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Reiseziele für Körper, Seele und Geist - Tipps von Barbara Simonsohn

 

 

Stubai – größtes Gletscherskigebiet Österreichs

Suchen Sie nach einem schneesicheren Ort für die Ostertage? Oder träumen Sie gar davon, bis Juni skizufahren? Vielleicht ruft es Sie auch schon im Oktober zu den „Brettern, die die Welt bedeuten“, nämlich zu Skiern oder Snowboard? Einen besseren Platz dafür als das Skigebiet Stubai-Gletscher, der „Spitze Tyrols“ mit dem idyllischen Dorf Neustift wird es dafür kaum geben.

In der Hymne auf das Stubaital, dem Stubailied, heißt es: „Die Saile und der Sonnenstein, die sind des Tales Tor, im Hintergrund der Gletscher Reihn, sie ragen kühn empor. Zuckerhut vom blanken Eis, Berge hoch und steil und kahl, Habichtspitze blendend weiß, ihr umgrenzt das Stubaital.“ Das Stubai-Tal wird auch „schönstes Tal der Alpen“ genannt. Es liegt nur 20 Autominuten von der Landeshauptstadt Innsbruck entfernt, gut per Bahn oder Billigflieger zu erreichen oder über die Brennerautobahn. 35 Kilometer lang und umgeben von 80 Gletschern und mehr als 100 Dreitausendern präsentiert sich das Stubaital mit seinen fünf idyllischen Orten Neustift, Fulpmes, Telfes, Mieders und Schönberg. Wahrzeichen ist neben dem Habicht der 3507 Meter hohe Zuckerhütl. Schifahren auf 3000 Meter Höhe macht das Osterglück perfekt. Die Schneegarantie bis zum 1.5. heißt „Geld zurück“-Garantie, sollte die Abfahrt zur Mittelstation nicht möglich sein. Die Sonnenschilauf-Pauschale wird vom 9.Mai bis 5.Juni angeboten und bietet besonders günstige Pauschalpreise. Die Gipfelplattform „Top of Tyrol“ auf 3210 Meter sorgt für einzigartige Bergsicht und gibt den Blick frei auf 109 Dreitausender in den Stubaier Alpen. Das Viscope-Fernrohr blendet dem Gast die Gipfelnamen ein.

Wissenschaftler haben festgestellt, dass sportiver Urlaub im Schnee viel gesünder ist als Sommerurlaub am Strand. Er stärkt Herz und Kreislauf, bildet Muskeln und hebt die Stimmung. Im weitläufigen Skigebiet trainieren regelmäßig das deutsche und schwedische Nationalteam. Die „Kronenzeitung“ titelt: „Skifahren ist gut für´s Herz und macht glücklich.“Professor Dr. Erich Müller von der Universität Salzburg: „Der Sport auf zwei Bretteln ist fördert nicht nur die Muskulatur und damit die Kraft, sondern ist auch  super fürs Herz-Kreislauf-System und beugt damit vielen Zivilisationskrankheiten vor.“ Der Skitag gleicht einem Intervalltraining, das Fett verbrennt und gut fürs Herz ist. Traumhafte Pisten, elegante Schwünge und das unfassbar schöne Panorama des Stubaier Gletscher als Trainingsgerät tauscht man gern gegen ein Fitnessstudio ein. Skifahren hilft auch  gegen Depressionen, den berüchtigten Winterblues. Professor Müller: „Nach einem Skitag ist der negative Gemütszustand weg, Gereiztheit und Niedergeschlagenheit sind verschwunden. Auch das hat unsere Studie mit 500 Versuchspersonen eindeutig bewiesen.“ Außerdem: Skifahren ist auch für ältere gut, nicht nur als Herz-Kreislauf-Training, sondern indem es nachgewiesenermaßen Osteoporose vorbeugt und therapiert.

Im Stubaital, auch auf dem Gletscher, finden auch Anfänger jede Menge blaue Pisten, und die Skilehrer des Stubaitals sind berühmt für ihr Fingerspitzengefühl und ihre Kunst, als „Skiflüsterer“ auch scheinbar hoffnungsvolle Fälle immer wieder von Neuem zu motivieren, so dass sich Spaß und Ernsthaftigkeit die Waage halten. Die Skilehrer sind nicht nur Trainer, sondern auch Psychologen. Ein „heißer Tipp“: Simon von der Neustifter Skischule Olympia! Immer freundlich, dabei bestimmt, lässt er uns zu Top-Form auflaufen. Rote Pisten und Huckel verlieren so ihren Schrecken, und Skifahren wird immer eleganter und damit müheloser. Als meine Sonnenbrille innen vereist, leiht er mir seine eigene! Meine Tochter schwärmt von ihrem Snowboardlehrer Christoph, der in derselben Schule arbeitet. „Solche netten Lehrer wünsche ich mir für die Schule!“     

Was gibt es Schöneres, als nach einer genussvollen Skiabfahrt inmitten der überwältigenden Stubaier Bergwelt im Liegestuhl zu liegen, sich von der Sonne bräunen zu lassen, ein Skiwasser zu trinken und dabei die Seele baumeln zu lassen? Das ist purer Genuss und Erholung für Körper, Geist  und Seele. Vier verschiedene Skigebiete stehen im Stubaital zur Auswahl, mit insgesamt mehr als 150 Kilometern Pistenvergnügen. Das Pistenangebot lässt keine Wünsche offen. Mit dem Stubaier Super-Skipass können alle Liftanlagen des Tals genutzt werden, der Eintritt ins Hallenbad Neustift ist eingeschlossen, und Kinder unter zehn Jahren fahren in Begleitung eines Elternteils bei allen Bergbahnen im Stubaital frei. Neben Skipisten erwarten den Gast herrliche Höhenloipen, romantische Winterwanderwege und rasante Rodelstrecken.

Beim Restaurant Gamsgarten befindet sich der Big Family Kinderarten, in dem Kinder ab drei Jahren bestens betreut werden, für 18 Euro pro halbem oder 26 Euro für den ganzen Tag. Eine Reservierung ist nicht nötig. Kein Wunder, dass die Stubaier Gletscherbahn vom ADAC Guide bereits zum zweiten Mal zum „Top Skigebiet 2010 Familien“ gekürt wurde und damit zu den drei Kinder- und Familienfreundlichsten Winterzielen der Alpen. Kriterien waren die Kinderbetreuung, der Preis des Skipasses und die Anzahl leichter, breiter Pisten. Immerhin 1500 Wintersportorte wurden getestet. Das Stubaier Gletschergebiet ist bis Juni absolut schneesicher auf feinsten Firnschneepisten. Die Gletscherbahn bringt die Gäste auf fünf weitläufige Gletscher, so dass überall entspanntes Fahren garantiert ist.

Direkt in Neustift befindet sich das Alpen-Paragliding-Center Stubai. Dort kann jeder ohne Voraussetzung winters wie sommers für knapp 100 Euro einen Tandemflug buchen und dabei mehr als 1000 Höhenkilometer überwinden. Dieses Erlebnis ist phantastisch. Der Start erfolgt mit wenigen Laufschritten. Man gleitet lautlos mit dem sicheren Gefühl eines erfahrenen Piloten im Rücken vom Berg ins Tal. Der Blick aus der Vogelperspektive über die Stubaier Bergwelt und das Tal mit seinen Dörfern, Feldern und Wäldern ist phantastisch. Ich durfte sogar steuern und Kreise drehen. Wem dies Lust auf mehr macht, kann natürlich auch einen Kurs buchen oder gar einen Paragliding-Urlaub in Neustift verbringen. Hier findet regelmäßig der Paragliding-Weltcup statt wegen der hervorragenden Bedingungen wie Thermik und Wetter.        

Der Stubaier Hof, eine Klasse für sich

Der Stubaierhof in Neustift steht unter dem Motto „Berge erleben, wohlfühlen, genießen.“ Diesem Motto wird das Vier-Sterne-Hotel im idyllischen Neustift mehr als gerecht. Die Atmosphäre: gemütlich, gediegen und stilsicher tyrolerisch, ohne altbacken zu wirken. Hier begegnet man der sprichwörtlichen Tyroler Gastfreundschaft. Die immer freundliche Bedienung, fast alle sind Familienmitglieder, erfüllt jeden Wunsch. Im Gästebuch fordern viele Stammkunden 5 Sterne! Immerhin:  Das Magazin „Skiguide“ hat dem Stubaierhof die Höchstzahl von 5 Sternen verliehen. Kulinarische Köstlichkeiten aus heimischer Küche  und Spezialitäten aus den verschiedensten Ecken der Welt verwöhnen auch den anspruchsvollen Gaumen. Die Kräuter kommen frisch aus dem „Bergkräutergartl“.

Hallenbad mit  Blick auf die Stubaier Alpen mit Massagedüsen und Gegenstromanlage und die Saunawelt mit vier Saunen für jeden Geschmack laden zur Entspannung ein. Im Ruheraum am offenen Feuer auf Wellness- oder Bergheuliegen lässt man den Tag ausklingen. Ein bezaubernder Spruch von Bischof Dr. Reinhold Stecher lädt zum Meditieren ein: „Die Berge schweigen über einer lauten Welt. Die Berge ruhen – über einer hastenden Welt. Die Berge fordern – in einer verweichlichten Welt. Die Berge wärmen – in einer erkalteten Welt. Die Berge strahlen – in einer dunklen Welt.“ Ein umfangreiches Massage- und Kosmetikprogramm lässt keine Wünsche offen, von Thailändischer Tempelmassage bis Meersalzpeeling ist alles dabei. Der Stubaier Hof ist auch kinderfreundlich: mit Babysitter-Service und Kinderspiel-Paradies mit Kletterwand.

Ein Aktivprogramm – Fackelwanderungen, Rodelabende und Schneeschuhwanderungen sowie gesellige Schinachmittage - ist inklusive. Auf den zauberhaften Haflingerpferden gegenüber vom Hotel können die Kinder der Gäste im Sommer kostenlos reiten. Kutschfahrten und Tandem-Paragleit-Flüge organisiert der Stubaier Hof gern. Im vielleicht schönsten Tal Österreichs, im Königreich des Schnees, im sicher schönsten Stubaier Dorf mit alter Barockkirche, dem „Stubaier Dom“,  in diesem gediegenen Hotel mit familiärer Atmosphäre: wo lässt es sich schöner Winterurlaub machen, und das fast das ganze Jahr lang?  

Hotel Stubaierhof, 4 Sterne, Neustift im Stubaier Tal, Tel. 0043-5226-2450, hotel@stubaierhof.eu, www.stubaierhof.eu

Eine hervorragende Schischule: „Neustift Olympia“, Albin Knoflach, Tel. 0043-676 3305112, info@skischule-neustift.com, www.skischule-neustift.com (z.B. Skilehrer Simon, Snowboardlehrer Christoph)

Skiverleih mit hervorragendem Material (Ski, Skistiefel, Snowboardequipment usw.) direkt im Ort: „Sport Danler“, Tel. 0043-5226-2203, sportdanler@aon.at, www.sportdanler.at

Alpen-Paragliding-Center Stubai, Tandemflüge, Kurse, Paragliding-Urlaub unter flugschule@apc-stubai.at, www.alpen-paragliding-center-stubai.at, Tel. 0043-5226 3344 . Auf der Website Film des ORF= österreichischen Fernsehens über die Flugschule.

 

Urlaub unter Freunden – Reisen zu Dir selbst

Wer hat Lust, im Urlaub nur am Strand zu liegen? Oder von einer Sehenswürdigkeit zur anderen zu traben, womöglich noch in einem Pulk von lauter Fremden? Eben. Dass es auch anders geht, zeigt Barbara Simonsohn an vielen Beispielen. Der Vorteil: sie ist selbst dort gewesen. Bei der eingestellten „Esotera“ schuf sie ein neues Genre: spirituelle Reisereportagen. Die Highlights sind auf ihrer Internetseite www.Barbara-Simonsohn.de nachzulesen. Eine bewusste Entscheidung ist wichtig. Denn: Urlaub sollte die schönste Zeit des Jahres sein. Das heißt für Menschen auf dem spirituellen Weg: Sie wollen Gleichgesinnte treffen, Freunde gewinnen, Talente in sich entdecken und ausleben, etwas für die Gesundheit tun, in der Energie von Kraftorten schwelgen, Abenteuer erleben und spirituell vorankommen. Ob Ski, Berge, Meer, Nah- und Fernziele oder Urlaub mit Kindern: bei ihren Insider-Tipps ist für jeden etwas dabei. 

Gutshaus Stellshagen – zu jeder Jahreszeit ein Genuss

Nur 2 ½ Stunden von Hamburg, Nahe dem Ostsee-Bad Boltenhagen, liegt das preisgekrönte Bio-Hotel. Die Küche hat Gourmet-Standard mit Obst, Kräutern und Gemüse aus eigenem Anbau. Das abendliche Buffet ist so überwältigend, dass Neulinge sich grundsätzlich zu viel aufladen und abends zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Ein Hofladen, ein Café, der Kräutergarten mit tibetischen Pflanzen, ein Therapie- und Seminarzentrum sowie eine einmalig schöne Saunalandschaft mit Blick über die hügeligen Felder lassen den Urlaub unvergesslich werden.  Das tägliche Programm umfasst Chi Gong, Meditation, Kräuterwanderungen und Phantasiereisen. Wer einmal hier war, kommt meist wieder. Für viele Hamburger ist das Gutshaus Stellshagen schon zur zweiten Heimat geworden, wo man mehrmals im Jahr Freunde trifft und sich verwöhnen lässt. Alle im Service sind nett und engagiert. Beispiel: die traumhafte Wolle, die ich im Hofladen erstanden hatte, reichte nicht. Ein Anruf zwei Wochen nach dem Urlaub, und mir wurde ein Knäuel nach Hause geschickt. Natürlich wusste die Ladenbesitzerin noch, welche Sorte ich gekauft hatte! Ein Tipp: der Schmetterlingsgarten in Klütz, ein Spaziergang oder eine kleine Radtour entfernt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Barockschloß Bothmer in Klütz oder die Steilküste in Boltenhagen. Es gibt allerdings Gäste, die sich noch nicht mal ein Fahrrad mieten, sondern ihren gesamten Urlaub auf dem weitläufigen Gutshof-Gelände verbringen: „schöner ist es nirgends“. Eine Yogalehrerin aus Köln brachte es auf den Punkt: „Dieser Ort hat eine Aura.“  

Hotel Gutshaus Stellshagen, Lindenstr. 1, 23948 Stellshagen, Tel. 038825-440, Fax -44 333, info@gutshaus-stellshagen.de, www.gutshaus-stellshagen.de

Kühtai – höchstes und schneesicherstes Skidorf Österreichs

Winterurlaub verpasst dieses Jahr? Macht nichts. In Kühtai liegt auf 2020 Metern Höhe bis Ende Mai reichlich Schnee! Dieses idyllische Bergdorf ist nur eine halbe Bus- oder Autostunde von Innsbruck entfernt. Von Hamburg nach Innsbruck verkehren Billig-Flieger. Wer Glück hat, ist also in nur drei Stunden von Haus zu Haus unterwegs. 1892 hat Willy Rickmers, Hamburger Reeder, Kühtai als Skiort entdeckt. Das Dorf hat seither nichts von seinem Charme, seiner Stille, seiner reinen Luft und majestätischen Bergwelt eingebüßt. Es gibt sogar einen richtigen Grafen in einem richtigen Schloss, das alte Jagdschloss von Kaiser Maximilian, wo man 5-Sterne-Urlaub machen kann. Wer „nur“ 4 Sterne braucht, ist im „Kühtaier Schlössl“ sehr gut bedient. Alle Suiten und Zimmer sind mit wohlduftendem Zirbelholz ausgestattet, was nachweislich die Tiefschlafphase verlängert und die Herzfunktion harmonisiert. Eine Wellness-Etage auf 500 Quadrametern mit grandiosem Bergblick ist im meditativen Zen-Stil gehalten. Das Essen hat Extra-Klasse. In Kühtai kommen Skifahrer, Snowboardfahrer, Schlittschuhläufer, Schneeschuhwanderer und Skiwanderer voll auf ihre Kosten. Die Skilehrer sind freundlich und kommen aus der ganzen Welt. Wer Remmidemmi sucht, ist hier jedoch fehl am Platze, es gibt nur eine kleine Disco im Dorf und eine Art Mini-Hofbräuhaus, wo auch Kinder willkommen sind.  

Tourismusbüro Kühtai: www.schneegarantie.at .

„Kühtaier Schlössl“, Familie Klocker, www.kuehtai.at , Tel. 0043-52395204

Yoga-Wellness-Urlaub in Andalusien

Wer sich gern all-inklusiv vegetarisch verwöhnen lassen möchte, sich Sonnen und Yoga machen will, ist hier an der richtigen Adresse. Nur zwanzig Minuten vom Flughafen Malaga entfernt, mit Billig-Fliegern mit jeder deutschen Großstadt verbunden, strahlt dieser Ort Ruhe und Kraft aus. Inmitten einer subtropischen Landschaft mit Feigen, Mangos, Wein und Hibiskus finden Besucher einen Salzwasser-Pool, eine Sauna, einen indischen Garten mit Tempel und Teich, drei lichtdurchflutete Seminarhallen, ein Riesen-Trampolin und einen von Künstlern angelegten „Garten der Sinne“. Den ganzen Tag stehen außer den drei Mahlzeiten Getränke, einschließlich Bier und Wein, und Essen zur Verfügung. Zum Strand sind es nur 25 Geh-Minuten. Von März bis Oktober finden täglich mindestens vier Yoga-Sessions unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen statt, Meditationen, Mantrensingen, Theater- und Trommel-Workshops und Ausflüge in die wunderschöne Umgebung einschließlich Vollmond-Wanderung auf 1000 Meter Höhe und schnorcheln in einer paradiesischen Bucht. Eine Pfauen-Familie streift frei durchs riesige Gelände. Hängematten zwischen hohen Bäumen laden zur Entspannung ein. Immer im Februar bildet der Schweizer Remo Rittiner hier Yogalehrer aus, sein Buch „Yoga-Therapie“ ist ein Bestseller. Ich habe hier Feuer für Yoga gefangen. Wem Müßiggang auf die Dauer zu langweilig ist, kann als „Yogi“ oder „Yogini“ in Küche oder Garten helfen. Auch meine Kinder im Teenager-Alter fanden es toll auf der Casa. Der ideale Platz für Alleinreisende, die schnell Anschluss haben möchten und sich zwischendurch ein oder zwei Wochen aus ihrem Alltag ausklinken wollen.

„Casa el Morisco“, ES-29790 Benajarafe/Malaga, Tel. 0034-952513314, www.morisco.de . Kostenloser Transfer-Service.

Geheimtipp: Biohotel Spöktal, Lüneburger Heide

„Was frag´ich nach den Menschen, und nach der lauten Stadt, wenn mich die Heidelandschaft, die tiefe Stille hat“, heißt es beim Heidedichter Herrmann Löns. Warum in die Ferne schweifen…. Dieses Hotel liegt nur einen Sprung von Hamburg entfernt, in Bispingen. Der alte Familienbetrieb in traumhafter Natur – 20 Hektar eigenes Gelände – verzaubert die Sinne. Ein kristallklarer Bach plätschert durchs Tal.  Der farbenfrohe Staudengarten zieht Wolken von Schmetterlingen an, auf den Wegen findet man die seltene Ringelnatter oder kann Eisvögel, Füchse und Steinmarder beobachten, und das Essen hat Gourmet-Qualität und ist aus bio-dynamischem Anbau. Der Hausherr, Christopher Marold, ist ein wandelndes Lexikon, was Pflanzen und Tiere betrifft. Das erlebt man auf den Wanderungen, die er mehrmals die Woche anbietet. Der Hausherr spielt konzertreif Cello und beglückt seine Gäste mit Hauskonzerten. Klassische Musik auch durch Interpreten von auswärts hat einen festen Platz im Naturhotel Spöktal, wie auch Singen am Kamin, Morgen-Gymnastik, Gesundheitswochen mit Qigong, eine Woche der Vogelstimmen, Bildhauern und Koch-Kurse. Es gibt einen Abenteuer-Spielplatz mitten im Wald. Die Privat-Sauna entstand aus einem alten Whisky-Fass! Ein Badesee mit kristallklarem Wasser und hellem Sandstrand befindet sich im Dorf. Ein Spross der Großfamilie ist Qi-Gong-Lehrer und Heilpraktiker mit Praxis im Haus. Einmal war ich auf Wunsch meiner Tochter mit meinen Kindern im nahen „Snowdome“ in Bispingen. Wir waren alle froh, aus dieser Kunst-Welt wieder in die Idylle dieses Ortes, an dem die Zeit still zu stehen scheint. eintauchen zu können.   

Biohotel Spöktal, Bispingen-Steinbeck, Tel. 05194-2320, www.spoektal.de .Übernachtung inkl. Frühstücksbuffet ab 41 Euro. Auch Ferienwohnungen.   

Club Ouranos für Kreative und Naturliebhaber

„Club Ouranos“ auf Korfu ist der erste Club, der von „T.I.T.- Trans Inside Travel“ ins Programm genommen wurde. Das Motto lautet: „Die Reise zu Dir selbst – meditativ, kreativ, inspirativ.“ Die Insel ist „Griechenland at ist best“, oder, wie Nikos Kazantzakis schreibt: „Nirgendwo sonst haben sich diese beiden Teile des vollkommenen Ganzen, Mars und Venus, so vollkommen vereint wie im strengen und lächelnd-freundlichen Griechenland, wo die Landschaft hier herb, ernst und stolz, dort weiblich und voller Zärtlichkeit, heiter und anmutig ist.“ Umgeben ist der Club von grünen Olivenhainen und malerischen Buchten. Fast überall genießt man traumhaften Meerblick. Das umfangreiche Clubprogramm bietet für jeden etwas: Schon morgens gibt es Meditation und Singen, ein Kreativdorf lädt unter fachkundiger Leitung zum Malen, Bildhauern oder Töpfern ein, und in der romantischen  Mondscheinbar kann man abends den Tag ausklingen lassen mit einem leckeren Cocktail. Zwei Mal die Woche ist Disko. Das tägliche Programm ist frei, die mehrstündigen Workshops über drei Tage zu Themen wie „Auf dem Weg zur Selbstliebe“ oder „Spirituelles Singen“ – u.a. mit Regine Steffens - sowie die Ausflüge per Boot auf die Nachbarinsel und Wanderungen sind gebührenpflichtig. Es finden auch Wochen-Workshops statt wie „Yoga und Wandern“, „Quantenheilung“, „Hormon-Yoga“ oder „Alta Major“ mit renommierten Lehrern.  Täglich wird ein wechselndes Programm mit Yoga, Tanz, Tai Chi, Phantasiereisen, Meditation,  und Körperübungen angeboten. Man kann aber auch einfach in der Hängematte im Olivenhain entspannen oder in Gesprächen und gemeinsamem Schweigen seine Seelenverwandtschaft mit anderen feiern.

Der Club ist vom 30.April bis zum 22.Oktober geöffnet. Das Essen – Halbpension – ist vegetarisch und lecker. Leider fehlt ein Pool. Das Meer ist allerdings nur zwanzig Gehminuten entfernt. Ganz in der Nähe finden Naturliebhaber einen FKK-Strand und dort Kontakt mit Gleichgesinnten. Die Höhepunkte meiner Reise: meditatives Tai-Chi auf dem Dach eines Restaurants hoch über dem Meer, die spektakulären Sonnen-Untergänge beim Abendessen, und das Joggen am Meer am endlosen Sandstrand. Es herrscht ein guter, liebevoller Geist, und die meisten bleiben zwei Wochen oder länger. Kinder und Teenies lieben gleichaltrige Gesellschaft. Dafür sollte man sich besser mit befreundeten Familien verabreden: Kinder und Jugendliche waren in den zwei Wochen, die ich mit meiner Tochter 2010 im Club war, kaum vertreten. „Ouranos“ heißt „Himmel“. Ein Eintrag aus dem Gästebuch: „Mir ist, als müsste jeden Moment auf meiner Stirn eine Blume blühn.“ Oder eine Conni aus Hamburg: „Abschied nehmen und … wissen, dieser Ort gehört zu meinem weiteren Leben!“ Es ist dies tatsächlich ein Platz, an dem ich mich dem Himmel oft sehr nah gefühlt habe.

“Club Ouranos“ über T.-I.T.-Trans Inside Travel, Tel. 08071-2781, info@tit-travel.de , www.tit-travel.de . Umfangreicher Katalog wird zugeschickt         

Serfaus – glückliche Kinder, entspannte Eltern

Österreich ist bekannt für seine Kinderfreundlichkeit. Es gibt in ganz Tirol keinen Ort, der sich so auf Kinder und ihre Bedürfnisse ausgerichtet hat wie Serfaus in der Nähe von Landeck. Wenn die Kinder glücklich sind, sind es die Eltern auch! Nirgendwo sonst ist die Dichte an Kinderhotels so groß wie hier. Wir – meine 15jährige Tochter, ihre gleichaltrige Freundin und ich – haben uns in „St.Zemo“ einquartiert. Zuerst denken wir, wir sind etwas deplaziert. Aber dieser Eindruck täuscht. Weil das Kinderprogramm – von 7 bis 22 Uhr, nach Altersgruppen getrennt, betreut von ausgebildeten Kindergärtnerinnen – so umfangreich ist, kommen die Eltern ohne schlechtes Gewissen  auf die Piste oder können sich in der „Alpinen Natursalz-Grotte“ mit 20 Tonnen (!) Himalayasalz, in der Saunalandschaft mit Schwimmbad oder im „Floatarium“ entspannen. Überall Kinder, aber selten Geschrei oder Gezank, stattdessen viel Lachen. Das Hotel birgt sogar einen Streichelzoo mit einem zahmen Murmeltier, Eseln, Schildkröten und Ponys. Ein Spiele-Raum für die älteren erfüllt jeden Anspruch, und spannende Outdoor-Aktivitäten für Kinder und Jugendliche sind sommers wie winters selbstverständlich. Skifahren lernen die Kleinen ab drei Jahren.

St. Zemo hat viel zu bieten. Das schwerelose Erlebnis im Kristallsalz-Floatarium in der Pyramide schenkt eine einmalige Tiefenentspannung. Floaten bringt den Flow! Alle Zimmer sind entstört, es gibt Grander-Wasser, Salzkristall-Lampen, Infrarot-Sauna, eine Heugrotte, ein Kneipp-Rondell, Farb-Klang-Liegen, Schwebe-Liegen,  Energie-Bilder der Eigentümerin, die Reikilehrerin ist, selbst das Schwimmwasser ist mit Heilinformationen aufgeladen. Massagen, Ayurveda, Wirbelsäulen-Therapie, Energie-Essenzen, Hot Stone, Aroma-Therapie und Algenkosmetik runden das ganzheitlich orientierte Programm ab.  Natürlich ist das Essen hervorragend, wir nehmen meist das Vital-Menü, die Mädels unter Kichern zum Nachtisch manchmal Hipp-Gläschen. Neuerdings gibt es Kurse „Family Balance“, Quantenmedizin zur Harmonisierung von Familienstrukturen. Kein Wunder, dass St. Zemo als „Gesundheitshotel“ ausgezeichnet wurde und die Zeitschrift „Eltern“ es mit „sehr gut“ bewertete. Für Schneebegeisterte stehen 180 Pistenkilometer zur Verfügung, die Kinderschneealm hat 80 000 qm, und man kann direkt vom Hotel mit Schiern und Schlitten abfahren. Im Sommer sind die Seilbahnen im Hotelpreis eingeschlossen, und es gibt ein umfangreiches Outdoor-Aktivitäten-Programm für Jung und Alt. Die Mädels haben snowboarden gelernt, Wintersport ist bis Ostern möglich. Im Sommer kommen wir wieder.

Family & Spa Kinderhotel St. Zeno, Serfaus i. Tirol, Tel. 0043-54766328, st.zeno@kinderhotel.com, www.kinderhotel.com .

 

 

Hotel Gutshaus Stellshagen – ein Traum zu jeder Jahreszeit

Wer träumt nicht davon? Eine Oase der Ruhe, mit unberührter Natur, aber nicht zu weit weg, wo man einmal richtig vom Alltag abschalten kann, wo man mit gesunder vegetarischer Kost verwöhnt wird, die Räume nach Feng-Shui-Gesichtspunkten ausgestattet sind, und man nette Gleichgesinnte trifft. Ein Traum? Gott sei Dank nicht. Im Bio- und Gesundheitshotel „Gutshaus Stellshagen“ findet der Ruhebedürftige all dies und noch viel mehr zur Regeneration von Körper, Seele und Geist.

Nur 1 ½ Autostunden von Hamburg, und 2 ½ von Berlin, aber auch gut mit der Bahn zu erreichen, liegt das fürstliche Anwesen mit Blick auf den See nur 10 Minuten von der Ostsse entfernt zwischen Lübeck und Wismar in Mecklenburg-Vorpommern in absoluter Abgeschiedenheit und Ruhe. Im herrschaftlichen Ambiente lebt es sich wie in alten Zeiten, und der Gast wird verwöhnt von vielen guten Geistern. Vegetarische Delikatessen zum Teil aus eigener Landwirtschaft, Bio-Weine, Frischsäfte, Bio-Eis und frisch gepresster Weizengrassaft – wo sonst gibt es den in Deutschland? – verwöhnen den Gaumen und beweisen, dass „gesund essen“ alles andere als Askese sein muss. Viele Gäste und Tagesgäste kommen vor allem wegen des köstlichen Essens mit großem Salat- und Müsli-Buffet mit verschiedenen Frischkornbreis und Bircher-Brenner-Müsli. 

Die Geschichte von Stellshagen – ein Märchen, das wahr wurde

Getrud Cordes erzählt ihre Familiengeschichte. Die Vertreibung ihrer Familie aus Stellshagen durch die Russen hing als Mythos über ihrer Familie. Eigentlich suchte sie nur Räumlichkeiten für eine Heilpraktiker-Praxis auf dem Lande. Und dann, „zufällig“, erfuhr sie 1994, dass die Treuhand ihr Elternhaus zum Verkauf anbot. Erst wollte sie nicht. Aber als sie dann endlich hinfuhr, war sie wie verzaubert. Wie heute ihre Gäste. „Es war, als wenn man eine Schatztruhe öffnet.“ Sie konnte nicht anders, und kaufte das Anwesen zurück. Sie hat Stellshagen zu einem Ort gemacht, an dem sie Menschen trifft, „die das Leben so sehen wie ich.“ Ihr Kräutergarten mit chinesischen und westlichen Heilkräutern ist ein Augenschmaus und Dufterlebnis, ein Ruhepunkt für die Erde. So wie Stellshagen für die Menschen, die hierher kommen und einen Ruhepunkt in ihrem Leben finden.  

Die Gebäude wurden nach baubiologischen Gesichtspunkten renoviert. Es gibt eine Elektrofreischaltung für alle Schlagräume, ein Teil des Stroms wird in einem Blockheizkraftwerk erzeugt, Solarwärme wird genutzt, und die Räume sind hell und freundlich aus baubiologischen Materialien. Fast alle haben Dusche oder Bad und WC, Balkon, einen störfeldfreien Schlafbereich durch Netzfreischaltung, sind mit Vollholzmöbeln ausgestattet, es gibt auf Wunsch Kopfkissen aus Dinkelspreu, und wer möchte, kann ein Zimmer mit atmungsaktivem Lehmputz beziehen. Das Auge kann entspannen und trifft nur auf Schönes, Harmonisches, Angenehmes. Gereinigtes und energetisiertes Trinkwasser und eine Teeküche auf jedem Stock runden den Gäste-Komfort ab.

Was macht das Gutshaus Stellshagen zu einem Gesundheitshotel? Erst einmal natürlich die Ruhe und die Atmosphäre des Ortes. „Hier kann ich richtig abschalten und zur Ruhe kommen“, höre ich von vielen Gästen. Hinzu kommt das köstliche, aber trotzdem gesunde Essen vorwiegend aus Bio-Anbau. Das Gutshaus Stellshagen ist Mitglied im Bioland-Verband und bewirtschaftet 6,5 Hektar einschließlich großer Gewächshäuser.

Eine wunderschöne Sauna mit Kamin lädt zu jeder Tageszeit zum Entspannen ein. Täglich werden Naturwanderungen, Yoga, Tanzkreise, Meditationen, Vorträge oder Konzerte angeboten. Im neuen Tagungshaus finden Seminare über Rhetorik, Meditation und esoterische Themen statt. Dazu kommt die Möglichkeit, bei den Heilpraktikern vor Ort eine Massage, Shiatsu-Behandlung, Sitzung in Craniosakraler Therapie, Chinesische Kräuterheilkunde, NLP, Aura Soma und vieles mehr zu buchen. Es gibt einen hoteleigenen Laden mit Gesundheits-Literatur, hübschen Feng-Shui-Artikeln, Naturkosmetik und gesunder Kleidung. Gelegenheiten für Golf, Segeln, Surfen, Schwimmen, Tennis und Reiten sind ganz in der Nähe. Wer will, kann aber auch nur in den zahlreichen gemütlichen Teak-Liegestühlen entspannen. Der Hotelbus holt Gäste auf Wunsch von der Bahn ab und fährt sie im Sommer zum Strand. Zahlreiche Wander- und Radwege laden zu Ausflügen in die unberührte Natur ein.

Hotel Gutshaus Stellshagen – ein Besuch lohn sich zu jeder Jahreszeit!

Im Frühling bezaubert die Apfelblüte im alten Obstgarten die Besucher. Wildkräuter blühen, die Wiesen sind bunt, und der Gast kommt fernab der Hektik der Großstadt schnell zur Ruhe. Im Sommer dann: Sommer, Sonne und Strand wie zu Omas Zeiten. Das verträumte Ostseebad Boltenhagen bietet Bootsfahrten zur Insel Poel, und hier findet man noch einsame Strände auch in der Hauptsaison. Im Spätsommer dann eine Farbenpracht: Stoppelfelder, Brombeeren, buntes Laub. Im Herbst gibt es frisch gebrühten Tee und Kaffee und köstlichen selbstgebackenen Kuchen im Wintergarten-Café. Das unvergleichliche Licht des Nordens lässt auch im Winter die Farben leuchten und lädt ein zu stillen Spaziergängen auf hohen Steilküsten über dem Meer, zu Hünengräbern und Steinzeitsiedlungen. Im Winter verwandelt sich der romantische Klützer Winkel in ein weißes Märchenland. Schlittschuhlaufen auf dem Gutsteich, Rodeln für die Kinder und am Abend Kaminfeuer, Kerzenschein und schöne Gespräche. Manche lieben einen Saunagang vor dem Schlafengehen.

Das Gutshaus Stellshagen ist bekannt für seine Jahres-Feste, ob nun Ostern, Pfingsten, Weihnachten oder Neujahr. Mit Meditationen und Ritualen in einmaliger Atmosphäre werden diese Ereignisse zu wirklichen Höhepunkten des Jahres.        

Ein Sommer-Tag in Stellshagen

Frühmorgens, ich mache mich auf zum Joggen. Ein dicker Kater sitzt vor dem Gutshof-Laden. Er lässt sich ausgiebig streicheln und schnurrt dabei wie ein Weltmeister. Dicke Hummeln summen im duftenden Lavendel.

Gleich hinter dem Haupthaus beginnt ein romantischer Jogging- und Wanderweg nach Klutz. Sonnenblumenfelder mit Mohn und Kamille am Rand machen fröhlich. Bis zum Horizont schweift der Blick über hügelige Weizen- und Haferfelder. Mitten in einem der goldgelben Haferfelder steht eine Ruine mit Zinnen. Plötzlich – ein Hase sitzt auf dem Weg, wittert. Schnell springt er in das nahe Kürbisfeld. Zwei Rehe äsen an einem Knick und springen mit weiten Sätzen davon, als sie mich sehen. Pferde lassen sich beim Weiden nicht stören. Hell- und dunkelblaue Glockenblumen blühen im Wald. Kleine gelbe Magheriten sind übersät mit gelb-schwarz-geringelten Raupen, dich ich noch nie gesehen habe. Eine Weinbergschnecke erklimmt einen Baum. Um jede Kurve ein neuer Ausblick. Die Landschaft mit ihren sanften Hügeln erinnert mich an die Schleswig-Holsteinische Schweiz.

Zwischendurch: ein bisschen Ruhe tanken an der Rezeption. Ein Brunnen plätschert im Eingang und verströmt kleine Nebelschwaden. Ein Teller mit Vollkorngebäck und grüner Tee verkürzen die Wartezeit für neu Ankommende. Ich treffe einen alten Bekannten. Wir beide wie aus einem Munde: „Was machst Du denn hier?“

Die Zimmer: helles Holz und weiße Wände, das Bad mit Marmor. Zum Frühstück gibt es zwei Melonensorten, Kiwi, einen Obstkorb, Obstsalat, englisches Porridge, Salate, ein Müsli-Büffet mit verschiedenen leckeren Quarkspeisen, Frischkornmüsli, eine Käseplatte, Rührei und gekochte Eier, frische Brötchen, Vollkornbrot, eine Bio-Säfte-Bar, viele Teesorten, einfach alles, was das Herz begehrt.

Was sagen die Gäste?

Mir ist es etwas peinlich, Gäste nach ihren Erfahrungen zu fragen. Schließlich sind die meisten hier, um ihre Ruhe zu haben. Aber ich bin positiv überrascht: alle antworten freundlich, und viele machten keinen Hehl aus ihrer Begeisterung für den Ort. Fast alle waren schon öfters hier. Ein gutes Zeichen, denke ich.

Die erste Frau, 40 Jahre, hat ein „Verwöhn-Wochenende“ von ihrem Mann geschenkt bekommen mit Vollpension, zwei Behandlungen nach Wahl, einem Begrüßungsgetränk und einer Entspannungs-CD, alles für knapp 200 Euro von Freitag bis Sonntag. „Das Essen ist hier absolut gesund. Außerdem habe ich hier ein Gefühl von zu Hause sein. Einfach Hinsetzen und nichts tun. Himmlisch!“ Was macht sie, wenn es mal regnet? „Viel essen. Sich aufs Bett legen und CDs anhören. Oder in die Sauna gehen.“ Gibt es etwas, das sie stört? Ihr fällt nichts ein.

Als nächste frage ich ein älteres Ehepaar mit Hund, das gerade aus dem Hotel-Laden kommt. Sie kommen aus Neumünster hierher. „Ein oder zwei Mal im Jahr sind wir hier für eine Woche. Was hier so schön ist? Das Essen, die schöne Anwendungen wie die Entspannungs-Massagen, und die Sauna.“ Ob ihnen die Anwendungen auch gesundheitlich weiter geholfen haben? „Ja“, sagt die Frau, „Durch die Cranio-Sacrale Therapie habe ich meine Kopfschmerzen verloren. In Hamburg mache ich das noch ein Mal im Monat und habe jetzt keine Beschwerden mehr.“  

Eine ältere Frau ist mit ihrer Mutter aus für einen Tagesausflug aus Wismar gekommen: „Man kann hier so schön essen“. Sie essen allerdings nur Kuchen und Eis. Sie genießen auch die schöne Sauna. „Die Landschaft ist so schön hier, die Liegen sind so bequem, und alle sind sehr freundlich.“ Etwa alle vier Wochen zieht es sie hierher als Tagesgäste.

Eine Frau, die mit ihrem Mann – Schweißer - hier ist, sagt: „Viele können sich nicht vorstellen, ohne Fleisch zu essen. Ich bin viel rumgekommen. Aber ich habe noch nie so tolles vegetarisches Essen gefunden.“ Besonders angetan sind beide von den Gewürzen und Kräutern im Essen: „Geschmackvoll und gediegen.“ Es gibt nichts, was sie stört. Durch Freunde haben sie vom Gutshaus Stellshagen erfahren, und jetzt haben sie es auch schon guten Freunden weiter empfohlen. „Sylvester wird hier viel angeboten. Buffet und Tanz im Saal, Bleigießen, eine Mitternachts-Meditation mit Engelkarten. Jeder durfte sich einen Stein aussuchen, und es gab ein kleines Feuerwerk. So schön habe ich noch nie Sylvester gefeiert.“ Auch vom Osterfest ist sie begeistert: „Es wurden Schokoladeneier ausgelegt, und jeden Tag fand etwas Besonderes statt.“

Hier weitere Highlights aus meinen Befragungen. „Die guten Gespräche mit anderen Gästen im Haus sind unvergesslich.“ „Im dritten Jahr in Folge mache ich hier schon Urlaub, weil es der mit Abstand erholsamste Urlaub ist, den ich je erlebt habe. Das Ambiente ist einzigartig, die Super-Küche lässt einen zum Vielfraß werden. Wenn wir nicht 6 Stunden Fahrt hätten, wären wir noch öfter hier.“ „Ich fühle mich wie eine Prinzessin im Schloss. Einen so schönen Urlaub habe ich noch nie erlebt. Ich finde kaum Worte für meine absolute Begeisterung.“ „Ein Hotel, wo von vorn bis hinten alles stimmig ist und wo es gar nicht anders geht, als sich wohl zu fühlen. Ich habe noch  nie so gut gegessen. Überhaupt, die ganz Atmosphäre.“

Ein Mann hebt die „offenen Herzen der Mitarbeiter“ hervor. „Ich bin den super intuitiven Therapeuten dankbar.“ Ein anderer lobt „die lockere und dennoch professionelle Atmosphäre an diesem Ort der Kraft.“ Besonders erwähnenswert findet er außerdem „die Suppen und wahnsinnig leckeren Nachtische.“ „Ich habe das Gefühl, nach Hause zu kommen.“ So oder ähnlich drücken sich viele aus. Einer sagt sogar: „Ich danke Gott, dass es diesen Ort gibt.“ „Die Sauna ist traumhaft, die Ruhe unvergleichlich. Und dann überall die kleinen, liebevollen Details …“ Ein Jugendlicher: „Es ist voll gut hier. Yeah!“ Die „friedvolle, naturbelassene Abgeschiedenheit dieses Ortes“ wird gewürdigt, und die „geradezu paradiesischen Zustände“. Von einer “Oase der Ruhe und der Schönheit” ist die Rede, und von einem “Wohlfühl-Haus”. Gelobt wird auch „das vielfältige Angebot an Behandlungen und Meditationen.“ Ein Landwirt auf zweitägiger Hochzeitsreise: „Hier kommt auch der Bauer zur Ruh, trotz Heuwetters.“

Der gute Geist vom Gutshaus Stellshagen, Frau Cordes, ist Heilpraktikerin und stolz auf ihren Kräutergarten mit chinesischen Kräutern, wohl einzigartig in Norddeutschland. Als Spezialistin für TCM, Traditionelle Chinesische Medizin, gibt sie mir noch Tipps für Nierentees für meine Mutter, die Nierenprobleme hat. Auch meine Kinder – 8 und 15 Jahre alt – fühlen sich sehr wohl und lernen schnell Spiel- und Gesprächspartner kennen. Das nächste Mal nehmen wir vielleicht auch unsere beiden Katzen mit. Haustiere sind willkommen. Beim Wegfahren überlege ich schon, wann wir wiederkommen. Vielleicht zu Sylvester? Und ich weiß schon, welchen freunden und Freundinnen ich das Gutshaus empfehlen werde. Natürlich nur den besten. Wenn jeder seine besten Freunde inspiriert, wird Stellshagen sicher noch öfter ausgebucht sein. Rechtzeitige Anmeldung empfiehlt sich besonders zu Feiertagen und Schulferien schon jetzt, die etwa 90 Betten sind schnell belegt. Für immer mehr Menschen scheint das Hotel Gutshaus Stellshagen zur zweiten Heimat zu werden. Eine Oase der Ruhe. Und der Kraft.

Gutshaus Stellshagen, Lindenstr. 1, 23948 Stellshagen, Tel. 038825/44-0, Fax -44333, e-mail: info@gutshaus-stellshagen.de, Website: www.gutshaus-stellshagen.de. Ausführlichen Prospekt „Urlaub auf dem Lande“, Seminarprogramm und Therapieangebot anfordern. Einzelzimmer ab 55 Euro, Doppelzimmer ab 30 Euro pro Person. Halbpension zuzügl. 10 €, Vollpension zuzügl. 20 €. Ferienwohnung für 2 Pers.  ab 75 €. Abendseminare/Vorträge (für Hotelgäste frei)

Infos auch über: Tourismusverbund Mecklenburg-Vorpommern, Platz der Freundschaft 1, 18059 Rostock, Information und Buchung: 0180-500 02 23, info@auf-nach-mv.de .Veranstaltungskalender 2003 auch im Internet: www.auf-nach-mv.de .

Merian-Führer „Mecklenburg-Vorpommern. Die Küste“, Seite 44 und 45: „Feng Shui und Kräutergarten: Gutshaus Stellshagen.“

     

(erschien in „Esotera“, Kurzfassung in „ReiseLust“)

Thalasso-Therapie in Warnemünde: das Meer vom Feinsten

„Das Meer ist keine Landschaft, es ist das Erlebnis der Ewigkeit, des Nichts und des Todes, ein metaphysischer Traum.“ (Thomas Mann)

„Alles Leben stammt aus dem Meer, und  wer sich dem Meer öffnet, findet Anregung und Entspannung. Wer die Schätze des Meeres erschließt und zu nutzen weiß, dem liefert es Nahrung und Wohlbefinden.“ (Hippokrates)

Wir freuen uns über freie Autobahnen auf dem Weg nach Warnemünde. Blühende Rapsfelder überall, und dank Kolchosenbewirtschaftung in der Ex-DDR keine Flickenteppiche, sondern riesige Felder über mehrere Hügel. Atemberaubender Duft dringt selbst durch geschlossene Autofenster. Von Staus oder nur Staugefahr keine Spur. Zwischendurch ein Stück Bundesstraße, gesäumt von uralten Alleebäumen, wie man sie im Westen kaum noch findet. In Warnemünde dann lässt uns die Navigation im Stich: „Diese Straße ist noch nicht digitalisiert“, und wir befinden uns kurzfristig wieder auf der Autobahn. Im Foyer des Hotels Neptun witzele ich beim Einchecken, der Aufbau Ost geschehe wohl zu schnell, dass das Navigationssystem mit all den neuen Straßen nicht hinterher komme. Ein etwas bemühtes Lächeln ist die Antwort.

Ich habe mich für eine Thalasso –Therapie in Warnemünde entschieden, im renommierten 5-Sterne-Hotel Neptun, wo auch Prominente wie Udo Lindenberg, Otto oder Renate Künast gastieren. Bei der Thalasso-Therapie steht die Kraft des Meeres im Vordergrund. Meerwasser, Meeresschlick und Meeresalgen sowie Aerosol-Behandlung und Strand-Walking sollen eine Rundum-Erneuerung und –Entschlackung bewirken. Ich bin gespannt. Meine beiden Kinder, 9 und 16 Jahre alt, habe ich mitgenommen, und ihren 16jährigen Cousin. Mal sehen, wie es läuft, wenn ich bin zu fünf Behandlungen am Tag habe. Aber diese Sorgen sind überflüssig: eine Gästebetreuerin erklärt sich bereit, sich um meine Kinder zu kümmern. Die Jungs ziehen vor, Warnemünde auf Skates und per Tandem selbst zu erkunden. Das Hotel bietet mit seinem warmen Meerwasserschwimmbad, der luxuriösen Sauna und dem Fitnessstudio ebenfalls viel Abwechslung für sportliche Teenager.

Der Blick aus unseren Zimmern im 14. Stock ist ein Traum. Man schaut südwärts bis zu bewalteten Steilküste, dem traumhaft breiten Sandstrand entlang. Die Kurpromenade ist gesäumt von hübsch renovierten Jugendstilvillen. Im Norden ist der Blick noch spektakulärer. Wieder endloser Strand, Strandkörbe, und dann die beiden Leuchttürme von Warnemünde, zwischen denen in endloser Reihe Schiffe ausgespuckt oder geschluckt werden, viele Skandinavien-Fähren, kleine Frachter, Windjammer und eine Vielzahl von Segeljollen. Im Meer dann kleine Flotten von Optimisten: Kinder lernen hier segeln, hin und wieder Windsurfer, Drachenkiter und jede Menge Kinder, Jugendliche und junge Männer mit Drachen. Selbst im letzten Jahrhundertsommer, wo das Binnenland unter den hohen Temperaturen stöhnte, blies hier direkt am Meer immer noch eine angenehme Briese, wie ich mir später von einer Therapeutin sagen lasse.

Das Abendbuffet lässt keine Wünsche offen. Eine Salatbar, tropische Früchte, Gemüse und Fleisch, aber auch Fisch in allen Varianten, oder Vitalkost auf Algenbasis, und zum Nachtisch diverse Cremespeisen und Puddings sowie köstliche Kuchen aus der eigenen Konditorei. Obwohl ich mich zurück halte, habe ich am Ende doch einen vollen Bauch angesichts all dieser verlockenden Köstlichkeiten. Und das Restaurant hat einen spektakulären Blick auf Meer und Küste von allen Plätzen aus! Auch das Frühstücksbuffet ist so reichhaltig wie ein Brunchbuffet in besseren Restaurants, und es geht netterweise bis 10 Uhr 30, so dass man es mit etwas Obst locker bis zum Abendessen, das von 18 bis 20 Uhr 30 angeboten ist, schafft. Wir haben Halbpension gebucht, und das war eine weise Entscheidung. Wer mittags doch Hunger bekommt, kann in einem der drei Restaurants seinen Appetit stillen. Das Angebot geht von Pasta bis zu Seafood und Gegrilltem.

Nach dem Abendessen machen wir einen Verdauungsspaziergang am Strand, zum grünen Leuchtturm. Die Sonne geht langsam unter und färbt das Meer türkis und orange. Die glatten Wellen sehen aus wie aus Quecksilber. In den Ohren nur das Rauschen des Windes und das Kreischen der Möwen. Am Leuchtturm haben sich Familien, Paare und Liebespaare versammelt, um die bezaubernde Stimmung zu genießen. Kennen Sie das Gefühl, zur rechten Zeit am genau richtigen Ort zu sein? Und die absurde Gewissheit, dass es im Moment keinen schöneren Flecken auf diesem Planeten gibt?

Angler lassen einen an ihrem Anglerlatein teilhaben. Ständig fahren Fähren in die Hafenmündung ein, und ab und zu gleiten Segelschiffe, darunter historische Dreimaster, raus Richtung Meer. Trotz einer dunklen Wolkenbank direkt über dem Horizont ist der Sonnenuntergang „perfekt“: Man sieht die Sonne immer dicker und roter werden, bis sie im Meer versinkt. Ein heller Schein bleibt für eine Weile über dem Horizont, er sieht aus wie ein Ufo. Alle Gespräche sind verstummt, so schön ist dieses Erlebnis. Auf dem Rückweg am Meeressaum, gesäumt von wunderschönen Steinen, Algen und Miesmuscheln, schauen wir in glückliche Gesichter, die sagen: „Es ist schön hier. Und wir sind dankbar, hier zu sein.“

Warnemünde – ein renommiertes Ostseebad von Anfang an

Warnemünde ist ein Schmuckstück an der Ostsee, mit seiner alten Bäderarchitektur, seinem hundertjährigen Leuchtturm, seiner breiten Strandpromenade und einem feinsandigen Strand, der im Gegensatz zum Beispiel zur Westküste Sylts nicht ständig schmaler, sondern immer breiter wird. Der Grund: an der südlich gelegenen Steilküste wird Sand angespült und direkt vor Warnemünde angespült. Warnemünde war während der DDR-Zeit Grenzgebiet, und wer die 135 Stufen seines alten Leuchtturms  hinauf wollte, musste schon einen triftigen Grund und eine spezielle Genehmigung nachweisen. Warnemünde war schon im Jahr 1900 ein renommiertes Seebad, und am 30.Juli 1906 verbreitete sich wie ein Lauffeuer: „Die Kaiserin kommt!“. Wer es sich leisten konnte, mietete sich ein Boot und fuhr der Kaiserin entgegen. Die Musikkapelle des Dampfers „Hohenzollern“ spielte die Nationalhymne, das Publikum stimmte spontan mit ein, und die Kaiserin sowie die Prinzessin Viktoria Lusise und der Prinz Oskar winkten huldvoll von Deck. Im 2.Weltkrieg diente der Keller des Warnemünder Leuchtturms als Luftschutzbunker. Wer über Vergangenheit und Gegenwart von Warnemünde bescheid wissen will, sollte sich den „Tidings-Bringer“, ein Warnemünder Bäderjournal, besorgen, und hat dann noch viel mehr von seinem Urlaub in diesem traditionsreichen Ostseebad.

Im Hotel Neptun hängen überall historische Aufnahmen vom Strandleben in alter Zeit, aufgenommen in einem Umkreis von 500 Metern. Damals verbrauchten Bikinis mehr Stoff als heute einteilige Badeanzüge, die ersten „freizügigen“ Damen wurden von der Polizei abtransportiert, und weissgekleidete Männer liefen über den Strand und verkauften Milch, Kakao und Buttermilch. Heute gibt es am Warnemünder Strand viel mehr Dünen als früher, keine Burgwälle mehr um die Strandkörbe, und einen FKK-Strand.     

Meine Gesundheitswoche im Hotel Neptun – fit durch die Kraft des Meeres

SPA heißt: sanus per aquam, gesund durch Wasser. Unsere Heimat ist das Meer. Wasser ist für unsere mentale und körperliche Gesundheit wichtiger als jedes andere Lebensmittel. Der Salzgehalt des menschlichen Blutes beträgt 0,9 Prozent, genauso wie im Meer, und auch die Mineralien im Blut entsprechen in ihrer Zusammensetzung und Konzentration denen im Meerwasser. Franzosen und Briten in Küstengegenden füttern ihre Kühe immer noch mit Meeresalgen, in der Bretagne werden sogar mit Meeres-Algen Häuser gebaut, Meeresalgen stehen bei vielen Küstenvölkern wie den Japanern auf dem Speiseplan. Der Japaner isst durchschnittlich 10 % seiner Nahrung als Meeresgemüse. Japaner haben die längste Lebenserwartung unter den Industrienationen. Wir Europäer sollten uns allerdings nicht hauptsächlich von Sushi, Wakame und Nori-Algen ernähren: die Japaner haben sich in ihrer Evolution an die relativ hohen Jod-Werte von Meeresalgen angepasst, die für uns einfach des Guten zu viel wären. Aber eine Thalasso-Therapie mit frischem, gereinigten Meerwasser und äußerlich angewendeten Algen-Präparaten: das kann sein wie Nach-Hause-Kommen, eine Wohltat nicht nur auf körperlicher Ebene.

Thalasso-Therapie, was ist das? Mit der Thalasso-Therapie „scheint sich das Meer dem Menschen zum Geschenk zu machen“ (Dr. Hobert). Entwickelt wurde die Therapie bereits in China, vor 3000 Jahren vom Kaiser Shen-Nung! Auch die Römer und Griechen, ja sogar schon die Ägypter kannten Badekuren als medizinische Behandlungsform. In Frankreich wurde sie dann zur Perfektion entwickelt. 1867 wurde der Begriff „Thalasso-Therapie“ von La Bonnadiere, einem Arzt aus Arcachon, geprägt. Das Fundament ist eine Trilogie aus frischem Meerwasser, Meerespflanzen und Meeresboden. Thalasso heißt im Griechischen „das Meer“, und therapia „die Pflege“.

Eine Säule der Thalasso-Therapie sind Meeresalgen, darunter auch Einzeller vom Urbeginn des Lebens vor 3,5 Milliarden Jahren, welche heute noch für 90 % der Sauerstoffproduktion auf diesem Planeten zuständig sind. Kein anderes Naturprodukt ist so reich an Mineralien, Spurenelementen, Aminosäuren und Vitaminen wie die Meeresalgen, mit einer einzige Ausnahme, der AFA-Alge vom Lake Klamath. Algen leiten Schwermetalle aus, vitalisieren und entschlacken, und straffen die Haut. Algenbäder, -Packungen und Kosmetikprodukte regenerieren und vitalisieren Haut und Bindegewebe und mineralisieren unseren Körper.

Allein die Essenz des frischen, gereinigten und erwärmten Meerwassers im Thalasso-Zentrum – das Hotel Neptun ist übrigens das einzige dieser Zentren in Deutschland – hebt die Ki-Energie oder Lebenskraft an und erschließt verborgene Energiepotenziale. Das Meerwasser hatte Ende Mai nur 11 Grad. Welch Genuss, dann im 30 Grad warmen Meerwasserschwimmbad des Hotels zu schwimmen, oder eine der vielen Meerwasser-Bäder zu genießen. Das Wasser, das therapeutisch im Hotel verwendet wird, war eine halbe Stunde vorher noch Ostseewasser! Mineralstoffeicher Meeresschlick- und Sand sowie die jodhaltige, frische Meeresluft bauen zusätzlich Stress ab, entspannen und vitalisieren. Nur in Thalasso-Zentren hat man die Garantie, dass

-        die Lage direkt am Meer ist;

-        nur frisches, unbehandeltes Meerwasser verwendet wird,

-        ein großes Meerwasserschwimmbecken zur Verfügung steht,

-        ein Naturheilarzt die Anwendungen überprüft und begleitet,

-        das Therapeuten-Team einen hohen Grad an Professionalität vorweisen kann.

Eine „Thalasso-Vital-Kur“, wie ich sie durchgeführt habe, besteht aus Meerwasseranwendungen, Algenbädern- und Packungen, Algennahrung, Gymnastik und Bewegung, Massagen, Aerosol-Behandlungen sowie Bädern, Packungen, Peelings mit Meeresschlamm- und Schlick. Eine Kur direkt am Meer hat zahlreiche Vorteile: die Aerosolwirkung vom Meeressaum, die allergiearme, saubere Luft, die Reizwirkung auf die Haut, die Immunstärkung durch Wind, Temperatur und Meerwasser, das Training wie Barfußlaufen am Meeressaum, die Landschaft mit ihrer grenzenlosen Weite zur Befreiung des Geistes, und das Sonnenlicht für die Vitamin-D-Produktion und Stärkung des Immunsystems.  Die einzelnen Behandlungen dauern bei einer Thalasso-Vital-Kur 20 bis 30 Minuten. Spezielle – zum Beispiel asiatische – Massagen und Entspannungstherapien dauern bis zu 60 Minuten. Dazu kommen tägliche Kosmetikbehandlungen mit Meeres- und Algenprodukten von durchschnittlich einer Stunde Dauer. Wichtig ist die Anfangs-Untersuchung durch einen Naturheilarzt mit Aufstellung eines individuellen Therapieplanes.

Der „Alltag“ im Hotel Neptun

Morgens sind wir bis zur Steilküste gejoggt, durch einen traumhaften Buchenwald, auf dessen Grund gelbe und rosa Taubnesseln sowie weiße Sternchenblumen blühen. Solche Laubwälder gibt es im Süden Deutschlands leider nicht mehr. Walker, Wanderer, Jogger und Radfahrer begegnen uns. Zurück laufen wir direkt am Meeressaum und tanken negative Ionen, die einen belebenden Effekt auf den Organismus haben.

Nach dem Frühstück beginnt meine Thalasso-Therapie. Tochter ist mit ihrer Begleiterin Schwäne füttern, und die Jungs machen einen Ausflug per Tandem. Die Ärztin Dr. Schwanitz untersucht mich. Für mein Bindegewebe zeigt sie mir isometrische Übungen und erklärt mir, dass Cellulite mit schlaffer Muskulatur zusammen hängt. Das wusste ich noch nicht. Auch dafür zeigt sie mir Übungen und verspricht mir, ein Buch mit Instruktionen mit zu bringen. 6 bis 8 Minuten Training jeden Tag würden reichen. Ich bin gespannt. Das wäre zu schön um wahr zu sein: erfolgreiches Muskeltraining mit wenig Zeitaufwand bequem zu Hause, ohne ein Fitnessstudio aufsuchen zu müssen, was nicht „mein Ding“ ist: ich mag dort die Musik nicht, das Zurschaustellen der neuesten Fitnessmode und die taxierenden Blicke der meist jüngeren Besucher. Jedenfalls ist die Ärztin ein gutes Beispiel für den Erfolg: Sie ist sicherlich jenseits der fünfzig, hat aber eine tolle Figur mit straffer Haut, gerader Haltung und muskulösen Armen und Beinen.

Meine Thalasso-Therapie zur Anregung des Kreislaufs – ich habe einen sehr niedrigen Blutdruck – und zur Entgiftung und Entschlackung beginnt mit einem Meeres-Peeling. Eine türkisfarbene Meeres-Algenessenz wird aufgetragen und erwärmt und danach abgeduscht. Ein Meeresalgen-Gel wird sanft einmassiert. Dann kommt der eindeutige Höhepunkt des Tages: ein Meerwasserbad mit Hydromassage und pulverisierten Meeresalgen. Ich liege fast schwerelos in einer Wanne, die aussieht wie ein Whirlpool, und die mit warmem Meerwasser plus Algenpulver gefüllt ist. Aus über 200 Meerwasser- und Luftdüsen wird Wasser und Luft „ausgespien“, das mal sanft, mal etwas gründlicher alle Körperteile durchmassiert, zyklisch von den Füßen bis zum Nacken sowie über die Unterhaut des gesamten Körpers. Ich fühle mich wie von vielen Händen verwöhnt. Es ist ein unbeschreiblich sinnliches Gefühl: die Kraft des Meerwassers, Wärme, Algen-Power und dann noch Massage! Ich versinke in Glückseligkeit, unbeschreiblich. Und das soll noch einen therapeutischen Effekt haben?

Im Prospekt steht, dass die Hydromassage alle Muskeln stimuliert, den Bluttransport im Gewebe verbessert und Cellulite abbaut. Schade, dass eine solche Wanne 15 000 Euro kostet, und ich noch nicht im Geld schwimme, sonst würde ich mir sofort eine anschaffen. Sicherlich ist es auch ein Unterschied, zu Hause Meeresalgen und Meersalz ins Badewasser zu schütten, oder im frischgepumpten, gereinigten Ostseewasser im Hotel Neptun zu baden, tröste ich mich.

Eine Algenpackung rundet diesen Wohlfühl-Nachmittag ab. Drei Stunden nach der Thalasso-Therapie soll man nicht ins warme Meerwasser-Schwimmbad oder Sauna, weil sonst die feine Schicht von Algen, die noch unsichtbar an der Haut haftet, abgespült werden würde. So holt sich der Körper noch stundenlang die kostbaren Nährstoffe in den Algen. „Meergeboren“, fällt mir ein, ein Buchtitel von Chris Griscom, und, dass wir ursprünglich aus dem Meer kommen. Der Salz- und Mineralstoffgehalt des Blutes entspricht etwa der des Meeres. So soll auch das Algen-Gel, was in der Thalasso-Therapie verwendet wird, in seiner Zusammensetzung fast unserem Blutplasma entsprechen.

Ganz zum Schluss nehme ich noch Teil an einem „Gruppenaerosol“. Durch Düsen wird die Luft mit Meerwasser bestäubt, was dem Effekt eines Strandspaziergangs direkt am Meeressaums bei Windstärke 11 entsprechen soll. Am nächsten Morgen haben wir dann immerhin Windstärke 7 mit Spitzen 8, und ich merke, als ich barfuss durch das seichte Meerwasser laufe, dass ich eine „Aerosol-Behandlung“ direkt von Mutter Natur dem Gruppenaerosol vorziehe. Aber das ist Geschmackssache. Nach den Anwendungen lädt ein großzügiger Ruheraum zum Entspannen ein. Man kann sich mit Bio-Äpfeln, Wasser oder verschiedenen Kräutertees verwöhnen oder Meditationsmusik aus den Kopfhörern genießen, alles mit Traum-Blick aufs Meer.

Nachmittags dann ein neuer Höhepunkt: eine Rückenmassage. Herr Dietrich Kruse ist ein Geheimtipp im „Hotel Neptun“. Er hat, wie fast alle Kollegen, den II.Reikigrad. Das merke ich sofort. Seit alle Physiotherapeuten mit Reiki arbeiten, soll das Betriebsklima viel besser geworden sein. Herr Kruse gibt zu, dass eine Dame sagt, sie müsse bei seiner Massage fast weinen. Ich kann die Frau verstehen, obwohl mir das sanfte Gleiten und Klopfen eher ein Honigkuchenpferdlächeln aufs Gesicht zaubert. Mit schlafwandlerischer Sicherheit spürt der Masseur alle Verspannungen auf. Wenn Masseure Reikigrade haben, wirkt die Massage immer ursächlich und ganzheitlich.

Ich höre mir zu, wie ich anfange, mit diesem fremden Mann über Gott und die Welt zu sprechen. Dann versinke ich in tiefes Schweigen. Die Massage ist so wohltuend, dass ich mich immer tiefer entspannen und seinen Berührungen im Geiste folgen kann, und die Hände von Herrn Kruse immer mehr in die Tiefe vordringen. Am Ende fühle ich mich, als wenn ich schwebe. Man kann seinen Wunsch-Masseur angeben, und Herr Kruse ist wirklich spitze. Demnächst verwöhnt er Hotel-Neptun-Gäste sogar mit Shiatsu.   

Heute Morgen steht um 8 Uhr „Walking“ am Strand an. Obwohl 8 Leute angemeldet sind, bin ich die einzige, die erscheint. Kein Wunder: das Wetter ist nicht gerade einladend, bei 7 Windstärken und 11 Grad Temperatur, und das Ende Mai! So habe ich die Trainerin für mich alleine. Auf 4 soll man aus- und einatmen, beides durch die Nase. Mit Druck auf die Ferse rollt man ab. Die Skistöcke drückt man so tief ein, dass man den Rücken spürt. Die Haltung ist gerade. Eine Menge Dinge, die man sich gleichzeitig merken muss! Irgendwie schaffe ich das, und habe sogar noch die Geistesgegenwart, ab und zu durch einen Sprung nach links einer anrollenden Welle auszuweichen. Beim Walking soll man rund 400 der insgesamt 440 Körpermuskeln trainieren. Nicht schlecht! Prompt habe ich am nächsten Tag Muskelkater, und das, obwohl ich jeden Tag jogge und die Fünf „Tibeter“ praktiziere.

Auf dem Walking-Treck entlang der Küste erfahre ich von meiner Begleiterin, dass die Steilküste jedes Jahr um 20 Zentimeter zurückweicht, und dass nur ein Mal im Jahr das Wasser bis zu den Dünen gelangt. Sie erzählt mir auch, dass Anfang des 19.Jahrhunderts eine Badeanstalt auf der Höhe vom Hotel Neptun streng nach Männlein und Weiblein getrennt war, und die Badegäste mit Wagen zum Wasser gefahren wurden. Heute gibt es nur einen extra abgeteilten FKK- und Hundestrand. Auf halber Strecke wird Puls und Blutdruck gemessen: alles im grünen Bereich. Als wir um 9 Uhr, nach Streckübungen, wieder im Hotel sind, fühle ich mich wunderbar frisch und gut durchblutet. Mit Rückenwind hatte ich das Gefühl, beim Walken fast zu fliegen. Ich nehme mir vor, zu Hause Walking-Sticks zu besorgen und diesen Sport, den ich aus Unkenntnis belächelt hatte, auch nach meiner Heimkehr zu praktizieren.   

Das Bad im Luxus-Whirlpool mit Milch und bei Kerzenschein ist nicht ganz mein Fall. Unterm Rücken liegen zwei Düsen, die kühlere Luft oder Wasser produzieren. Ich kann mich nicht entspannen, bis ich auf die gute Idee komme, sie einfach mit dem Finger abzudrücken. Das Schönheits-Cleopatrabad mit hochwertigen Ölen und Milch ist dadurch aber nicht gerade Entspannung pur.

Was dann folgt, ist aber ein himmlisches Erlebnis: die Körperbehandlung im Softpack bzw. Wasserbett. Der Körper befindet sich im warmen Wasserbett in frei schwebender Position, ein Gefühl, fast so schon wie Fliegen. Alle Muskeln können optimal entspannen und die kaltgepressten Öle wie Calendula tief in die Poren einziehen. Zwischendurch sehe ich tropische Landschaften, so entspannt bin ich bei leiser Worldmusik, Schwerelosigkeit und angenehmer Wärme.

Die „Basis-Gesichtsbehandlung“ mit Produkten von Maria Galland klingt in der A-Z-Broschüre etwas profan. Ist sie aber nicht. Wer die etwas nervige Hautreinigung und Brauen-Korrektur überstanden hat, was nur wenige Minuten dauert, wird durch eine göttliche Gesichtsmassage verwöhnt, bei der Akupressurpunkte sanft gedrückt und gestreichelt werden, so dass die gesamte Gesichtsmuskulatur nicht nur entspannt, sondern alle Mimikfältchen und Anspannungen im Gesicht verschwinden. Vorübergehend fühlt man sich wieder wie mit zwanzig, mit einem glatten, entspannten Gesicht und straffer Gesichtsmuskulatur. Ein tolles Gefühl! 

Ein weiteres Highlight der Woche ist die asiatische Vollmassage. Eine grazile, charmant lächelnde Thailänderin drückt und streichelt Vorder- und Rückseite des Körpers, so dass ich das Gefühl für Raum und Zeit verliere. Ich komme mir vor wie im Paradies. Zwischendurch schlägt die Masseurin die Hände zusammen, so dass es klingt wie das Aufeinanderprallen von zarten Bambusstäben. Kein Wunder, dass diese Massagen zu den beliebtesten Anwendungen zählen.

Resümmée

Was hat mir die eine Woche Thalasso-Therapie im Notel Neptun gebracht? Ehrlich gesagt, hatte ich nicht allzu viel erwartet. Eine Woche, was ist das schon … Aber das Ergebnis war überzeugend. Zuhause angekommen, fragten mich die Teilnehmer meiner Reiki-Gruppe, wo ich gewesen sei, ich sähe so frisch und ausgeruht aus. Die Gesichtsbehandlungen haben meine Haut tatsächlich schöner gemacht, und ich scheine von Innen zu strahlen. Mein Bindegewebe ist fester geworden, besonders an Po und Oberschenkel, den Problemzonen fast jeder Frau. Liegt es an den Meerwasseranwendungen? Oder an den Algenpackungen? Oder vielleicht am Nordic Walking am Strand? Oder am tollen Meeresklima? Oder dem tollen Essen, der Vitalkost? Ehrlich gesagt, ist mir das völlig egal, das Ergebnis zählt! Und ich habe eine Energie, die mich locker durch den Alltag trägt, und das bei Seminaren, Termindruck, zwei Biogärten, Kindern usw.

Allerdings mache ich auch ein paar Übungen weiter, die Frau Dr. Schwanitz mir gezeigt hatte, habe schon ein Algenbad in meiner Badewanne zelebriert (Algenpackung von GUAM, Reformhaus, Meersalz in jeder Apotheke), und mir ein paar Skistöcke fürs Nordic Walking besorgt und damit bereits ein paar Mal den Hamburger Volkspark durchschritten. So kann ich mich auf einen Langzeiteffekt freuen.

Es ist, als lächle ich innerlich. „Liebe Dich selbst wie Deinen Nächsten“, heißt es so schon bei Neale Donald Walsch. Im Hotel Neptun kann man/frau sich mal richtig verwöhnen lassen, seiner göttlichen Natur huldigen, und einen Urlaub zur Regeneration von Körper, Seele und Geist genießen. 

 Tipps:

Literatur: Redieck & Schade, „Tidings-Bringer“, ein Warnemünder Bäderjournal, Jahrgang 3 – 1998/99, Hrsg. Leuchtturmförderverein Warnemünde e.V., Tel. und Fax 0381-27862

Dr. med. Ingfried Hobert, „Heilung aus dem Ozean. Vitalität, Kraft und Schönheit durch Algen- und Thalassotherapie“, Oesch-Verlag, 16,90 Euro.

Barbara Simonsohn, „Die Heilkraft der Afa-Alge“, Goldmann-TB, 8,50 Euro.

Ausflugsgaststätte und Pension „Wilhelmshöhe“, Waldweg 1, Warnemünde. Das 1996 neu eröffnete Haus im Stolteraawald ist unmittelbar am Kliff gelegen mit einem Traumblick entlang der Ostseeküste. Von Warnemünde aus geht man am flachen Sandstrand entlang, die bewaldete Steilküste hoch zum Cap Stolteraa. Belohnt wird der Wanderer mit einer herrlichen Fernsicht.

Ausstellung Reinhold Kasten, „Der letzte große Abenteurer des 20.Jahrhunderts“, Teepott am Warnemünder Leuchtturm. Man findet darin sogar den Tropenhelm von Albert Schweitzer und Schätze aus der ganzen Welt wie kostbare Buddha-Statuen oder Trommeln und Schmuck aus Afrika. Sehr lohnenswert! Katalog über Info-Hotline 0381-491990.

„Warnemünder Sailing“, Urlaubserlebnis „Mitsegeln“, Törns auf modernen Yachten oder Traditionsseglern, Buchungen täglich zwischen 9 und 18 Uhr, Preisbeispiel: 4 ½-Stunden-Törn auf der Ostsee und nach Rostock 50 Euro pro Person. „Warnemünde sailing“, Tel. 0381-4405494, Fax -4405495, service@agmar.de . Direkt gegenüber vom Hotel Neptun. Es wird noch ein Segel-Fan für die Agentur in Berlin gesucht. 

Hotel Neptun, Motto: „Viel Spaß am Meer“. 5 Sterne. Traumhafte Aussicht auf Strand und Meer aus 338 Zimmern mit großzügigem Balkon. Großer Wellness- und Thalasso-Therapiebereich, Meerwasserschwimmbad, Saunalandschaft mit Traumblick. Verschiedene Restaurants, Spezialität: fangfrischer Fisch und Seafood, sozusagen Thalasso-Therapie von innen. Café und Tanzbar in der 19.Etage, Disko, „Arkona Spa“ mit Original-Thalassozentrum, Fitnessbereich mit modernsten Geräten, Aerobic, Tai Chi, Gymnastik, Yoga, Reiki, Asiatischer Massage, Beauty Farm mit Produkten der Firma Maria Galland (Frankreich), Physiotherapie und vielem mehr. Thalasso-Vital-Center, Schwimmbad und Sauna von 7 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Tagungsräume mit Meerblick für Gruppen bis 600 Personen. Pauschalen für Wochenende, Urlaub und Kur. Zimmer schon ab 66 Euro pro Person! Seestraße 19, 18119 Warnemünde, Tel. 0381-7770, Internet: www.hotel-neptun.de, e-mail: info@hotel-neptun.de.

Weiteres Hotel (man kann die Thalasso-Therapie auch „ambulant“ buchen!): „Best Western Hanse Hotel Warnemünde“ Parkstr. 51, Warnemünde, Tel. 0381-545-0, Fax -3006, info@hanse.bestwestern.de, www.hanse-hotel.de . 4 Sterne, Einzelzimmer 80 bis 120 Euro, DZ 107-137 Euro, je nach Saison. Windsurfschule, Naturheilpraxis, Wellness, Kinderspielzimmer, Kinderspielplatz, sehr ruhige Lage am Ortsausgang.

 

Makutsi Safari Farm – Entspannung, Wellness

und wilde Tiere „hautnah“

„Entspannung und Safari“, damit wirbt die „Makutsi Safari-Farm“ in Südafrika. Geht das überhaupt zusammen? Sind Safaris nicht immer auch ein bisschen stressig und damit das Gegenteil von Entspannung? Was steckt also dahinter? Barbara Simonsohn hat sich mit ihrer neunjährigen Tochter Freya aufgemacht, dieses Geheimnis zu lüften. Und hat dabei Erstaunliches herausgefunden. Dass „Frieden mit der Natur“ letztlich auch als Frieden auf uns abfärbt. Wilde Tiere und Pflanzen uns die Stille, das „Sein“ schenken, das meist hinter dem Lärm unserer Gedanken verborgen ist. Und dass wir auf Fotosafaris keine „Großwildjäger“ sein müssen, sondern ganz entspannt intime Begegnungen nicht nur mit großen Tieren genießen können. Und, wie schön es sein kann, mitten in der Natur zu leben und beim Blick aus seinem Ferienhaus grasende Impala-Antilopen oder manchmal auch Elefanten und Nilpferde beobachten zu können. Auch kann es sehr entspannend sein, sich nach aufregenden Tierbeobachtungen im Römerbad von Thermalwasser massieren zu lassen. Und ohne Sprachprobleme mit fachkundigen Rangern und Gleichgesinnten fachsimpeln oder sich austauschen zu können.    

„Ein Schwarm von Hededah-Ibissen erhob sich mit lauten Klagerufen. Als die ersten Sonnenstrahlen den Horizont in ein goldenes und rosenfarbenes Licht tauchten, stimmten die Vögel ihr schrilles Hosianna an: Honigsauger, Weber, Reiher, Adler und Scharen rotschnäbeliger Queleas, bis Veld (hügelige Graslandschaft) und Wald von ihrem Morgengesang wieder hallten. Zwei zierliche Impalas schwankten mit ineinander verschränkten Gehörnen hin und her, ein Trupp von Babuine-Antilopen n galoppierte aus dem Schatten einer Schirmakazie heraus und begann sich um Heuschrecken zu balgen.“ An diese Worte aus Madge Swindells Südafrika-Roman „Wer Wind sät …“ werde ich erinnert, als ich beim Joggen frühmorgens über das Veld blicke und alle Geräusche in mich aufsauge.

Ich wache morgens um 5 Uhr 30 auf mit dem  Blick nach draußen. Direkt vor unserem Fenster grast eine Herde wunderschöner Impala-Antilopen. Ich trete ans Fenster. Vor den Antilopen pickt eine Schar Perlhühner auf dem Rasen. Sie machen ein Geschrei: „Tschk, tschk, tschk“, als sie mich sehen, und die zierlichen Impalas stellen ihre Ohren auf und verharren regungslos. Etwas später tobt eine Horde langschwänziger Meerkatzen über das Dach unseres Rondavels, den typischen runden, schilfgedeckten afrikanischen Häusern.

„Makutsi“ heißt auf Zulu wirklich „Frieden“, und es ist ein friedvoller Platz, den sich die Familie Weber am Makutsi-River zur Gründung ihrer nach dem Fluss benannten Safari-Farm ausgesucht haben. Nicht nur die Natur mit ihren Pflanzen und Tieren strahlt diesen Frieden aus, sondern auch die entspannte Art, in der Familie Weber in der zweiten Generation mit ihren Gästen umgeht, und auch mit den wilden Tieren, denen mit Respekt begegnet wird, was sich auch in ihrem Verhalten den Touristen Rangern und Wissenschaftlern gegenüber bemerkbar macht.

„Frieden mit der Natur“ heißt nicht, dass es immer friedlich auf der Makutsi-Safari-Farm zugeht. Der Rottweiler „Puma“ wurde von einem Löwen gerissen. Eines Abends, ich meditiere gerade, höre ich merkwürdige Geräusche. Erst denke ich an Gartenarbeiten und wundere mich, warum sie in der Dämmerung stattfinden. Als ich dann das Splittern von  Holz höre, ist mir klar, dass es keine Menschen sind. Ein Blick aus dem Badezimmerfenster bestätigt meine Vermutung: ein riesiger Elefantenbulle steht etwa einen halben Meter vorm Haus und ist dabei, eine kleinere Königspalme zu verspeisen! Mir bleibt fast das Herz stehen, und ich hole schnell den Fotoapparat. Der Elefant ist jetzt zu einem anderen Fenster gewandert, und dann schlendert er in Seelenruhe über den Rasen. Ich mache zwar ein Foto, zur Beweisführung sozusagen, aber vor Aufregung drücke ich den falschen Knopf, und das Bild bleibt dunkel. Gleich darauf fährt ein Jeep herbei, wir werden aufgefordert, im Haus zu bleiben, und die Elefanten werden aus dem Camp vertrieben. Sie richten einfach einen zu großen Schaden an, ganze Bäume müssen dran glauben. Beim Nachbarhaus Nummer 6 hat der Elefant einfach die oberirdische Wasserleitung zertreten.

 

Safari-Urlaub – was ist hier anders?

Safari und Enspannung – damit wirbt die Makutsi Safari Farm in der „Welt am Sonntag“ und der „FAZ“. Aber  passt das überhaupt zusammen? Ich bin skeptisch. Vor zwei Jahren habe ich mit meinen Kindern eine einwöchige Safaritour in Kenia gebucht. Zugegeben: wilde Tiere haben wir jede Menge gesehen, auch die „Big Five“ Nashorn, Kaffernbüffel, Löwe, Leopard und Nilpferd, im Amboseli-Nationalpark, der Masai Mara und Tsavo Ost und West. Der Preis dafür war allerdings hoch. Stundenlange Fahrten auf unmöglichen Straßen, die teilweise mehr Schlaglöchern als Pisten glichen, alles in hart gefederten alten VW-Bussen. Kenia ist ein Dritte-Welt-Land, und nach Rauswurf der Engländer wurde kaum ins Straßennetz investiert. Auch die Lodges schienen zum Teil einmal bessere Zeiten gesehen zu haben.

Nach dieser eindrucksvollen Woche auf Safari-Tour in Kenia waren wir erst einmal richtig urlaubsreif. Fast jede Nacht in einer anderen Lodge ist auch nicht jedermanns Sache. Denn das bedeutet: jeden Abend neu einrichten, jeden Morgen wieder Kofferpacken. Hat man dann noch eine Frühsafari, weil Löwen und andere Raubtiere nur nachts Beute machen, ist der Stress vorprogrammiert. Die Woche Badeurlaub südlich von Mombasa haben wir auch nötig gebraucht, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten und uns von der anstrengenden Safaritour zu erholen. Nicht umsonst machen viele Touristen vom Strand aus eine – teure - Flugreise zum Amboseli-Park und verbringen dort zwei bis drei Tage. So ersparen sie sich die anstrengende Reise mit Mini-Bussen.

Nun also sollte alles anders werden: Safari und entspanntes Urlaubsleben zugleich. So jedenfalls wirbt die „Makutsi Safari Farm“, etwa 100 Kilometer vom Krüger Nationalpark und fünf Autostunden von Johannesburg entfernt. Die Lösung: man braucht hier nirgendwo hinzufahren, um entspannt Tiere wie Löwen oder Giraffen und Antilopen beobachten zu können, sondern man ist bereits inmitten von Tieren. Und tatsächlich: auf einem riesigen Gelände von etwa 12 000 Hektar sind drei Lodges verstreut, von denen die Makutsi Safari Farm sich vor allem an deutsche und australische Touristen wendet, die Tiere hautnah erleben möchten, aber möglichst ohne Stress. Nirgendwo auf diesem riesigen Gelände gibt es einen Zaun. Um das Camp herum natürlich auch nicht. 

Makutsi-River heißt ein Fluss im Transvaal, einer Provinz im Nordosten Südafrikas. Der Fluß entspringt den Drakensbergen und mündet in den Olifant. Die meiste Zeit ist der Fluß ausgetrocknet, kann aber bei starken Regenfällen in den Bergen zu einem reißenden Strom werden. Dr. Gerhard Webers Farm grenzt an den Fluss, und er gab ihr diesen Namen.

Stressfreier Safari-Urlaub ist hier tatsächlich möglich. Die Farm mit etwa 45 runden, gemütlich eingerichteten und schilfbedeckten Häusern, „Rondavels“, liegt an einer Thermalquelle, die ein 30 Meter langes Schwimmbad und ein Römerbad speist. Die Quelle hat Trinkwasserqualität. Das ganze liegt eingebettet in einen Park mit Königs- und Fächerpalmen, wunderschönen Bougainvilla-Bäumen, Christsternen, Feuerakazien, Hibiskus-Büschen und lilablühenden Jakaranda-Bäumen.

Etwa jeden zweiten Tag fährt man mit einem Makutsi-Safari-Bus in die Umgebung, oder auch weiter weg zu den Drakensbergen, einem Rehabilitationszentrum für kranke Wildtiere, einer Aufzuchtstätte für Geparden, einer Teeplantage, einem Eingeborenen-Dorf in den Bergen oder dem Krüger-Nationalpark. Die zur Hauptsaison im Oktober etwa 50 Gäste buchen entweder Halbpension oder Vollpension und verbringen ihre safarifreie Freizeit gemütlich am Thermalpool, in der Bar mit Blick über den Fluss, der in der Trockenzeit zum Wadi wird, vor ihren gemütlichen Bungalows, auf dem Tennisplatz, im kleinen Fitnessstudio, in der Bibliothek oder im Safari Shop.

Da überall wilde Tiere sind, dürfen Kinder nur in Begleitung Erwachsener übers Gelände spazieren. Sonst könnten sie nämlich missverständlich als Beute für Geparden oder Löwen gelten. Es gibt hier keinerlei Zäune! Ab 18 Uhr gibt es auch für Erwachsene ein striktes Verbot, zu Fuß zu gehen. Entweder ist man vor 18 Uhr in der offenen Bar, einer „Lappa“, mit Blick über den Fluss und gemütlichem Feuer und frischgebackenen Popkorn, direkt vis-à-vis dem zur Seite hin offenen Restaurant. Oder man wird zwischen 18 Uhr 45 und 18 Uhr 55 mit einem Jeep von seinem Bungalow abgeholt und zum Abendessen gebracht. Nachts nämlich laufen Nilpferde, Elefanten und Raubtiere durchs Gelände. Nilpferde wirken gemütlich, sind es aber nicht, wenn sie nachts beim Grasen überrascht werden. Durch Nilpferde kommen in Afrika jedes Jahr weitaus mehr Touristen ums Leben als durch Löwen.

Vor seinem Häuschen sitzen ist o.k., wenn Licht an ist und die Tür offen bleibt. Alles andere aber bedeutet ab Einsetzen der Dämmerung akute Lebensgefahr. Jeder muss eine Vereinbarung unterzeichnen, der Gast auf der Makutsi-Farm ist, um sich an die Spielregeln dort zu halten. Bisher ist auch noch nichts passiert – toi, toi.toi! Ein einziges Mal in den 34 Jahren, in denen es die Makutsi-Safari-Farm gibt, wurde eine Gruppe australischer Touristen auf einer Fußsafari von einem einzelnen Gnu angegriffen und flüchtete sich auf Bäume. Als das aggressive Gnu darauf hin erlegt wurde, stellte sich heraus, dass es eine dicke Geschwulst hinter einem Auge hatte, was ihm wahrscheinlich durch die dadurch verursachten Schmerzen den Verstand raubte.

Eine deutsche Familie erzählt, dass in der Nacht ein Löwe auf ihrer Fußmatte (!) gelegen hat. Als ich ungläubig schaue, gibt es noch einen drauf: der Löwe hat den Bezug der Liegestuhlauflage zerfetzt. Sie haben ein Häuschen direkt am Fluss und ganz am Rande der Camp-Siedlung. Wer also das hautnahe Abenteuer sucht, sollte ein Rondavel mit den Nummern 5, 6 oder 7 wählen. Tagsüber werden sie oft von Pavianen heimgesucht, vor denen man alles Essbares in Sicherheit bringen muss. Gestern schnürte ein Gepard an ihrem Haus vorbei, zielgerichtet, offenbar auf der Jagd.

Die erste Nacht ist gewöhnungsbedürftig. Die Betten sind wunderbar, aber meine Tochter wacht frühmorgens auf, weil ich ihr die Decke weggezogen habe. Nachts kann es hier, auf 600 Metern Höhe, empfindlich kühl werden. Die Geräusche sind unglaublich: ein Zirpen, Rufen, Klagen aus Hunderten von Kehlen. Dazwischen das Brüllen eines Löwen. Welche Dramen, welche Tragödien mögen sich hier nachts abspielen, wenn Antilopen von Löwen an Wasserstellen aufgelauert werden und auch die Leoparden auf Jagd gehen.

Tagsüber ist alles wieder friedlich und idyllisch. Man kann sich im Stundentakt zu einer nahe legenen Wasserstelle mit Baumhaus oder einem Hochsitz fahren lassen. Im Tümpel leben zwei riesige Krokodile, viele Schildkröten und vierzehn Nilpferde. Tagsüber in ihrem Element, machen sie einen geradezu phlegmatischen Eindruck. Auf einigen Flusspferden sitzen nicht nur Vögel, sondern auch Schildkröten, um den Flusspferden lästige Insekten zu entfernen. Die Vogelwelt ist ebenfalls beeindruckend, von schillernden Eisvögeln über klagenden Ibissen bis zu majestätischen Reihern und bunten Wiedehopfen. Ja, wir sehen sogar einen Schreiadler, der dem amerikanischen Weißkopfadler zum Verwechseln ähnlich sieht. Ich bin froh, dass ich einen Vogelführer dabei habe. Wir haben uns erst einmal für eine Stunde Baumhaus entschieden, aber es ist dort so spannend und gleichzeitig entspannend, dass wir das nächste Mal sicherlich zwei Stunden dort verbringen wollen, bevor wir wieder abgeholt werden.

Ein paar Tage später lasse ich mich ohne Tochter, mit einer Schweizerin, zum Hochsitz am Fluss fahren. Als wir kommen, laufen Impala-Antilopen und ein Warzenschwein weg. Ob  wir noch mehr Tiere sehen? Die Schweizerin und ich suchen mit den Augen jeden Busch ab. Nichts. Plötzlich, am gegenüberliegenden Flussufer, galoppiert eine Herde Tiere durchs Gebüsch. Zebras? Antilopen? Vielleicht sogar Elefanten? Das Rätsel klärt sich nach wenigen Minuten auf. Die Gäste auf der gegenüberliegenden Reiter-Safari-Farm machen einen Ausritt. Ist das nicht gefählich? Auf Nachfrage erfahre ich später, dass enger Kontakt mit den Biologen gehalten wird, die genau wissen, wo sich die Löwen aufhalten. Außerdem werden auf der Ranch nur gute Reiter als Urlauber akzeptiert. Und ein Gewehr hat der Führer der Reitgruppe immer dabei. Wenn ein Löwe gesichtet wird, heißt es „absitzen“, und das Pferd festhalten.

Allmählich wird es mir auf dem Hochsitz langweilig, Ich komme mit der Schweizerin ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass sie wie ich ein Fan der Bücher von Eckart Tolle ist, aber ihr Buch „Jetzt“ zu Hause gelassen hat. Wir tauschen uns aus, und ich stelle ihr das Buch „Stille spricht“ zur Lektüre in Aussicht. Vor Freude, einen Eckart Tolle-Fan getroffen zu haben, der sich hier auf dem Hochsitz als solcher geoutet hat, falle ich der überraschten Frau um den Hals. So klein ist die Welt. Sie macht mich später auf eine Stelle im Tolle-Buch aufmerksam, die ich glatt übersehen habe. Dabei habe ich das Buch schon zwei Mal gelesen … Jedes Mal, wenn wir uns in Zukunft begegnen, blitzt in unseren Blicken so etwas wie Seelenverwandtschaft auf. Obwohl wir auf dem Hochsitz keine weiteren Tiere mehr sehen, sind wir zufrieden, als wir wieder abgeholt werden, und die anfängliche Höhenangst der Schweizerin ist beim Abstieg verflogen.

Entspannung bei so viel wilden Tieren? Ja, wirklich. Die Anlage der Makutsi-Farm ist ein Traum. Und vor allem die Ruhe. Kein Gedudel, kein Motorenlärm, nichts außer den Geräuschen, welche die Tiere selbst machen, wie das Zirpen der Grillen oder das Keckern von Meerkatzen. Jeden Abend um die gleiche Zeit fangen Baumfrösche mit ihrem Quakkonzert an. Sie bauen kugelförmige Nester über Wasserstellen, und wenn die Kaulquappen schlüpfen, lassen sie sich einfach ins Wasser fallen. Trotz angestrengten Suchens sehen wir keinen, dafür aber entdecken wir eine graue Gottesanbeterin, die reglos an einer Palme hängt. Abends, wenn es dunkel wird, kommen vom nahe gelegenen Mini-Tümpel oft zwei kleine Krokodile, um Baumfrösche zu fangen. Gäste, die frühmorgens den Pool nutzen, werden angehalten, ihn erst mal nach den beiden Reptilien abzusuchen.  

Das Wasser im Swimmingpool hat Trinkwasserqualität und soll die Mineralien-Zusammensetzung von wertvollem Heilwasser haben. Es ist mit fast 30 Grad ideal zum Schwimmen, und das Gelände ist so weitläufig, dass jeder ein abgelegenes und einsames Plätzchen zum Sonnenbaden oder Lesen finden kann. Abends, an der Bar oder beim Essen, wird sich dann ausgetauscht über die Erlebnisse des Tages. Das Essen ist einfach und schmackhaft, sozusagen afrikanische Hausmannskost, und auch auf die Wünsche von Vegetariern wird eingegangen, ja sogar auf Wunsch nur Rohkost serviert. Wer möchte, kann eine zweite Portion bekommen. Morgens gibt es köstliche frische Papayas und Bananen, natürlich auch Cornflakes oder Toast mit Rührei. Wer möchte, kann sich morgens fürs preiswerte Mittagessen eintragen, es stehen immer zwei Gerichte zur Wahl. Auf Wunsch wird der Obstkorb im Zimmer jeden Morgen aufgefüllt. Bei Ausflügen hält man an Supermärkten oder Obstständen und kann sich dort zum Beispiel mit Obst und Keksen eindecken 

Morgens und abends erkundigt sich Heike Weber, Tochter des Gründers der Farm, nach dem Befinden der Gäste. Auf Sonderwünsche wird, soweit als möglich, eingegangen. Eine ältere Frau hat Geburtstag. Die einheimischen „Küchenfeeen“ singen ihr temperamentvoll ein Zulu-Geburtstagslied. Zum Abschluss tragen sie sie wörtlich genommen auf Händen! Alle klatschen und fallen in den Refrain ein. Zwischen Deutschen, Schweizern, Österreichern und Australiern bilden sich zwanglos Kontakte. Besonders die wenigen Kinder schließen schnell Kontakt und spielen ausgelassen im Pool, was einige Gäste im Rentenalter nicht besonders erfreut. Zwanglose Gespräche über Gott und die Welt ergeben sich auch im Römerbad, in dem immer morgens um 9 Uhr frisches Quellwasser einsprudelt. Ein kleiner Frosch mit spitzer Schnute – gibt es hier nicht nur Spitzmaulnashörner, sondern auch Spitzmaulfrösche? –  hüpft entspannt am Beckenrand. Die Fenster sind offen, und von außen dringt das Rascheln der Fächerpalmen und das Zirpen der Zikaden ins Römerbad.

Die Makutsi-Farm ist ein Ganz-Jahres-Reiseziel. In unserem Sommer ist es dort angenehm kühl, zwischen November und Februar kann es ganz schön heiß werden. Im Juni, Juli und August werden extra für Familien „Familien-Safaris-Ferien“ zu einem besonders günstigen Preis angeboten. Dr. Weber hat selbst vier Kinder und sechs Enkelkinder und liebt es, wenn es auch mal etwas lebhafter auf der Makutsi-Farm zugeht.

Jahreszeiten

 

 

 

 

Monate

Jahreszeit

Tagestemperatur

Regen

Vegetation

Sept. - Okt.

Frühling

25 - 300C

selten

trocken

Nov. - Feb.

Sommer

30 - 400C

ja

grün

März - Apr.

Herbst

20 - 300C

selten

grün

Mai - Aug.

Winter

15 - 250C

nein

trocken

 

 

Heia Safari!

Wir haben unsere erste 3-Stunden-Safari. Für so genannte „Game Drives“ werden nur maximal sieben Gäste mit genommen. Der Führer und Fahrer hat deutsch als Muttersprache und profunde Kenntnisse über die Tier- und Pflanzenwelt. Der Ranger bittet uns, nur leise zu sprechen und auf keinen Fall aufzustehen. Im Safari-Bus bilden wir für die Wildtiere keine Gefahr, aber als Einzelperson könnte es brenzlig werden. Es wird uns auch empfohlen, nicht zuerst durch die Kamera zu schauen und zu knipsen, sondern sich erst einmal auf das Tier einzulassen. Fotografieren kann man immer noch.

Wir sehen erst einmal noch auf dem parkartigen bewohnten Gelände Paviane mit Kleinen, Meerkatzen, Perlhühner und Impala-Antilopen. Diese Antilopen werden Mc-Donald-Antilopen genannt. Die Gründe: es gibt deren sehr viele, sie haben das McDonalds-M am Po, und sie bilden ein willkommenes „Fastfood“ für alle Raubtiere. Ein Traum sind die Ndjala-Antilopen. Die Männchen sind riesig, dunkelgrau und lang behaart. Die Weibchen sind viel kleiner, rötlich-braun mit weißen Streifen 

Neben einem Schreiadler haben wir heute als Höhepunkt der Safari das Glück, eine Elefantenkuh mit Kleinem aus allernächster Nähe beobachten zu können. Und das meine ich wörtlich … Ganz entspannt rupfen die beiden Gras und Blätter und fressen. Als die Kuh zu nah ans Auto kommt, und der Kleine seinen Rüssel Richtung Fotoapparate steckt, lässt der Ranger den Motor an, und beide weichen ein Stück zurück. Offenbar haben sie nur gute Erfahrungen mit den Jeeps gemacht, die Elefanten drehen uns sogar vertrauensvoll ihre imposante Kehrseite zu, ein Zeichen von Entspannung. Wir genießen fast eine halbe Stunde die Begegnung zwischen Wildtier und Mensch. Wir erfahren, dass Elefanten erst mit 40 Jahren ausgewachsen sind und dann etwa 4 Tonnen wiegen. „Unsere“ Elefantenkuh ist erst etwa 20 Jahre alt. Und fast alle Wildtiere wurden hier ausgesetzt und vermehrten sich prächtig, nachdem sie schon fast ausgerottet worden waren.

Früher schossen die Bauern die Raubtiere ab, wenn sie ihre Rinder rissen. Danach sprach sich bei vielen Farmern herum, dass reiche Europäer und Amerikaner bis zu 20 000 (!) Euro bezahlen, um einen Löwen oder Leoparden abschießen zu können. Heute hat sich herumgesprochen, dass Touristen, die nur filmen und fotografieren, auf die Dauer noch mehr Geld bringen als Jäger, und außerdem weniger Arbeit machen als die Rinderzucht. Auf mehr als 20 Prozent der Fläche Südafrikas gibt es daher jetzt Nationalparks oder private Parks, auf denen jetzt wieder viel mehr Wildtiere leben als noch vor 50 Jahren.

Gibt es einmal eine Überpopulation zum Beispiel von bestimmten Antilopen oder Löwen, werden Jagdlizenzen für Einzeltiere an zahlungskräftige Touristen vergeben, oder die Tiere betäubt, eingefangen und verkauft. Auf der Makutsi-Farm werden überzählige Antilopen geschossen und für die Touristen serviert, überzählige Raubtiere werden an andere Farmen verkauft. Das Modell vieler anderer Farmen, Raubkatzen zu züchten und für viel Geld Jagdlizenzen zu verkaufen, ist eines, gegen das die Grünen Südafrikas noch immer wettern, was sich offenbar aber bewährt hat, wenn man sich die Erholung der Wildtierbestände in diesem Land vor Augen führt.

Abends beim Gespräch am Lagefeuer erfahre ich, dass eine andere Safarigruppe vor zwei Tagen einen etwas unangenehmen Kontakt mit einem Elefantenbullen hatte, der sehr aufdringlich wurde. Die Safarijeeps sind offen … Erst mit Schreien und Hupen war es dem Ranger schließlich gelungen, ihn in die Flucht zu schlagen. Warum der Elefant so aggressiv war, kann man nicht rekonstruieren, jedenfalls war keine Paarungszeit. Dann jedenfalls wagen sich die gut ausgebildeten Ranger nur bis 50 Meter an die Tiere heran.

Andere Gäste erzählen von einem aufregenden Erlebnis am Tag zu vor am Baumhaus. Wildhunde hatten einen Wasserbock in den Teich am Baumhaus getrieben. Dort versuchte das riesige Krokodil, sich seiner zu bemächtigen. Alle Flusspferde schwammen wütend auf das Krokodil zu, offenbar, um den Wasserbock zu retten. Der aber floh in Panik aus dem Tümpel, wo er am Ufer den Wildhunden zum Opfer fiel. Solche Dramen spielen sich hier tagtäglich ab, viele aber nachts, wenn die Touristen schlafen.

Ein weiterer Höhepunkt unserer ersten Safari ist ein Breitmaulnashorn-Bulle, der langsam die Straße entlang trottet, und alle paar Meter mit einem kräftigen Strahl sein Revier markiert. Wir wundern uns, woher er so viel Flüssigkeit nimmt. Auch das Nashorn scheint völlig entspannt zu sein, es gemütlich läuft gemütlich schaukelnd und ruft immer wieder trockenes Gras ab und frisst es.

Zwei junge Löwenmännchen schlafen total entspannt, mit den Füßen nach oben, am Steilufer des Wadis, das mit vielen Löchern von brütenden Schwalben übersäht ist. Der eine Löwe entdeckt uns endlich, blinzelt zu uns rüber und gähnt herzhaft, wobei er sein prächtiges Gebiss mit riesigen Eckzähnen zeigt. Noch ein weiteres Auto gesellt sich zu unserem: eine Truppe angehender Biologen auf einer Farm von „World Vision“, die in einem Vier-Wochen-Kurs ausgebildet werden. Sie beobachten zum Beispiel das Paarungsverhalten von Löwen und Leoparden und zeichnen ihre Wanderbewegungen auf. Erstaunlicherweise weiß man über diese großen Tiere noch nicht sehr viel. Jahrzehntelang glaubten Wissenschaftler, dass nur Löwenweibchen jagen, weil dieses wesentlich leichter zu beobachten sind. Männchen haben einen weit größeren Aktionsradius und sind daher – auch bei der Jagd – schlechter zu beobachten. Wie alle Katzen, sind auch Löwen nachtaktiv. Tagsüber dösen sie hauptsächlich in der Sonne.

Heute ist die Fünf-Stunden-Safari mit Jasko auf unserem Programm. Aufgrund der aufgeregten Schreie eines riesigen Pavianmännchens vermutet unserer Führer, dass Raubtiere in der Nähe sind. Und richtig: am Flussufer hat es sich im Schatten eine Löwenfamilie gemütlich gemacht, aus zwei Löwinnen, einem dunkel behaarten Löwenmännchen – sie wiegen bis zu 250 Kilo!- mit zwei Weibchen und drei etwa 10monatigen Jungen. Die Weibchen schmusen ausgiebig miteinander und lecken sich dabei, worauf eines der Jungen sich an seine Mutter drängt und offenbar auch ein paar Streicheleinheiten möchte, aber von dem anderen Löwenweibchen mit Fauchen auf Abstand gehalten wird.

Dem Sonnenuntergang über den malerischen Drakensbergen wohnen wir auf einem Berg inmitten der Wildnis bei. Unser Führer hat einen Picknickkorb mit genommen, und sogar eine Tischdecke. Mit atemberaubenden Blick über eine fast endlose Fläche mit dürren Akazien wird uns Sekt eingeschänkt, wir können gekühlte Traubenschorle genießen, und zu knabbern gibt es leckere geröstete Maiskörner, Chips und getrocknetes Rindfleisch in dünnen Scheiben. Das Fleisch lässt mich als „eingefleischte“ Vegetarierin kalt, aber ich sehe am Gesichtsausdruck der Mitreisenden: auch das ein kleiner Mosaikstein zu einem traumhaftes Erlebnis!

Die Safari ist noch nicht zu Ende. Wir fahren im Dunkeln an einen Teich. Unser Führer schaltet das Licht und dann auch den Motor aus. Wir hören ein ohrenbetäubendes Konzert der Frösche. Über uns der sternenbekränzte Nachthimmel Afrikas, mit Sternen, zum Pflücken nah. Auch hier ist Jasko Experte und erklärt uns das Sternbild des Skorpions und das Kreuz des Südens. Kein menschliches Geräusch ist zu hören, nur die Laute unzähliger Tiere. Wir ahnen, warum sich großstadtmüde südafrikanische Geschäftsleute in dieser Wildnis Grundstücke kaufen und ein Wochenendhaus drauf bauen. Einem begegnen wir, und er erzählt, in der Nähe jage ein Leopard.

Eine Nachtschalbe fliegt im letzten Moment weg. Ein zierlicher, grauer Buschhase, nachtaktiv und Einzelgänger, hoppelt im Licht des Scheinwerfers davon. Außerdem sehen wir noch zwei Nashörner, Mutter und Kalb, mehrere Giraffen, viele Gnus und Buschböcke. Als wir wieder eine Nachtschwalbe sehen, geht Jasko vorsichtig an sie heran und hebt sie auf. Wir bewundern ihre riesige Kehle, die hinten leuchtet und damit Insekten anlockt. Um den Schnabel herum sind viele kleine Federn so angeordnet, dass die Insekten wie mit Widerhaken festgehalten werden. Als nächstes hat Jasko den Eingang zu einer „Spinnenhöhle“ entdeckt. Die Spinne hat für ihre Höhle einen Deckel gebaut, der ähnlich wie ein Klodeckel aussieht. Unser Safari-Führer fängt extra für die Spinne einen Grashüpfer und tut sie in das Loch hinein, dann klappt er den Deckel zu.

Als Jasko merkt, dass wir auf Buschbabys mit ihren riesigen Augen stehen, sucht er extra eins auf dem Campgelände. Es schaut uns groß an, und Jasko macht ein Geräusch, wodurch es andächtig sitzen bleibt. Überhaupt scheint er die Sprache der Tiere zu beherrschen, bei jeder Art wählt er ein neues Geräusch aus seinem reichhaltigen Repertoire aus, was auf Anklang trifft, ob bei Gnus oder Buschböcken. Wir erfahren, dass diese Art Buschbaby ausgewachsen nur 150 Gramm wiegt, so wenig wie ein Doppel-Brief, es aber auch eine größere Sorte gibt, die locker das Zehnfache wiegt. Und wir wissen nach dieser spannenden Safari auch, dass Raubtiere ihre Augen immer vorn tragen, Beutetiere auf der Seite, und man danach gut die insektenfressenden von früchtefressenden Fledermäusen unterscheiden kann. Um uns das zu demonstrieren, fährt Jasko so lange übers Campgelände, bis wir die zwei unterschiedlichen Spezies gefunden haben. Eine spannende und informative Safari ist nach fünf Stunden zu Ende gegangen. Und doch gibt es diesen Abend noch einen unerwarteten Höhepunkt: wir können einen Leoparden direkt gegenüber der Bar im Flussbett bewundern.     

Der Krüger Nationalpark, vielleicht der schönste in ganz Afrika

In der Makutsi-Safari-Farm steht ein ein- oder zweitägiger Ausflug in den weltberühmten Krüger-Nationalpark, der mit 20 000 Quadratkilometern etwa so groß ist wie Rheinland-Pfalz, auf dem Programm. Es gibt hier im Gegensatz zu vielen Wildparks in Kenia keine Wilderei. Wissenschaftlicher haben aufgrund von Bodenanalysen, Bestimmung von Pflanzen und Zählung von Tieren das optimale Gleichgewicht zwischen Tieren und Pflanzen bzw. Raub- und Beutetieren herausgefunden und beobachten es ständig weiter. Die Straßen sind komfortabel, und insgesamt 12 Lodges laden zum Essen, zum Shoppen, zum Übernachten oder auch zu Nachtführungen ein. Die Führungen sind wahlweise im offenen Landrover oder zu Fuß. Die Wandergruppe wird zum Schutz vor Raubtieren von zwei Rangern mit Gewehren begleitet. Die Grenzen zu Mozambik wurden geöffnet, die Öffnung nach Simbabwe ist in Planung. Damit wäre dann der Krüger-Nationalpark der größte Nationalpark Afrikas. Er ist, neben der Serengeti in Tansania, schon jetzt der bekannteste der Welt.  

Der Name des Parks geht auf den südafrikanischen Präsidenten Paul Krüger zurück, der 1898 das Gebiet zwischen dem Krokodil- und dem Sabiefluss als das Sabie Naturreservat erklärte. Dieser Zeitpunkt war glücklich gewählt, weil gerade der Burenkrieg tobte, und sich nicht allzu viele Menschen für den Naturschutz interessierten. Bis 1969 wurden Tausende von Menschen aus dem Gebiet vertrieben bzw. umgesiedelt. Wildhüter wie Major James Stevenson-Hamilton verfolgten Wilderer im Schutzgebiet, das die Größe Hollands hat. 1926 wurde das Gebiet rechtlich als Nationalpark verankert. Mittlerweile ist der Park zu einem riesigen Wirtschaftsfaktor Südafrikas geworden. Jährlich besuchen ihn rund 700 000 Touristen aus aller Welt (Literatur: „South African Eden“ von James Stevenson-Hamilton; Jacana, „Krüger National Park Parkführer“).

Die Ranger sind hervorragend ausgebildet und müssen ein Universitätsstudium nachweisen. Afrikakenner bezeichnen den Wildbestand im Krüger Nationalpark neben dem der Serengeti als reichsten und ausgewogensten. Der Zustand der Straßen, der Straßenbeschilderung und die Sauberkeit und der Komfort in den Lodges hat europäisches Niveau. Man kann nicht nur in 5-Sterne-Lodges wie in der Serengeti übernachten, sondern findet auch preiswerte Lodges, zum Teil sogar mit Campingplatz.

Wir sind schon um kurz nach 6 Uhr im Park. Die Vielfältigkeit und Schönheit der Landschaft und die Weite des Blickes im Krüger-Park, der so groß ist wie Hessen, ist einmalig. So große Herden von Gnus, Antilopen oder Kaffernbüffeln wie hier gibt es ebenfalls nicht in privaten Safari-Farmen wie der Makutsi-Safari-Farm. Im Krüger-Nationalpark wurden Überreste der ältesten Menschen, homo erectus, gefunden, die 1,5 Millionen Jahre alt sind. Viele Wissenschaftler glauben, dass in Südafrika die Wiege unserer Kultur liege und unsere Ur-Ur…. –Mutter Afrikanerin ist.

Unser Fahrer hält plötzlich an. Wir schauen in die Richtung, in die er schaut. Endlich sehen wir ihn: einen Geparden. Etwas weiter entfernt grast eine Warzenschweinmutter mit zwei Kleinen. Der Gepard beobachtet die Familie aufmerksam. Die Warzenschweine haben ihn nicht bemerkt und wandern in seine Richtung. Der Gepard duckt sich im Gras und schleicht sich an. Plötzlich galoppiert er los. Ihm gelingt es, ein Kleines von der Mutter zu trennen. Wir halten den Atem an. Doch es gelingt ihm nicht, das Kleine zu reißen, es ist wieder mit seiner Mutter vereint. Alle drei Warzenschweine galoppieren weg, so schnell sie können. Wir sind erleichtert, hören dann aber von unserem Fahrer Vernan, dass es relativ wenige Geparden im Park gibt, und Geparden bis zu 20 Versuche machen, Beute zu erlegen, bevor es ihnen endlich gelingt. Sie können zwar eine Spitzengeschwindigkeit von 110 Stundenkilometern erreichen, haben aber nicht viel Ausdauer. Oft wird ihnen die Beute auch noch von Hyänen oder Löwen abgejagt, und Löwen töten auch Geparden, ihre Nahrungskonkurrenten.

Wir sehen jede Menge schön gestreifter Zebras beim Grasen, grau-düstere Gnus und bedrohlich aussehende Kaffernbüffel mit gewaltigen Hörnern. Dem Angriff von Kaffernbüffeln fallen in Afrika viel mehr Menschen zum Opfer als dem Angriff von Raubkatzen. Ein Zebrahengst steht direkt an der Straße. Als wir näher kommen, humpelt er langsam weg. Wir erkennen, dass sein eines Vorderknie dick angeschwollen ist. Vernan, unser Ranger, kommentiert nüchtern: „Es ist keine Frage, ob das Zebra gerissen wird, sondern nur noch eine Frage, wann.“ Voller Mitgefühl bannen wir den wunderschönen Hengst auf Zelluloid und werden ihm so ein Andenken bewahren.

Mitten auf der Straße laufen Paviane. Einige Mütter haben ein kleines auf dem Rücken und ein weiteres Baby am Bauch. Gelassen kraulen sie sich oder fressen Gras. Vor älteren Pavianmännchen haben sogar Löwen Respekt. Wir erfahren, dass gelegentlich Paviane in die Hütten von Dörfern eindringen und Babies töten. Gerade letzte Woche ist wieder so etwas vor- gekommen. Überhaupt sind die Eingeborenen nicht gut auf Paviane zu sprechen. Sie verwüsten ihre Maisfelder, indem sie nicht nur einen Maiskolben klauen und fressen, sondern auch noch einen unter den Arm klemmen. Immer wieder ersetzen sie diesen durch einen neuen, weil der alte rausfällt, ziehen eine Spur von Maiskolben hinter sich her, und richten so viel mehr Schaden an als nötig.

Wer nach Afrika kommt, sollte sich bei der Wildtier-Beobachtung nicht nur auf die „Big Five“ Leopard, Löwe, Nashorn, Kaffernbüffel und Nilpferd konzentrieren. Diese Liste wurde nach ihrer Gefährlichkeit von Großwildjägern aufgestellt. Es gibt noch viele andere Tiere zu beobachten, wie possierliche Buschhörnchen, urtümliche Warane und viele wunderschöne Vögel. Wir sehen zum Beispiel im Krüger-Nationalpark einen farbenfrohen Gaukler-Adler, einen riesigen braunroten Hornraben, den majestätischen Sekretär, zwei dunkelbraune Kappengeier mit den Resten einer Giraffe, den kakaduähnlichen Graulärmvogel, zahlreiche farbenfrohe Nilgänse an einem Tümpel, viele urige Klaffschnäbel mit einem Schnabel wie ein Korkenzieher, die wunderschön schillernden Gabelracke, und den knallgelben Maskenweber sowie überall prächtige blaugrüne Glanzstare. Rotschnabel- und Gelbschnabeltokos mit riesigen Schnäbeln und knallgelben Augen haben keine Scheu vor Menschen.       

Wem eine zweitägige geführte Tour in den Krüger-Nationalpark nicht ausreicht, kann den Park auch auf eigene Faust erkunden. Ein älteres Ehepaar ist insgesamt drei Monate auf der Makutsi-Farm. Es ist immer 10 Tage auf der Farm und fährt danach für fünf Tage mit Leihwagen in den Krüger-Nationalpark und bucht vorher für die Übernachtung in verschiedenen Lodges. Es nimmt dafür sogar Geschirr aus der Farm mit, und spart viel Geld durch Selbstverpflegung. Der Eintritt in den Park beträgt pro Erwachsenen 17 Euro pro Tag. Einen guten Überblick über die Parkeinrichtungen gibt die „Krüger Nationalpark Karte“ auf deutsch (Honeyguide Publications, Fax (Südafrika)0027-11-705 1223). Reservierungen kann man über die Faxnummern 0027-12-343-0905 oder 0027-12426 5500, reservations@sanparks.org, Internet: www.http://parks-sa.co.za  machen, viele Adressen von Lodges um den Park herum findet man auch in der monatlich erscheinenden Zeitung „Kruger Park times“ (bushgroves@telkomsa.net ), die über Aktuelles im Park berichtet, wie Krankheiten bei Löwen oder einen Wettbewerb zur besseren Erforschung der  Lebensgewohnheiten von Wildhunden und Geparden im Park. Die Lodges direkt am Park sind allerdings sehr teuer, die Preise bewegen sich zwischen 800 und 1000 Euro pro Person und Tag, Safaris mit Peilsender inklusive. Wer es einfacher mag, ist in den Lodges im Park selbst bestens bedient. Auch Camper kommen auf ihre Kosten, Kriminalität und Sauberheit sind im Krüger Nationalpark auch für Besucher in Zelten kein Problem, was auf andere afrikanische Länder wie Kenia oder Tansania leider nicht zutrifft.      

Moholoholo Rehabilitations-Zentrum für Wildtiere

Etwas ganz Besonderes erwartet uns heute Nachmittag: ein Ausflug in ein Rehabilitationszentrum für Wildtiere, etwa eine dreiviertel Stunde von der Makutsi Safari Farm entfernt.

Der Begründer der Einrichtung, Brian Jones, redet gerade etwas auf Afrikaans, als wir kommen. Er unterbricht, will wissen, woher wir kommen. Als er hört, dass unsere Gruppe hauptsächlich aus Australien kommt, ist er begeistert, weil die Australier ein so enges Verhältnis zur Natur hätten.

Einen ähnlich mitreißenden, enthusiastischen Vortrag zum Thema der Bewahrung der Natur habe ich noch nicht erlebt. Brian Jones fängt an mit dem Magnetfeld, dass die Erde schützt, und, dass alles wohl geordnet und phantastisch zusammen passt. Das Leben, ein Wunder. Wussten Sie, dass Monarchfalter 6000 Kilometer fliegen und sich genau dort wieder versammeln, in dem Tal, in dem sie aus der Puppe geschlüpft sind? Auch die Vogelrouten von Vögeln sind phantastisch. Sie werden durch die Hirnanhangsdrüse genau dorthin geleitet, wo sie geschlüpft sind.

Wildtiere, so Brian Jones Botschaft, können sich den Veränderungen, die wir ihnen zumuten, nicht anpassen. In ihnen ist genetisch programmiert, was sie fressen, wo sie leben können usw. Wenn wir ihr Habitat, ihren Lebensraum, durch Besiedelung und Landwirtschaft einengen, können sie sich nicht damit arrangieren. Und weiß ein Farmer, der einen vergifteten Kadaver auslegt, damit Wildhunde nicht länger sein Vieh reißen, dass dabei zwischen 300 und 400 Geier ihr Leben lassen müssen? In einem Videofilm werden uns Bilder dieser Geier gezeigt, von denen das „Moholoholo Forest Camp“ etliche retten und wieder auswildern konnte. Wussten Sie, dass Geier erst mit 6 bis 7 Jahren geschlechtsreif werden, und dann nur ein einziges Ei ausbrüten?

Einige Tiere aber, die man verletzt fand, wie der seltene Wahlberg-Adler, kann man nicht wieder auswildern, weil sie ein Revier von Hunderten von Kilometern brauchen. So große unbesetzte Reviere gibt es für viele Tiere nicht mehr. Von dieser Adlersorte aber gibt es nur noch 120 Tiere in Südafrika.

Wir dürfen Geier mit Fleischbrocken füttern. Trotzt Lederhandschuh mit langer Stulpe ist das ein Abenteuer, weil die Geier sehr schwer sind und sich manchmal mit einem Fuß versuchen, am Oberarm fest zu krallen. Das Stück Fleisch soll man eigentlich fest halten, aber ich bin schon gut damit beschäftigt, meinen Arm so zu halten, dass er nicht unter dem Gewicht des Tieres hinuntergedrückt wird.

Ein seltener Adler ist auf Menschen geprägt. Er bebrütet ein Gelege von unfruchtbaren Eiern. In der Wildnis wird ein Adler derselben Rasse beobachtet, der ebenfalls zwei – aber befruchtete – Eier ausbrütet. In der Natur ist es so, dass das größere und stärkere der beiden Jungen das schwächere tötet. In diesem Fall wird man das eine Ei entfernen, sobald das eine Küken geschlüpft ist, und dem Adlerweibchen im Rehabilitations-Zentrum unterlegen. Wenn es schlüpft, wird es auf seine Mutter geprägt, und kann ausgewildert werden. (wer Infos bekommen oder das Zentrum finanziell unterstützen möchte: Brian Jones, Moholoholo Forest Camp, Wildlife Rehabilitation Centre, Komfortable Unterkunft und geführte Führungen möglich, ebenfalls vogelkundliche Wanderungen und Tierbeobachtung, moholorehab@wol.co.za in Hoedspruit.)

Eine Fußsafari – ein Erlebnis der ganz besonderen Art

Fußsafaris kannten wir noch nicht. Zwischen 6 und 9 Uhr morgens wandert man mit bewaffnetem Ranger durch das „Veld“, die Savanne. Es geht hierbei nicht darum, große Tiere zu beobachten, sondern seine Sinne für die Schönheit von Pflanzen oder Kleingetier, das man sonst übersieht, zu schärfen. Wir werden angehalten, im Gänsemarsch und schweigend zu gehen. Der Ranger ist nicht gerade entzückt über unsere zum Teil farbige Garderobe. Plötzlich erkenne ich, dass die Safari-Kleidung in Khaki nicht nur ein Modegag darstellt, sondern auch ideal ist, weil sie sich den Naturfarben anpasst.

Es gibt hier jede Menge Tausendfüßler in braun und gelb, die für die meisten Tiere ungenießbar sind, aber ein gefundenes Fressen für Zibet-Katzen darstellen, welchen das Gift der Tiere nichts ausmacht. In einem kleinen Erdloch, das grau ausgekleidet ist, entdeckt der Ranger eine Pavian-Spinne, so groß wie eine Vogelspinne, ebenfalls giftig und behaart. Mit einem kleinen Stock lockt er sie aus ihrer Höhle. Uns stockt der Atem. Ein kleines Stück weiter entdeckt der Führer die Behausung eines Skorpions. Wir machen unwillkürlich einen Satz nach hinten, als er uns erklärt, dass giftige Skorpione bis zu einem halben Meter springen. Wir sehen große Ameisen mit mehreren Termiten durch die Gegend ziehen. Es gibt Termiten, die Pilze züchten und sie ernten. Ihre Bauten werden oberirdisch bis zu drei, unterirdisch bis zu 47 (!) Meter groß. Die Königin legt bis zu 40 Jahre lang täglich etwa 200 000 (!) Eier. Termitenbauten sind Wohnstätten für viele Tiere, von Schlangen, Waranen, Mangusten bis zu Erd- und Warzenschweinen.

Auch die Pflanzenwelt kommt auf der Fußsafari nicht zu kurz. An einem „Rosinenbaum“ laben wir uns an kleinen, harten Früchten, die sehr beliebt  bei Meerkatzen und Pavianen sind. Von einem immergrünen Busch, dessen Blätter wie Lorbeerblätter aussehen, sollen wir jeder ein Blatt probieren. Es schmeckt bitter und trocknet den Mund aus. Wir erfahren, dass das Tannin in größeren Mengen auch für Tiere giftig ist. Und dass Kröten wegen ihres Giftes, was eine halluzinatorische Wirkung hat, früher von Hippies abgeleckt wurden. Ich überlege, ob ihnen danach die Kröte wie eine Prinzessin vorkam?

Ein paar Nilgänse schwimmen auf einem kleinen See vorbei, zwischen sich zwei Junge, erst etwas zehn Tage alt. Vor einer Woche waren es noch zehn … Die Natur kann grausam sein. Kleine Enten stehen auf dem Speisezettel von Krokodilen und Raubvögeln.

Plötzlich taucht direkt vor uns, hinter Büschen, ein dunkelgraues Nashorn auf. Der riesige Bulle scharrt mit den Hinterbeinen. Ein Zeichen von Dominanz, erklärt uns der Ranger. Wir sollen näher zusammen rücken, um größer zu erscheinen. Der Nashornbulle macht dann aber doch einen entspannten Eindruck und rupft mit seinem breiten Maul, der an einen Rasenmäher erinnert, das trockene Gras laut hörbar ab. Wir können ihn aus nächster Nähe etwa eine halbe Stunde lang beobachten, dann trollt er sich langsam. Ich finde einen schönen grünen Stein, der Ranger erklärt, dass es ein Malachit sei. Ein goldgelber Stein hingegen findet nicht seine Anerkennung: es ist ein verdreckter Quarzstein. Auf dem Rückweg beobachten wir noch einen Schabrackenschakal, den wir aufgestöbert haben, der aussieht wie ein heller Fuchs. Eine Fuß-Safari ist etwas besonderes, finde ich, weil man Flora und Fauna nicht im Vorbeifahren, sondern langsam und sozusagen in Großaufnahme genießen kann. Wenn einem dann noch, wie auf der Makutsi-Safari-Farm Standard, ein Fachmann gute Erklärungen gibt, kommt man bereichert und zufrieden zurück.

Der Abschied fällt schwer

Mit netten Berlinern, mit denen wir uns angefreundet haben, genießen wir die letzten Tage auf der wohl gepflegten Makutsi-Farm mit ihrer tropischen Vegetation, ihrem alten Baumbestand, Rosinenbäumen und Akazien, und mit dem flachen Buschland drum herum. Wir haben uns die letzten Tage auf Käfer spezialisiert und entdecken die merkwürdigsten und schönsten Kreationen, unter anderen auch einen Skarabäus-Käfer. Farbige Frauen mit Töpfen und Handtüchern gehen vorbei, sich Geschichten erzählend, lachend und scherzend. Ihre Bewegungen sind schön und ihre Haltung ist aufrecht. Immer machen sie einen zufriedenen, aber auch auch Weißen gegenüber einen etwas schüchternen Eindruck. Liebevoll schmücken sie die Rondavels, die Rundhäuser für die Gäste, mit Palmblättern und Bougainvillen-Blüten und betreuen sie bis zu ihrer Abreise.

Abends spielen einige Frauen Trommeln, das Signal fürs Abendessen. Ein Gast hat heute Geburtstag. Mehrstimmig singend tragen die Frauen einen Kuchen herbei. Die Melodie ist eintönig und voller Sehnsucht und gleichzeitig Feierlichkeit. Nach einer kurzen Zeit haben sich die Frauen am Rhythmus berauscht, sie klatschen in die Hände, viele Gäste fallen ein, die Musik wird immer schneller. Dann heben die Frauen den Gefeierten samt Stuhl auf, setzen ihn sich auf die Schultern, und tragen ihn laut singend umher, um ihn schließlich wieder sanft auf seinen Platz abzusetzen. Sie singen noch lange weiter, wie ausgelassene Kinder. Die Musik hat etwas Hypnotisches, Betörendes. Das Singen und das Trommeln verschmelzen mit dem Singen der Zikaden und dem Quaken der zahllosen Baumfrösche. Ein Buschhörnchen balanciert auf einem Ast und schaut mit groß glänzenden dunklen Augen zu uns hinunter. Ein Nashornkäfer krabbelt in Zeitlupe über den Tisch. Eine warme Brise streichelt meine Wangen. Ist es Traum? Oder Wirklichkeit?

Zurück nach Hause werden wir dieses Mal mit dem offenen Landrover gefahren. Spontan singen wir „Hoch auf dem gelben Wagen“. Jasko leuchtet mit seiner starken Lampe Büsche und Bäume ab und beschert uns so noch eine Mini-Nacht-Safari. Ein kleiner Kronenducker, der auf dem Boden liegt, hebt verschlafen seinen Kopf. Zum Abschluss singen wir mehrstimmig „Der Mond ist aufgegangen“. Die Sterne scheinen uns zuzuzwinkern, so nah sind sie.

Das letzte Mal schließe ich mit dem handgeschnitzten Schlüssel die Tür zu unserem gemütlichen Rondavel auf. Unsere letzte afrikanische Nacht bricht an. Makutsi bedeutet Frieden, denke ich, noch mit der Melodie im Ohr, und sinke in einen tiefen, traumlosen Schlaf.  

Literatur: Greta Lippl-Heinsen, „Frauen von Makutsi“, Eigenverlag. Greta Lippl-Heinsen hat mit diesem Buch und ihren wunderbaren Bildern die Makutsi-Farm, ihre Landschaft und die Farbigen, die hier arbeiten, verewigt. Eine sehr schöne Einstimmung und Erinnerung . Von derselben Malerin/Autorin; „Bilder von 1935-1996“ u.a. mit Bildern vom Fluss, den Drakensbergen und der Makutsi-Farm.

 

Spirituelle Tierbeobachtung

Spirituelle Tierbeobachtung? Was ist denn das?, mögen sich einige Leser fragen.

Es gibt Unterschiede der Betrachtung. Tiere sind viel stärker in Verbindung mit dem „Sein“, dem Ursprung. Sie denken nicht unentwegt wie wir, und daher leiden Sie auch nicht unter einer drückenden Last von Problemen. „Kein Selbst, kein Problem“, fasste einmal ein Mönch die Weisheit der Lehre Buddhas zusammen. Tiere sind sie selbst. Sie können gar nicht anders. Tiere können uns etwas über den Zustand des Nicht-Denkens vermitteln. Tierbeobachtung ist daher eine Chance, in Kontakt mit der Stille - der Gedanken – zu kommen, die sie verkörpern und ausstrahlen.

Manche Katzen und Hunde sind, durch das Zusammenleben mit Menschen, selbst neurotisch geworden. Tiere in der freien Wildbahn sind niemals neurotisch. Daher sollten wir Tiere vorzugsweise in der Wildnis beobachten. Natürlich brauchen wir hierfür nicht nach Afrika zu fliegen!

Die Art und Weise, wie wir Tiere beobachten, ist entscheidend dafür, ob wir daraus eine Übung zur Bewusstwerdung machen oder nicht. Wir lassen unseren Verstand beiseite und grübeln nicht darüber nach, ob wir eine Impala-Antilope oder Thomson-Gazelle vor uns haben, oder um welchen Singvogel es sich genau handelt. Wir etikettieren also nicht. Das nennt Eckart Tolle „im Zustand des Nicht-Etikettierens Tiere beobachten.“ Während wir ein Tier beobachten, bleiben wir mit unserem Körper verbunden und nehmen unseren Körper wahr, sein inneres Energiefeld, und fühlen jede unserer Zellen vor Lebenskraft vibrieren. Das hilft, weniger zu denken.

Wir lassen das Tier einfach auf uns wirken. Wir sind dann in einem ähnlichen Bewusstseinszustand wie dieses, und doch gibt es einen grundlegenden Unterschied. Das Tier kann gar nicht anders, und wir kehren zu diesem Zustand zurück. Dadurch gewinnt er für uns eine unendliche Tiefe. Wir erleben, wie heilig die Natur ist. Tiere sind in einem Zustand des „Vordenkens“ und können uns dadurch den Zustand des Nicht-Denkens lehren.

Wenn wir, was uns alle spirituellen Lehrer und „Erwachten“ vermitteln, hier sind, um über den Zwang zu denken hinaus zu gehen, ist Naturbeobachtung hierfür eine wundervolle Möglichkeit. Durch bewusste Präsenz erleben wir eine unglaubliche und doch profunde Transformation. Wer als Bewusstsein die Welt anschaut, und so auch Tiere, entdeckt: „ich sehe mich selbst.“ Wir nehmen Tiere, Pflanzen, Menschen als Bewusstsein wahr, aus dem zeitweise eine Form entsteht, und erkennen, dass die Essenz dessen, der ich bin, in Millionen von Erscheinungen zum Ausdruck kommt. „In diesem Zustand der Gegenwärtigkeit erfährst du Liebe in ihrer tiefsten Bedeutung“ (Eckart Tolle), indem du andere Lebensformen als dich selbst erkennst. Liebe nämlich entspringt der Erkenntnis des Einsseins, der Verbundenheit allen Seins.

Wenn wir in diesem Zustand der Stille, des Seins sind, erkennen wir, dass es keinen Tod gibt. Leben ist ewig, wir sind mit der Dimension der Zeitlosigkeit verbunden. Man kann sein Leben nicht verlieren. Das Gegenteil von Tod ist nicht Leben, sondern Geburt.

Es beginnt mit dem Fühlen der Hände und des ganzen Körpers, während wir uns ohne Beurteilung, Bewertung, Klassifizierung und Etikettierung umschauen. Heia Safari! Lassen Sie den Vogelführer das nächste Mal zu Hause, Sie brauchen ihn für diese Übung nicht.

Zugegeben, abends in der Lappa kam ich mir vor wie ein Exot. Die anderen prahlten damit, wie viele und welche Tiere sie gesehen hatten, möglichst ein paar von den „Big Five“ darunter, und ich schwelgte im Glück des Augenblicks, versonnen über das Flussbett des Makutsi-Rivers hinweg Tiere in der Dämmerung betrachtend. Es ist nicht wichtig, was Du betrachtest, sondern wie Du es tust. Durch Deine Sichtweise kann eine Mücke zu einem Elefanten werden.

(Buchtipps zur spirituellen Naturbetrachtung: Eckart Tolle, „Stille spricht“ und „Worte sind Wegweiser“, beides als CDs und Buch bei Arkana-Goldmann)

 

Interview mit Dr. Gerhard Weber (65), Begründer der Makutsi-Safari-Farm

Wie sind sie überhaupt nach Südafrika gekommen, und warum haben Sie sich entschieden, hier zu bleiben? Wie entwickelte sich das, was heute als Makutsi-Safari-Farm zu bewundern ist?

Ich war schon während des Studiums schon mal in Südafrika und war sehr beeindruckt. Ein großes Land mit viel Platz und wenig Bürokratie außerhalb der Städte! Als Ingenieur hatte ich ein mehrjähriges Projekt von IBM in Südafrika zu betreuen. Ich fuhr mit meiner Frau viel durchs Land. Danach habe ich mich entschlossen, hier zu bleiben. Erst hatte ich eine Farm, etwa 100 Kilometer entfernt, gepachtet, auf der ich Zebu-Rinder gezüchtet habe und Baumwolle angebaut. Noch während ich für IBM arbeitete, habe ich am Wochenende Rinderzucht gelernt.

Es kamen von allein immer mehr Leute als Gäste. Erst kamen auch Jäger. Es war ein Gebiet direkt zur Grenze nach Mozambik, ein wildes Gebiet. Mozambik war damals kommunistisch. Das Land war sehr preiswert, heute wäre so etwas Großes wie die Makutsi-Farm mit 12 000 Hektar Land unerschwinglich.  

Als ich auf dem Land Wasser gefunden hatte, sogar mit Heilqualitäten, hatte ich eine andere Perspektive, nämlich Gäste rund ums Jahr zu haben. Der Rand war abgewertet worden, und die Saat und die Spritzmittel für Baumwolle waren über Nacht doppelt so teuer. Ich verkaufte einen großen Teil der 1500 Rinder, wir haben jetzt nur noch 150 für den Eigenbedarf. Sie grasen den Rand der Straßen ab, und dort kann sich kein Feuer ausbreiten. Das ist ökologisch sehr sinnvoll.

Welche Ziele haben Sie mit der Makutsi-Safari-Farm? Natürlich ist es auch eine ökonomische Sache. Ich habe vier Kinder, die alle studiert haben. Aber ich wünsche mir, dass jeder Gast so zufrieden ist, dass er gern wieder kommt. Man hat nur ein gutes Einkommen, wenn das Produkt zufrieden stellt. Offenbar handelt es sich bei unserer Farm um ein solches Produkt. Wir haben überwiegend Stammgäste, die immer wieder kommen. Mit zwei Nachbarn zusammen bewirtschaften wir das Gebiet und haben alle Innenzäune weg gerissen. Jetzt können wir das Gebiet gut kontrollieren, es gibt keine Wilderer. Wir vermeiden bei unseren Tieren Inzucht und sorgen immer für frisches Blut. Cheetas, Geparden, haben wir aus Botswana und Namibia. Diese Raubkatzen gelten dort als Landplage. Naturschutz ist uns sehr wichtig, und wir behandeln die Tiere respektvoll und mit Achtung. Daher ist auch noch nie etwas passiert, noch nie ein Tourist auf unserem Gelände durch Tiere verletzt worden. Private Parks wie unserer haben mehr Wasserstellen und dadurch einen höheren Besatz an wilden Tieren. Die Besucher bekommen eine Menge Tiere zu sehen.

Welche Art von Menschen sind Ihre Gäste?

Es kommen ganz unterschiedliche Menschen. Im Sommer haben wir spezielle Familien-Angebote. Es gibt dann auch Kinder-Safaris mit Zetteln „Eltern nicht erlaubt“. Im Sommer ist, mit den vielen Kindern, eine ganz andere Atmosphäre. Wir haben nur im Juni eine kurze Pause zum Renovieren, sonst sind wir ein Ganz-Jahres-Ziel. Im Juli und August haben wir fast nie Wolken, es ist meist 25 Grad warm, allerdings wird es erst um 6 Uhr 30 hell und schon um 18 Uhr wieder dunkel. Aber die Blätter sind unten, man hat eine ganz weite Sicht und kann wunderbar Tiere beobachten. Am meisten haben wir Deutsche als Gäste, es kommen aber auch viele Australier, die für ein Viertel Jahr eine Weltreise und bei uns Stopover machen.

Natürlich können wir es nicht jedem recht machen, und ich bitte, sich nicht hinterher zu beschweren, aber die allermeisten Gäste sind sehr zufrieden. Man sieht es auch daran, dass viele schon viele Jahre bei uns waren. Manche monieren das Essen, weil es ihnen zu einfach ist, aber in 14 Tagen gibt es nicht eine Wiederholung. Einige Ehepaare waren insgesamt schon 1 ½ Jahre bei uns. Das eine Ehepaar aus Eckernförde hat sich schon, aus Altersgründen, drei Mal „endgültig“ von uns verabschiedet, und ist dann aber doch jedes Jahr wieder gekommen.

Herr Weber, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Makutsi-Safari-Farm: ein erschwinglicher Traum. Infos und Preise

Die Makutsi-Farm liegt etwa 5 Autostunden bzw. 440 Kilometer nordöstlich des internationalen Flughafens Johannesburg. Man wird vom Flughafen abgeholt. Wer vor 9 Uhr ankommt, kann umsonst die komfortable Flughafen-Lounge benutzen und sich selbst Snacks zubereiten. Unterkunft in runden Bungalows (Rondavels), die in einer tropischen Garten-Anlage mit altem Baumbestand am Makutsi-River inmitten des privaten Makutsi Wildreservates verstreut liegen. Safaris zu Fuß oder im offenen Landrover, Ausflüge mit Kleinbüssen zum Krüger National Park, in die Drakensberge, die Stammesgebiete. Die Sprache der Ranger, des Küchenpersonals und der Verwaltung ist deutsch, die meisten Besucher kommen aus deutschsprachigen Ländern.

Preisbeispiele, jeweils mit Halbpension: Ein-Wochen-Pauschalangebot 730 Euro, mit 3 Ausflügen 1.085 Euro, 2-Wochen-Pauschal-Angebot mit 4 Ausflügen und 2 Safaris: 1.575 Euro. 2-Wochen-Sonderangebot „Familiensafari“ Mai, Juli, August 14 Nächte mit 3 Ausflügen und 2 Landrover-Safaris 1.260 Euro, Kinder bis 12 Jahren 50 % Rabatt. Bei Langzeiturlaub 5 Wochen eine Woche geschenkt. Kein Einzelzimmer-Zuschlag. Ausflüge und Safaris können auch vor Ort gebucht werden. Reservierung und Information: Anna-Margarethe Grosser, Carl-Maria-von-Weber-Str. 49, 71640 Ludwigsburg, Tel. 07141-80172, Fax -287725, E-mail: AnniGrosser@makutsi-com, Internet: www.makutsi.com .                              

 

 

CASA EL MORISCO

Traumurlaub im subtropischen Gartenparadies mit Yoga, Theater, Trommelworkshops und Meditation

 

Kennen Sie das auch: Sie haben noch eine Woche Resturlaub. Wenn Sie verreisen, und Glück haben, kommt Ihnen dies wie mindestens zwei Wochen vor, und sie nehmen den Zauber dieser kostbaren Ferienzeit ihren Alltag mit. Sind Sie zuhause geblieben, verrinnt die Zeit wie im Fluge, und der Alltagsstress hat Ihre Urlaubstage einfach „aufgefressen“, ohne, dass Sie genau wissen, wo die Zeit geblieben ist.

 Ein solches „Glück“ habe ich auf der CASA EL MORISCO erlebt, zwanzig Kilometer östlich von Malaga und nur 1,5 km zum nächsten Meeresstrand. Urlaub unter Freunden, oder zumindest  Gleichgesinnten, unter denen sich nach nur wenigen Tagen Freundschaften bilden. Köstliches vegetarisches Essen in einer subtropischen Landschaft mit Meeresblick und einem Licht, was es so nur in Andalusien -  dem „Land des Lichts“ - gibt. Hier werden die meisten Sonnentage auf dem europäischen Festland gezählt.

 Jeder Gast wird sonntags vom Flughafen abgeholt und hingebracht. Dadurch kommt schon mal Entspannung auf. Ein Mietauto ist damit völlig überflüssig. Malaga ist von vielen Städten als Billigflug zu erreichen, zum  Beispiel mit Ryan-Air oder Easy Jet ab 150 Euro. Fast alle Gäste bleiben eine Woche, einige auch zwei oder noch länger.

 Die Führung über das weitläufige Gelände über mehrere Ebenen mit subtropischer Vegetation verschlägt einem den Atem. Drei sonnendurchflutete Seminarhallen, ein Salzwasser-Swimmingpool, Sauna, Riesen-Trampolin, ein Indischer Garten mit See und Tempel, ein „Garten der Sinne“, von Künstlern nach den Grundlagen des indianischen Medizinrades gestaltet, und eine Vielzahl von Fruchtbäumen wie Macademia-Nüssen, Avocados, Feigen, Granatäpfeln, Wein, Japanische Mispel. Farbenfrohe Hibiskus, Bougainvillea und Oleander verwöhnen das Auge, und Pfauen spazieren mit ihren Jungen durch die üppige Gartenlandschaft.

 Viele kommen nur wegen der köstlichen vegetarischen und veganen Vollverpflegung mit viel frischem Obst und Gemüse teilweise aus Bio-Anbau und zum Entspannen. Das Frühstücks- und Abendbuffet ist reichhaltig, auch mittags gibt es ein Salatbuffet und warme Speisen. Alle Getränke, auch alkoholische, sind inklusive. Die Küchenphilosophie der CASA EL MORISCO lautet: „Den Schlüssel zum Glück erhalten wir durch das richtige Denken und Essen, wer glücklich ist, kann besser denken, wird aktiver, fühlt sich wohler und ist gesünder.“ Die Ernährung unterstützt damit das Wachwerden von Körper, Geist und Seele. Das Vollkornbrot wird selbst gebacken, und es gibt zu jeder Mahlzeit hausgemachte Brotaufstriche. Wilfried, der Begründer der Casa, hat das Ziel, dass auch Nicht-Vegetarier diese Form der Ernährung ausprobieren und eingefahrene Ernährungsgewohnheiten überdenken. Belohnt wird der Körper mit einem neuen Wohlbefinden. Wilfried ist Heilpraktiker und macht den Gästen auf Wunsch durch eine Blutanalyse nach Professor Doktor Enderlein unter dem Horoskop anhand ihres Blutbildes ihre Ernährungssünden, aber auch ihre Fortschritte unter dem Mikroskop deutlich. 

 Weil man sich in der CASA EL MORISCO durch wohltuende Gespräche, gesundes Essen, Sonne und frische Luft so schnell regeneriert, haben viele  Gäste doch keine Lust, eine Woche lang in der Hängematte zu liegen und zu lesen, sondern bekommen Lust auf das vielfältige Programm, dem „Yoga-Wohlfühlprogramm“, was die meisten Wochen im Jahr läuft, oder nehmen an Ausflügen teil oder lassen sich Massagen oder Reikibehandlungen geben. Das täglich mindestens dreistündige Angebot des Yoga-Wohlfühlurlaubs umfasst Yoga verschiedener Schwierigkeitsstufen – es gibt fünf qualifizierte Yogalehrer in der Casa -, Meditation, Entspannung, Phantasiereisen, Singen, Trommelworkshops, Mantrensingen, Gesprächskreisen oder Theatervorstellungen unter Beteiligung der Gäste. Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Alle Angebote sind freiwillig, werden aber von vielen Gästen rege genutzt.

 Eindeutig im Vordergrund steht in der Casa Yoga. Es soll nicht nur ein Aha-Erlebnis bleiben, wie auch die gesunde vegetarische Ernährung, sondern zu einer Haltung von Gelassenheit, Zufriedenheit, innerer Ruhe und Gesundheit werden, die in den Alltag mitgenommen wird. Therapeutisches Yoga steht im Vordergrund, und es die Yogalehrer „verschreiben“ auch in Privatstunden individuell zusammengestellte Übungen für körperliche Probleme wie Rückenschmerzen. Nach nur einer Woche ist das Üben normal geworden, ich praktiziere seither den Gruß an die Sonne und fühle mich damit schon morgens fit – ohne Kaffee oder andere Stimulanzien.        

 Garten-Karma-Yoga

Den ganzen Tag entspannen am Pool möchte ich heute nicht. Ein paar Tage finde ich es schön, in einer Hängematte mit einem guten Buch zu „chillen“, aber irgendwann reicht es. Ich frage Herbert, den Gärtner, ob er für mich Aufgaben im Garten hätte. „Karma-Yoga“ sozusagen, ich als Karma-Yogini für ein paar Stunden. Er zeigt mir, welche Beete zu machen sind, und wo die Gartengeräte sind. Mit Wasserflasche und Strohhut „bewaffnet“, mache ich mich an die Arbeit. Ich finde gleich eine wunderschöne Pfauenfeder. Ein Gast bekommt das mit, und ich schenke sie ihm. Ich will ja dienen, und keine Geschenke!

 Die ersten beiden Beete gehen flott von der Hand. Beim Abknipsen der verblühten Blüten kommt mir die Idee, dass wir als Gärtner das Thema „Vergänglichkeit“ und damit Tod ausblenden. Als Herbert noch mal vorbei kommt, sagt er aber, „dass sonst die Kraft der Pflanze in die Frucht geht.“ Er zeigt mir üppig blühende gelbe Büsche, und einen von der gleichen Sorte daneben, bei dem tatsächlich noch die alten Blüten dran sind. Und wirklich: dieser Busch scheint zu leiden, er sieht müde und alt aus. Ich mache mir die neue Sichtweise zueigen und fühle mich gut beim Ausknipsen vertrockneter Blüten.

 Das Unkrautrupfen fühlt sich mehr an wie Straßenarbeiten. Mit einer Art Spitzhacke hacke ich in den knüppelharten, total verdichteten Boden. Das Unkraut hat tiefe und nach allen Seiten verzweigte Wurzeln. Es sieht harmlos aus wie Grünlilien, ist es aber nicht. Ich erlebe, wie Aggressionen in mir aufsteigen. Giersch und Quecke, die ich aus meinem Garten kenne, sind nichts dagegen! Großmundig hatte ich versprochen, ein etwa 20 qm großes Beet von Unkraut zu befreien. Am Ende habe ich vielleicht ein Fünftel geschafft, bei vollem Körpereinsatz. Ich bin aber trotzdem zufrieden, habe ich doch alles, und damit mein Bestes, gegeben! Die Rosen strahlen wieder in voller Farbenpracht, die Agaven und Aloe-Pflanzen sehen aus wie stolze Statuen. Ein Wermutstropfen: am Ende nutzt eine der vier Katzen das unkrautfreie Zentrum als Toilette. Ein Gast tröstet mich: das solle ich als Kompliment auffassen, wie gründlich ich gearbeitet habe.

 Bei Karma-Yoga soll man nicht auf die Ergebnisse, und schon gar nicht auf Belohnung schielen. Trotzdem bin ich froh, als Herbert am letzten Tag nach einer anstrengenden Yoga-Session auch mich dankend und lobend erwähnt. Weil dies so unerwartet kommt, treten mir Tränen in die Augen.

Einige der Highlights: Ausflüge in die wunderschöne Umgebung

Mehrmals im Jahr wird Wanderurlaub in die schöne Umgebung angeboten, und Ausflüge und mehrstündige Wanderungen stehen das ganze Jahr über auf dem Programm. Eine Vollmondwanderung in einem Kalksandsteingebirge in der Nähe von Malaga unter der Leitung von Eberhard, Wilfrieds Bruder, wird mir ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Er erzählte nette Geschichten, Witze und Insider-Informationen und verteilte auf der Fahrt köstliche Bonbons. Der Mond geht orangen auf, die Venus wirkt weiß dagegen. Das Gebirge sieht aus wie ein kleiner Gran Canyon. Oben begrüßt uns ein junger Fuchs im Mondlicht, einfach magisch. Weiter unten sehen wir ihn noch einmal. Einige sind nicht ganz schwindelfrei und werden von den CASA-Mitarbeitern unter die Arme genommen und fast den Gipfel hinunter getragen. Auch ein Ausflug zu einer kristallklaren Bucht mit der Möglichkeit zum Schnorcheln war ein Highlight meines Aufenthalts. Der Marktbesuch war für meine Kinder attraktiv, die sich T-Shirts und Ledergürtel für 2 Euro kauften. Mir war das Gewusel, Gefeilsche und das Angebot schreiend bunter Billig-Artikel vor allem aus Fernost zu viel, und ich sehnte mich nach der idyllischen und friedvollen Casa el Morisco zurück.

 Der Begründer der CASA, Wilfried, hatte mit Mitte vierzig alle möglichen Zipperlein und stellte dann seine Ernährung auf vegetarisch um. Nach einer Heilpraktikerausbildung wusste er: ich will etwas mit Gesundheit machen. Aber nicht helfen oder heilen, sondern Menschen in die Lage versetzen, gesünder zu leben. Nur gesunde Ernährung, das reichte in seinen Augen nicht, und er lies sich als Yoga-Lehrer ausbilden. Sein Konzept geht auf, und er ist selbst ein Beispiel, was jeder mit gesunder Lebensweise erreichen kann: stabile Gesundheit, eine ansteckend gute Laune, nicht nur vom Leben träumen, sondern seine Träume verwirklichen. Für Wilfried gehört jetzt, mit Mitte 60, das Abenteuer Vaterschaft dazu. Für seine entzückende kleine Tochter, die er mit einer Spanierin hat, will er noch lange fit und gesund sein.  

 Hier ein paar Zitate aus dem Gästebuch: „Das ist hier eine Oase für gestresste Alltagsseelen mit einer familiären, sehr warmherzigen Atmosphäre.“ „Ich habe meine erste Apfelsine vom Baum gepflückt.“ „Eine Oase der Ruhe, die zugleich voller Lebendigkeit steckt.“ „So erholt und entspannt nach nur einer Woche „Auszeit“ habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt.“ „Es ist wie Urlaub unter Freunden.“ „Gleich nach meiner Anreise hatte ich das Gefühl, im Paradies gelandet zu sein. Meine Erwartungen wurden noch übertroffen.“ Ich komme sicher wieder, vielleicht wird die Casa meine zweite Heimat. Im Februar lasse ich mich auf der Casa von Remo Ritter aus der Schweiz zur Yogalehrerin ausbilden und freue mich schon sehr auf diesen „Urlaub unter Freunden“.

 Für die Bio-Puristen ist die „Finca Ecológica El Morisco“ die erste Adresse, gegründet vom Deutschen Wilhelm Benner. Als „Oase für Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden“ werden Gäste ausschließlich mit Bio-Produkten aus eigenem Anbau, auf  Wunsch auch Frischkost, im hauseigenen Restaurant verwöhnt. Auch hier: subtropische Fruchtbäume, Pool und Sauna, Sport, Wandern und Meditation. Außerdem: Malkurse, Segelturns, Jeeptouren und Reiten. Auch auf der Finca kann man als „Working Guest“, wie als „Karma-Yogi“ in der CASA, gegen Kost und Logie plus Taschengeld mitarbeiten. Wohnmobile und Caravans sind willkommen. Die Sicht ist hier oben atemberaubend.

 Mein Tipp: Urlaub im Casa el Morisco machen, im Hofladen der Finca Ecológica zum Beispiel getrocknete Bio-Mangos einkaufen und dabei vielleicht schon vom nächsten Urlaub träumen.

 

CASA EL MORISCO, Benajarafe/Malaga, Tel. 0034-9525513314, casa@morisco.de, www.morisco.de. Urlaub ab 350 Euro/die Woche für Übernachtung mit Frühstück, 525 Euro die Woche mit vegetarischem Ganztagsbuffet, mit Yoga-Wohlfühlprogramm( 1.3.-1.11. 2009 und 28.2.-31.10.2010) ab 595 Euro, zweite Woche 565 Euro. Transfer vom Flughafen sowie Getränke jeder Art inklusive.   

 Finca Ecológuca El Morisco, Familie Hüglin, info@fincaelmorisco.eu, www.fincaelmorisco.eu .Preise für Halpension ab 24 bis 72 Euro pro Tag, je nach Saison und Komfort, Einzelzimmer-Zuschlag 15 Euro. Spezialitäent im Hofladen: Biowein aus der Gegend, Vollkornkekse und getrocknete Mangos.

 

 Farbenfrohe und phantasievolle vegetarische Schlemmereien  aus der CASA EL MORISCO

 Kichererbsenaufstrich

100 g Kichererbsen weichkochen und dann mit Pfeffer, Salz, Essig und Olivenöl pürieren. Je nach Geschmack gekochte Möhren, rote Paprikastückchen und/oder klein gehackte Zwiebeln zugeben.

 Avocadocreme

2 entkernte Avocados mit etwas Olivenöl, Salz, Zitronensaft und frischem Knoblauch pürieren.

 Tomatencreme

100 g Butter bei Zimmertemperatur weich werden lassen, dann Bierhefe, Tomatenmark und gehackte Petersilie unterrühren.

 Gefüllte Auberginen

2 Auberginen längs in der Mitte durchschneiden, mit Olivenöl und etwas Salz beträufeln und im Backofen bei 200 Grad ca. 15 Minuten garen. In der Zwischenzeit 1 Zwiebel, 100 Champignons und 4 Tomaten klein schneiden. Das Innere der Auberginen mit einem Löffel herausschaben und unter die Tomaten-Champignon-Mischung geben. 50 g Pinienkerne und die Masse in die Auberginenhälften geben und im Ofen noch mal 30 Minuten backen. Nach dem Backen mit Raspelkäse überstreuen.

 Zucchini-Gurkensalat in Avocadocreme

1 Salatgurke und 2 Zucchini mit der Gemüseraspel in feine Streifen schneiden. Für die Sauce 1 Avocado, ½ Becher Joghurt, 1 Teelöffel pflanzliche Gemüsebrühe, etwas Olivenöl und den Saft von einer Zitrone pürieren. Das geraspelte Gemüse in die Sauce einrühren und ca. 1 bis 2 Stunden durchziehen lassen. Vor dem Servieren mit Sonnenblumenkernen bestreuen und mit Petersilie garnieren.

 Tomaten-Paprika-Salat

4 rote Paprika auf dem Backblech bei 200 Grad so lange rösten, bis sich Blasen bilden und die Schale beginnt, sich braun zu verfärben. Dann abkühlen lassen und die Schale entfernen. Die Paprika klein schneiden und etwa die gleiche Menge frische Tomaten achteln. Mit einer kleingehackten Zwiebel, Salz, Olivenöl, Knoblauch und Essig abschmecken. 



Naturhotel am Faaker See: Kärnten statt Karibik!

 

Kärnten ist das lebenslustige Urlaubsparadies für Familien und Naturbegeisterte. Warum? Die Seen sind die wärmsten Österreich, daher ideal zum Baden. Kärnten ist wärmer und sonniger als die anderen Bundesländer, fast schon mediterran. Und: überall eine Bilderbuchlandschaft aus majestätischen Bergen und türkisfarbenen Seen, karibikblau sozusagen, insgesamt mehr als 200.

Kärnten ist der lebensfrohe und –lustige Süden Österreichs. „Ackern“ heißt hier „feiern“: auf Strohballen, unter freiem Himmel, den ganzen Sommer lang! Man trinkt Apfelmost oder „Ackerbier“ und freut sich an blühenden Sonnenblumen. Die Party-Felder zum Beispiel am Ortsrand von Villach oder Klagenfurt findet man anhand der Vogelscheuchen. Die Party beginnt schon um 12 Uhr, und der Eintritt ist frei. Wer Lust hat, kann eine der mehr als 200 Almhütten mieten, im Standard von ganz einfach bis luxuriös mit SAT-TV und Geschirrspüler (www.urlaubaufderalm.com ). Der Faaker See ist einer der schönsten und wärmsten

Wir haben uns im Natur-Hotel Faakersee einquartiert. Einmalig der Blick auf den idyllischen Faaker See umrahmt vom majestätischen Gebirgsmassiv Karawanken. Sprichwörtliche Gastfreundschaft heißt hier: mit Familienanschluss, Urlaub unter Freunden! Familie Treiber ist jederzeit zu einem Schwätzchen oder einer freundlichen Auskunft zu haben. Fast alle Zimmer haben Seeblick. Es gibt auch Ferienwohnungen. Eine kleine Landwirtschaft liefert Kräuter, Tees, Gemüse, heimisches Obst und Getreide. Alles in Bioqualität. Brot und Gebäck wird selbst gebacken. Das Frühstücksbuffet ist reichhaltig und schließt Getreidebreie nach der 5-Elemente-Küche sowie Frischkornbrei und selbst gemachten Käse ein. Die kreative Vollwertküche und Kärntner Spezialitäten verwöhnen auch anspruchsvolle Gaumen. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen, und den ganzen Tag über Kräutertees, Natursäfte und energetisiertes Wasser.

Die Ruhe und das liebevolle Umsorgtsein sorgen für einen ganz besonderen Komfort. Der Garten mit Biotop ist ein Augenschmaus und Eldorado für Schmetterlinge. Sauna und Aromadampfbad sorgen abends für Entspannung. Es wird auch Nordic Walking mit diplomierten Wellnes-Trainern angeboten, oder Heilmassagen mit Peter. Wer will, kann mit Franz joggen oder bergwandern. Ein Kinderspielplatz, eine Pferdekoppel und eine Reitbahn sowie Fahrräder und ein Tischtennisraum stehen den Gästen zur Verfügung. Wer möchte, kann mit Karina reiten oder reiten lernen. Wanderer oder Radfahrer haben das ganze Jahr Saison. Das Dorf und der See liegen zu Fuß nur 3 Minuten entfernt.

Was kann man in der Umgebung unternehmen? Im Faaker See kann man im Strandbad schwimmen oder Boot fahren. Das Wasser hat angenehme 26 Grad! Das türkisfarbene Wasser besitzt Trinkwasserqualität. Es gibt keine Motorboote, dafür eine idyllische Insel. Am Faaker See gibt es Segel- und Surfkurse, Tenniskurse, Reiten, Kaja, Kanu, Mountainbike, Radfahren, Rafting, Beachvolleyball und Golfen. Das vielleicht gemütlichste Kärnter Wirtshaus liegt am Faaker See: das „Tschebull“ in Egg am Faaker See. Der Wirt Hans Tschermernjak kocht mit Herz und serviert zum Beispiel eine knusperige „Festtagsente“, die locker für zwei reicht. Dazu gibt es Honig-Rotkohl und Knödel nach Geheimrezept. Lecker dazu: Pfiff, frisch gezapftes Bier. Die mächtige Burgruine Finkenstein stammt aus dem 12.Jahrhundert.  Der Faaker Bauernmarkt am Donnerstag hat Volksfestcharakter und jeden Dienstag gibt es ein Drobollacher Wirtefest. Sportveranstaltungen wie der Internationale Panoramalauf, ein Kinder-Aqualon, eine „European Bike Week“ und ein Faaker Triathlon locken viele Besucher und Aktive an.

In den Karawanken, Karnischen- und Julischen Alpen kann man bergwandern oder die Dreitausender mit Bergführer der „Alpinschule Vierjahreszeiten“ besteigen (www.vjz-alpin.at ). Auch ohne Alpinschule lässt sich auf dem Klettersteig Rotschitza Klamm der Rotschitza-Wasserfall auf sieben Meter Höhe überqueren mit einem Traumblick auf den Faaker See.  Der Naturpark Dobratsch mit einem der schönsten Alpengärten Österreichs mit Edelweiß und Enzian ist der einzige Ganzjahres-Naturpark Österreichs (www.naturparkdobratsch.info). Im Tierpark Rosegg am mittelalterlichen Burgberg von Rosegg lassen sich Luchse, Steinwild und weißes Rotwild aus nächster Nähe beobachten.   

Wir haben uns von Frau Treiber vom Natur-Hotel Faakersee  Rezepte für Köstlichkeiten wie Kräuterbrot, Dinkelsteak und Dinkelbrötchen aufschreiben lassen. Damit wir auch zuhause etwas vom Gesundheits-Urlaub an einem der schönsten Seen Kärntens haben. 

Naturpension-Hotel Faakersee, Strandbadstraße 7-11, A-95580 Villach-Drobollach am See in Kärnten, Tel. 0043-4254-3312, naturhotel.faakersee@utanet.at , www.a-bio-urlaub.at/naturhotel%20faakersee.htm .

Füge nach Klagenfurt von vielen deutschen Flughäfen ab 19 Euro wie Tuifly, Germanwings oder Air Berlin. Urlaubsinfos über Kärnten: Tel. 0043-463-3000, www.kaernten.at       

 

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