuch. Einer, der seit mehr als 30 Jahren kommt, hat testamentarisch verfügt, in Kühtai beerdigt zu werden. Obwohl viel Prominenz unter den Gästen des Jagdschlosses zu finden ist, ist Kühtai kein Jet-Set-Ort. Viele kommen für Skitouren, welche der Graf selbst führt. Es gibt auch einen Schnupper-Kurs nur für Frauen unter Leitung der World Cup-Siegerin Nicola Spiess. Einige Gäste feiern hier „Hochzeit in weiß“. Anne Friesignger ist das Werbe-„Zugpferd“ von Kühtai.

 Kühtai, ein Paradies für Wintersport

Kühtai ist ein Paradies für Ski- und Snowboarder. Hochqualifizierte Lehrer mit Charme und Engelsgeduld helfen Anfängern und Fortgeschrittenen, ihr Können zu verbessern. Mein Tipp: wer schon einigermaßen pistenfit ist, bucht am ersten Tag einen Privatlehrer für 2 bis 4 Stunden. Schon ist man wieder in alter „Höchstform“, und hat seinen Fahrstil sogar noch verbessert. Die Eingewöhnungsphase wird so auf null verkürzt, man legt gleich richtig los. Hinterher empfiehlt sich ein Halbtagskurs. In einer Gruppe macht es nämlich mehr Spaß, neues Terrain zu erobern, sei es vom Gelände oder von der Technik her. Schneit es mal, fühlt man sich sicher. Nachmittags kann man dann auf eigene Faust die wundervolle weiße Welt erfahren. Meine Tochter ist von ihrem Snowboardlehrer so begeistert, dass sie nächste Jahr wieder nach Kühtai will.

 Ab Winter 2009/2010 gibt es doppelten Skigenuss in Kühtai. Die Skigebiete Kühtai und Hochötz sind dann zusammengewachsen. Im ½-Stundentakt kann man mit dem Mehrtags-Skipass zwischen Kühtai und Ochsengarten wechseln. Damit stehen Ski- und Snowboardfahrern erstmals 74 Pistenkilometer aller Schwierigkeitsstufen zur Verfügung. Ein Highlight ist die beleuchtete Nachtabfahrt am Mittwoch Abend.

 Auch Winterurlauber ohne Ski- und Snowboardambitionen kommen voll auf ihre Kosten beim Wandern, Schauen, bummeln, sonnen, shoppen, rodeln oder Schlittschuhlaufen. Das Nachtleben in Kühtai ist überschaubar, es gibt Restaurants, eine Art Musikantenstadl und eine Disko. Die Ruhe ist dafür fast fühlbar, und überhaupt liegt ein ganz besonderer Zauber über diesem Ort. Kein Wunder, ist man doch hier dem Himmel so nah.

 Hotel „Kühtaier Schlössl“

Wellnessbereich mit Hallenbad,

Saunabereich, Kneippbecken,

Erlebnisduschen,

Frischluftterrasse und Panoramaruheraum,

Fitnessraum mit neuesten Geräten,

17 Zirbelsuiten mit getrenntem Wohn- und Schlafraum, WC, Kitchinette, Balkon, Flachbildfernseher, Internetanschluss und Telefon, Restaurant.

Es stehen auch Ferienwohnungen zur Verfügung (empfehlenswert nur für Gäste mit Auto, die Lebensmittel mitbringen oder zum Einkaufen ins Nachbardorf fahren können,  da der einzige Lebensmittelladen in Kühtai überteuerte Preise hat). 

Apart-Hotel „Kühtaier Schlössl“, Familie Klocker,

Kühtai/Tirol, Tel. 0043-5239 5204 oder -5310, fewo@kuehtai.at, www.kuehtai.at .Ferienwohnungen ab 90 Euro pro Tag, Zirben-Suite mit Übernachtung/Frühstück ab 70 Euro, Halbpension im Doppelzimmer ab 70 Euro.

 Skischule mit tollen Ski- und Snowboardlehrern: „Follow me“, www.follow-me.at, info@sport-seppl.at, Tel. 0043-5236-334. In der Hochsaison empfiehlt es sich, Kurse und Einzelstunden im Voraus zu buchen.

 Allgemeine Informationen: Tourismus-Büro Kühtai, Tel. 0043-5239-5222, info@schneegarantie.at, www.schneegarantie.at.

 

CASA EL MORISCO

Traumurlaub im subtropischen Gartenparadies mit Yoga, Theater, Trommelworkshops und Meditation

 

Kennen Sie das auch: Sie haben noch eine Woche Resturlaub. Wenn Sie verreisen, und Glück haben, kommt Ihnen dies wie mindestens zwei Wochen vor, und sie nehmen den Zauber dieser kostbaren Ferienzeit ihren Alltag mit. Sind Sie zuhause geblieben, verrinnt die Zeit wie im Fluge, und der Alltagsstress hat Ihre Urlaubstage einfach „aufgefressen“, ohne, dass Sie genau wissen, wo die Zeit geblieben ist.

 Ein solches „Glück“ habe ich auf der CASA EL MORISCO erlebt, zwanzig Kilometer östlich von Malaga und nur 1,5 km zum nächsten Meeresstrand. Urlaub unter Freunden, oder zumindest  Gleichgesinnten, unter denen sich nach nur wenigen Tagen Freundschaften bilden. Köstliches vegetarisches Essen in einer subtropischen Landschaft mit Meeresblick und einem Licht, was es so nur in Andalusien -  dem „Land des Lichts“ - gibt. Hier werden die meisten Sonnentage auf dem europäischen Festland gezählt.

 Jeder Gast wird sonntags vom Flughafen abgeholt und hingebracht. Dadurch kommt schon mal Entspannung auf. Ein Mietauto ist damit völlig überflüssig. Malaga ist von vielen Städten als Billigflug zu erreichen, zum  Beispiel mit Ryan-Air oder Easy Jet ab 150 Euro. Fast alle Gäste bleiben eine Woche, einige auch zwei oder noch länger.

 Die Führung über das weitläufige Gelände über mehrere Ebenen mit subtropischer Vegetation verschlägt einem den Atem. Drei sonnendurchflutete Seminarhallen, ein Salzwasser-Swimmingpool, Sauna, Riesen-Trampolin, ein Indischer Garten mit See und Tempel, ein „Garten der Sinne“, von Künstlern nach den Grundlagen des indianischen Medizinrades gestaltet, und eine Vielzahl von Fruchtbäumen wie Macademia-Nüssen, Avocados, Feigen, Granatäpfeln, Wein, Japanische Mispel. Farbenfrohe Hibiskus, Bougainvillea und Oleander verwöhnen das Auge, und Pfauen spazieren mit ihren Jungen durch die üppige Gartenlandschaft.

 Viele kommen nur wegen der köstlichen vegetarischen und veganen Vollverpflegung mit viel frischem Obst und Gemüse teilweise aus Bio-Anbau und zum Entspannen. Das Frühstücks- und Abendbuffet ist reichhaltig, auch mittags gibt es ein Salatbuffet und warme Speisen. Alle Getränke, auch alkoholische, sind inklusive. Die Küchenphilosophie der CASA EL MORISCO lautet: „Den Schlüssel zum Glück erhalten wir durch das richtige Denken und Essen, wer glücklich ist, kann besser denken, wird aktiver, fühlt sich wohler und ist gesünder.“ Die Ernährung unterstützt damit das Wachwerden von Körper, Geist und Seele. Das Vollkornbrot wird selbst gebacken, und es gibt zu jeder Mahlzeit hausgemachte Brotaufstriche. Wilfried, der Begründer der Casa, hat das Ziel, dass auch Nicht-Vegetarier diese Form der Ernährung ausprobieren und eingefahrene Ernährungsgewohnheiten überdenken. Belohnt wird der Körper mit einem neuen Wohlbefinden. Wilfried ist Heilpraktiker und macht den Gästen auf Wunsch durch eine Blutanalyse nach Professor Doktor Enderlein unter dem Horoskop anhand ihres Blutbildes ihre Ernährungssünden, aber auch ihre Fortschritte unter dem Mikroskop deutlich. 

 Weil man sich in der CASA EL MORISCO durch wohltuende Gespräche, gesundes Essen, Sonne und frische Luft so schnell regeneriert, haben viele  Gäste doch keine Lust, eine Woche lang in der Hängematte zu liegen und zu lesen, sondern bekommen Lust auf das vielfältige Programm, dem „Yoga-Wohlfühlprogramm“, was die meisten Wochen im Jahr läuft, oder nehmen an Ausflügen teil oder lassen sich Massagen oder Reikibehandlungen geben. Das täglich mindestens dreistündige Angebot des Yoga-Wohlfühlurlaubs umfasst Yoga verschiedener Schwierigkeitsstufen – es gibt fünf qualifizierte Yogalehrer in der Casa -, Meditation, Entspannung, Phantasiereisen, Singen, Trommelworkshops, Mantrensingen, Gesprächskreisen oder Theatervorstellungen unter Beteiligung der Gäste. Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Alle Angebote sind freiwillig, werden aber von vielen Gästen rege genutzt.

 Eindeutig im Vordergrund steht in der Casa Yoga. Es soll nicht nur ein Aha-Erlebnis bleiben, wie auch die gesunde vegetarische Ernährung, sondern zu einer Haltung von Gelassenheit, Zufriedenheit, innerer Ruhe und Gesundheit werden, die in den Alltag mitgenommen wird. Therapeutisches Yoga steht im Vordergrund, und es die Yogalehrer „verschreiben“ auch in Privatstunden individuell zusammengestellte Übungen für körperliche Probleme wie Rückenschmerzen. Nach nur einer Woche ist das Üben normal geworden, ich praktiziere seither den Gruß an die Sonne und fühle mich damit schon morgens fit – ohne Kaffee oder andere Stimulanzien.        

 Garten-Karma-Yoga

Den ganzen Tag entspannen am Pool möchte ich heute nicht. Ein paar Tage finde ich es schön, in einer Hängematte mit einem guten Buch zu „chillen“, aber irgendwann reicht es. Ich frage Herbert, den Gärtner, ob er für mich Aufgaben im Garten hätte. „Karma-Yoga“ sozusagen, ich als Karma-Yogini für ein paar Stunden. Er zeigt mir, welche Beete zu machen sind, und wo die Gartengeräte sind. Mit Wasserflasche und Strohhut „bewaffnet“, mache ich mich an die Arbeit. Ich finde gleich eine wunderschöne Pfauenfeder. Ein Gast bekommt das mit, und ich schenke sie ihm. Ich will ja dienen, und keine Geschenke!

 Die ersten beiden Beete gehen flott von der Hand. Beim Abknipsen der verblühten Blüten kommt mir die Idee, dass wir als Gärtner das Thema „Vergänglichkeit“ und damit Tod ausblenden. Als Herbert noch mal vorbei kommt, sagt er aber, „dass sonst die Kraft der Pflanze in die Frucht geht.“ Er zeigt mir üppig blühende gelbe Büsche, und einen von der gleichen Sorte daneben, bei dem tatsächlich noch die alten Blüten dran sind. Und wirklich: dieser Busch scheint zu leiden, er sieht müde und alt aus. Ich mache mir die neue Sichtweise zueigen und fühle mich gut beim Ausknipsen vertrockneter Blüten.

 Das Unkrautrupfen fühlt sich mehr an wie Straßenarbeiten. Mit einer Art Spitzhacke hacke ich in den knüppelharten, total verdichteten Boden. Das Unkraut hat tiefe und nach allen Seiten verzweigte Wurzeln. Es sieht harmlos aus wie Grünlilien, ist es aber nicht. Ich erlebe, wie Aggressionen in mir aufsteigen. Giersch und Quecke, die ich aus meinem Garten kenne, sind nichts dagegen! Großmundig hatte ich versprochen, ein etwa 20 qm großes Beet von Unkraut zu befreien. Am Ende habe ich vielleicht ein Fünftel geschafft, bei vollem Körpereinsatz. Ich bin aber trotzdem zufrieden, habe ich doch alles, und damit mein Bestes, gegeben! Die Rosen strahlen wieder in voller Farbenpracht, die Agaven und Aloe-Pflanzen sehen aus wie stolze Statuen. Ein Wermutstropfen: am Ende nutzt eine der vier Katzen das unkrautfreie Zentrum als Toilette. Ein Gast tröstet mich: das solle ich als Kompliment auffassen, wie gründlich ich gearbeitet habe.

 Bei Karma-Yoga soll man nicht auf die Ergebnisse, und schon gar nicht auf Belohnung schielen. Trotzdem bin ich froh, als Herbert am letzten Tag nach einer anstrengenden Yoga-Session auch mich dankend und lobend erwähnt. Weil dies so unerwartet kommt, treten mir Tränen in die Augen.

Einige der Highlights: Ausflüge in die wunderschöne Umgebung

Mehrmals im Jahr wird Wanderurlaub in die schöne Umgebung angeboten, und Ausflüge und mehrstündige Wanderungen stehen das ganze Jahr über auf dem Programm. Eine Vollmondwanderung in einem Kalksandsteingebirge in der Nähe von Malaga unter der Leitung von Eberhard, Wilfrieds Bruder, wird mir ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Er erzählte nette Geschichten, Witze und Insider-Informationen und verteilte auf der Fahrt köstliche Bonbons. Der Mond geht orangen auf, die Venus wirkt weiß dagegen. Das Gebirge sieht aus wie ein kleiner Gran Canyon. Oben begrüßt uns ein junger Fuchs im Mondlicht, einfach magisch. Weiter unten sehen wir ihn noch einmal. Einige sind nicht ganz schwindelfrei und werden von den CASA-Mitarbeitern unter die Arme genommen und fast den Gipfel hinunter getragen. Auch ein Ausflug zu einer kristallklaren Bucht mit der Möglichkeit zum Schnorcheln war ein Highlight meines Aufenthalts. Der Marktbesuch war für meine Kinder attraktiv, die sich T-Shirts und Ledergürtel für 2 Euro kauften. Mir war das Gewusel, Gefeilsche und das Angebot schreiend bunter Billig-Artikel vor allem aus Fernost zu viel, und ich sehnte mich nach der idyllischen und friedvollen Casa el Morisco zurück.

 Der Begründer der CASA, Wilfried, hatte mit Mitte vierzig alle möglichen Zipperlein und stellte dann seine Ernährung auf vegetarisch um. Nach einer Heilpraktikerausbildung wusste er: ich will etwas mit Gesundheit machen. Aber nicht helfen oder heilen, sondern Menschen in die Lage versetzen, gesünder zu leben. Nur gesunde Ernährung, das reichte in seinen Augen nicht, und er lies sich als Yoga-Lehrer ausbilden. Sein Konzept geht auf, und er ist selbst ein Beispiel, was jeder mit gesunder Lebensweise erreichen kann: stabile Gesundheit, eine ansteckend gute Laune, nicht nur vom Leben träumen, sondern seine Träume verwirklichen. Für Wilfried gehört jetzt, mit Mitte 60, das Abenteuer Vaterschaft dazu. Für seine entzückende kleine Tochter, die er mit einer Spanierin hat, will er noch lange fit und gesund sein.  

 Hier ein paar Zitate aus dem Gästebuch: „Das ist hier eine Oase für gestresste Alltagsseelen mit einer familiären, sehr warmherzigen Atmosphäre.“ „Ich habe meine erste Apfelsine vom Baum gepflückt.“ „Eine Oase der Ruhe, die zugleich voller Lebendigkeit steckt.“ „So erholt und entspannt nach nur einer Woche „Auszeit“ habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.“ „Es ist wie Urlaub unter Freunden.“ „Gleich nach meiner Anreise hatte ich das Gefühl, im Paradies gelandet zu sein. Meine Erwartungen wurden noch übertroffen.“ Ich komme sicher wieder, vielleicht wird die Casa meine zweite Heimat. Im Februar lasse ich mich auf der Casa von Remo Ritter aus der Schweiz zur Yogalehrerin ausbilden und freue mich schon sehr auf diesen „Urlaub unter Freunden“.

 Für die Bio-Puristen ist die „Finca Ecológica El Morisco“ die erste Adresse, gegründet vom Deutschen Wilhelm Benner. Als „Oase für Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden“ werden Gäste ausschließlich mit Bio-Produkten aus eigenem Anbau, auf  Wunsch auch Frischkost, im hauseigenen Restaurant verwöhnt. Auch hier: subtropische Fruchtbäume, Pool und Sauna, Sport, Wandern und Meditation. Außerdem: Malkurse, Segelturns, Jeeptouren und Reiten. Auch auf der Finca kann man als „Working Guest“, wie als „Karma-Yogi“ in der CASA, gegen Kost und Logie plus Taschengeld mitarbeiten. Wohnmobile und Caravans sind willkommen. Die Sicht ist hier oben atemberaubend.

 Mein Tipp: Urlaub im Casa el Morisco machen, im Hofladen der Finca Ecológica zum Beispiel getrocknete Bio-Mangos einkaufen und dabei vielleicht schon vom nächsten Urlaub träumen.

 

CASA EL MORISCO, Benajarafe/Malaga, Tel. 0034-9525513314, casa@morisco.de, www.morisco.de. Urlaub ab 350 Euro/die Woche für Übernachtung mit Frühstück, 525 Euro die Woche mit vegetarischem Ganztagsbuffet, mit Yoga-Wohlfühlprogramm( 1.3.-1.11. 2009 und 28.2.-31.10.2010) ab 595 Euro, zweite Woche 565 Euro. Transfer vom Flughafen sowie Getränke jeder Art inklusive.   

 Finca Ecológuca El Morisco, Familie Hüglin, info@fincaelmorisco.eu, www.fincaelmorisco.eu .Preise für Halpension ab 24 bis 72 Euro pro Tag, je nach Saison und Komfort, Einzelzimmer-Zuschlag 15 Euro. Spezialitäent im Hofladen: Biowein aus der Gegend, Vollkornkekse und getrocknete Mangos.

 

 Farbenfrohe und phantasievolle vegetarische Schlemmereien  aus der CASA EL MORISCO

 Kichererbsenaufstrich

100 g Kichererbsen weichkochen und dann mit Pfeffer, Salz, Essig und Olivenöl pürieren. Je nach Geschmack gekochte Möhren, rote Paprikastückchen und/oder klein gehackte Zwiebeln zugeben.

 Avocadocreme

2 entkernte Avocados mit etwas Olivenöl, Salz, Zitronensaft und frischem Knoblauch pürieren.

 Tomatencreme

100 g Butter bei Zimmertemperatur weich werden lassen, dann Bierhefe, Tomatenmark und gehackte Petersilie unterrühren.

 Gefüllte Auberginen

2 Auberginen längs in der Mitte durchschneiden, mit Olivenöl und etwas Salz beträufeln und im Backofen bei 200 Grad ca. 15 Minuten garen. In der Zwischenzeit 1 Zwiebel, 100 Champignons und 4 Tomaten klein schneiden. Das Innere der Auberginen mit einem Löffel herausschaben und unter die Tomaten-Champignon-Mischung geben. 50 g Pinienkerne und die Masse in die Auberginenhälften geben und im Ofen noch mal 30 Minuten backen. Nach dem Backen mit Raspelkäse überstreuen.

 Zucchini-Gurkensalat in Avocadocreme

1 Salatgurke und 2 Zucchini mit der Gemüseraspel in feine Streifen schneiden. Für die Sauce 1 Avocado, ½ Becher Joghurt, 1 Teelöffel pflanzliche Gemüsebrühe, etwas Olivenöl und den Saft von einer Zitrone pürieren. Das geraspelte Gemüse in die Sauce einrühren und ca. 1 bis 2 Stunden durchziehen lassen. Vor dem Servieren mit Sonnenblumenkernen bestreuen und mit Petersilie garnieren.

 Tomaten-Paprika-Salat

4 rote Paprika auf dem Backblech bei 200 Grad so lange rösten, bis sich Blasen bilden und die Schale beginnt, sich braun zu verfärben. Dann abkühlen lassen und die Schale entfernen. Die Paprika klein schneiden und etwa die gleiche Menge frische Tomaten achteln. Mit einer kleingehackten Zwiebel, Salz, Olivenöl, Knoblauch und Essig abschmecken.      

 

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